Erster Spatenstich für das neue Baugebiet / Im Oktober Entscheidung über Grundstückvergabe

„Priwallweg“ lockt die Häuslebauer

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Den ersten Spatenstich für die Erschließung des dritten Bauabschnittes des Bebauungsplanes Nr. 62 haben der Planer Horst Boje, Stefan Bolley (Gollan Bau), der neue Bauausschussvorsitzende „Jonny“ Grönwald, Bürgermeister Heiko Müller und Bauamtsleiter Jürgen Bahr (von links) am Dienstag vollzogen.

HEILIGENHAFEN · Die Warderstadt ist bei Häuslebauern sehr gefragt. Für die am neuen Baugebiet „Priwallweg“ entstehenden 28 Grundstücke haben sich schon 32 Interessenten in die Prioritätenliste eintragen lassen, berichtete Stadtkämmerer Hartmut Kahl. Bürgermeister Heiko Müller hatte gemeinsam mit Bauamtsleiter Jürgen Bahr, dem neuen Bauausschussvorsitzenden „Jonny“ Grönwald und Horst Boje – Planungsbüro Bosch-Schreyer sowie Stefan Bolley von der mit der Erschließung beauftragten Firma Gollan Bau am Dienstag den ersten Spatenstich vollzogen. Die Vergabe der Grundstücke könnte Ende Oktober erfolgen, sagte der Bürgermeister.

Das neu erschlossene Gelände gehört zum dritten Bauabschnitt des Bebauungsplanes Nr. 62 Bocksberg/Grauwisch. Die ersten beiden Abschnitte sind mittlerweile fast vollständig bebaut. Nach erfolgter Ausschreibung der Tiefbauarbeiten wird jetzt die Firma Gollan Bau gemeinsam mit dem Zweckverband mit der Erschließung des dritten Bauabschnittes beginnen. Hier sind 28 Wohngrundstücke geplant.

Weg als Wohn- und Spielstraße konzipiert

Die ebenfalls als Wohn- und Spielstraße konzipierte halbkreisförmige Straße wird den Namen „Priwallweg“ bekommen. Auf den Grundstückspreis angesprochen, sprach Stadtkämmerer Hartmut Kahl von etwa 115 Euro pro Quadratmeter. Die Zufahrt zum Priwallweg wird von der Rubinstraße erfolgen, während ein Fußweg zum unteren Teil der Rubinstraße, Richtung Grauwisch führt. Bauamtsleiter Jürgen Bahr machte noch einmal deutlich, dass alle drei Bauabschnitte am Baben-Grauwisch eine Größe von ungefähr 20 Hektar haben. Davon werde allerdings nur etwas mehr als die Hälfte (10,4 Hektar) bebaut. Der Rest soll für Ausgleichsflächen, Grünflächen, Spielplätze und Regenwasserrückhaltebecken genutzt werden, so Bahr.

Das neue Baugebiet liegt an einer Endmoräne, die aus der Eiszeit stammt und besteht aus Kies- und Tonschichten. Bürgermeister Heiko Müller machte auf Anfrage der HP deutlich, dass es auch im Priwallweg keine Wechselvermietung – sprich Vermietung von Ferienwohnungen – geben werde, das sehe der Bebauungsplan nicht vor.

Gäste aus Neubaugebiet verbannt

Die beginnende Erschließung des Neubaugebietes am Priwallweg hat die alte Diskussion um die Vermietung von Ferienwohnungen in den Heiligenhafener Neubaugebieten wieder neu entfacht. Wie Bürgermeister Heiko Müller betonte, sieht der Bebauungsplan auch in diesem Neubaugebiet eine Wechselvermietung nicht vor. Erst vor Kurzem hatten Bauherren im Neubaugebiet „Op Stolp“ diese schmerzhafte Erfahrung machen müssen (wir berichteten).

Für Bürgermeister Heiko Müller, hier mit dem Bauausschussvorsitzenden „Jonny“ Grönwald (BfH) und Bauamtsleiter Jürgen Bahr (von links), wird es auch im neuen Baugebiet „Priwallweg“ keine Vermietung von Ferienwohnungen geben.

Viele der Bauherren hatten mit dem „Zubrot“ aus der Vermietung an Feriengäste gerechnet und diese Einnahmen in ihre Kalkulation einbezogen. Für sie ist es unverständlich, dass in den Neubaugebieten keine Ferienunterkünfte vermietet werden können. Auf der einen Seite hat der Tourismus-Service gerade jetzt eine „Bettenbörse“ eingerichtet um der steigenden Nachfrage nach Uralubsquartieren in der Hauptreisezeit nachkommen zu können. Mit Ferienwohnungen in den Neubaugebieten könnte diese Lücke geschlossen werden.

Wie Heiko Müller gegenüber der HP betonte, habe er im Hauptausschuss zweimal das Thema eingebracht. Müller wies auch darauf hin, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Karschnick einen weiteren Versuch im Hauptausschuss unternommen habe, doch alle Gespräche waren nicht von Erfolg gekrönt. So beschäftigte sich die Stadtvertretung auf einstimmige Empfehlung des Hauptausschusses nicht mit der Änderung der Bebauungspläne, was für die Wechselvermietung Voraussetzung gewesen wäre.

Wie der Bürgermeister aber auch einräumte, sind die Spiel- und Wohnstraßen nicht für zusätzliche Fahrzeuge von Sommergästen ausgelegt. So sei es auch am neuen Priwallweg. Auf der anderen Seite müsse es auch Vertrauensschutz für die Bauherren geben, die darauf gesetzt haben, dass hier keine Vermietung an Sommergäste stattfinde.

Wechselvermietung im Visier der Stadt

Doch nicht jeder hält sich an diese Regelung. Im Preußenweg sieht man oft Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Bundesländern, die gerade Ferien haben. Doch das müssen ja nicht alles Urlauber in Ferienwohnungen sein – Freunde kann man ja in seinem Haus aufnehmen. Bürgermeister Heiko Müller kündigte jedoch an, dass man auch diese Wechselvermietungen in Visier habe.

Der Kreis Ostholstein habe seinen besonderen Fokus auf diese Ferienunterkünfte gerichtet und werde hier tätig werden. Für Bürgermeister Heiko Müller ist die Sache entschieden: Wechselvermietung wird es in den Neubaugebieten am Baben-Grauwisch und Op Stolp nicht geben. Die Vermietung an Festmieter biete jedoch eine Alternative, so Heiko Müller. · ft

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