Kursaal-Abriss frühestens im Herbst 2020 / Seebrücken-Gastronomie auf Eis gelegt

Projekte im Hintergrund

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Investor Hans-Jürgen Bünning wird den in die Jahre gekommenen Kursaal im Ferienpark solange stehen lassen, bis ihm eine Baugenehmigung für das geplante Neubauprojekt vorliegt. In diesem Herbst ist das Gebäude noch einmal Schauplatz für einen Filmdreh.

Heiligenhafen –Von Patrick Rahlf– Die Stadt Heiligenhafen hat sich in den vergangenen fünf Jahren stark gewandelt. Zahlreiche Neubauten sind entstanden, viele weitere sind in der Planung. Wie steht es um einige angeschobene Projekte, um die es in letzter Zeit ruhiger geworden ist? Die HP macht den Faktencheck.

Neubau im Ferienpark

Es war das große Thema im Herbst 2018: Auf dem Gelände der Kurhausgaststättenbetriebe im Ferienpark sollen neue gastronomische Einheiten, eine Bowlingbahn, ein Kino und auch ein zehngeschossiger Gebäudekomplex mit Wohnungen und einer Skybar mit Dachterrasse entstehen. Die Stadtvertretung hatte grundsätzlich grünes Licht für das Bauvorhaben gegeben. „Im Hintergrund arbeiten wir fleißig an der Realisierung. Am Jahresende wird die Gesamtplanung noch einmal im Ausschuss vorgestellt“, sagte Investor Hans-Jürgen Bünning. Auch würden bereits Gespräche mit potenziellen Betreibern der gastronomischen Einheiten laufen. „Erst wenn wir die Baugenehmigung in den Händen halten, wird der Kursaal abgerissen. Ich rechne im Hebst 2020 damit.“

Mercedes-Ansiedlung auf dem neuen Friedhof

Die Firma Klaus + Co aus Flensburg, die mehrere Mercedes-Autohäuser betreibt, hatte Anfang 2015 der evangelischen Kirche ein 23000 Quadratmeter großes Teilstück des neuen Friedhofes am Sundweg abgekauft. Der Aufschrei in Teilen der Bevölkerung war seinerzeit groß, nicht nur weil sich in einer kleinen Ecke des Grundstückes ein anonymes Urnengrab befand. Auch viel Natur sollte den Plänen zum Opfer fallen. Seit 2015 hat sich auf dem neuen Friedhof allerdings nichts getan, und auch in naher Zukunft sind keine neuen Entwicklungen zu erwarten. Auf Nachfrage erhielt die HP keine Antwort von der Firma Klaus + Co.

Seebrücken-Gastronomie

Es war ein Projekt, das seit 2013 lief, nun aber vorläufig auf Eis gelegt wurde: ein Restaurant auf der Heiligenhafener Seebrücke, direkt über der Ostsee. „Die städtebaulichen Herausforderungen und die technischen Anforderungen waren aufgrund der Brückenlänge doch immens“, sagte HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel. Auch hätten ihn die Gosch-Ansiedlung und das Echo aus der Bevölkerung aufhorchen lassen. „Heiligenhafen benötigt wohl bezüglich der gastronomischen Angebote eine gewisse Konsolidierung. Obwohl gutachterlich ein Bedarf an weiteren Gastronomieplätzen nachgewiesen wurde, kann man letztlich nicht an der öffentlichen Stimmung vorbei derartige Projekte realisieren.“

Speicherquartier im Kommunalhafen

Ein Großprojekt, das dem Kommunalhafen ein neues Gesicht geben könnte, ist das geplante Speicherquartier. Direkt am Hafen sollen in speicherähnlichen Bauten zahlreiche Wohnungen entstehen. In einer verglasten Galerie im Erdgeschoss planen die Investoren, die mehr als 35 Millionen Euro investieren wollen, Gewerbeflächen und Gastronomie. Ein erster Entwurf fiel im Herbst 2018 bei den Stadtvertretern durch und fand keine Mehrheit. Monika Rübenkamp (SPD), Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses: „Es hat danach noch lose Gespräche mit den Investoren und der LEV gegeben. Allerdings gibt es noch keinen neuen Stand. Eine erneute Präsentation ist vorläufig nicht vorgesehen.“ Die Perspektive für das Vorhaben ist also erst einmal ungewiss.

Ärztehaus

Ein Projekt, das besonders Bürgermeister Heiko Müller am Herzen liegt, ist ein Ärztehaus für Heiligenhafen. Bei diesem Modell wären die Mediziner bei der Stadt angestellt. „Flexiblere Arbeitszeiten ohne den Druck, alleine eine Praxis führen zu müssen, sprechen für das sogenannte ‚Büsumer Modell‘. Unsere Ärzteschaft ist alt, wir brauchen dringend junge Nachfolger, die leider nicht Schlange stehen“, sagte Müller kürzlich. Da dieser derzeit krankgeschrieben ist, soll Folkert Loose zeitnah einen Termin ausmachen, um die Heiligenhafener Ärzte an einen Tisch zu bringen und nach ihrer Meinung zu befragen.

Feuerwehrhaus

Das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus in der Feldstraße ist nicht mehr zeitgemäß. Die politischen Entscheidungsträger sind sich einig, dass ein Neubau her muss. Dieser soll am Höhenweg entstehen. „Die Vorplanungen sind angeschoben, die Stadt ist bereits Besitzerin des Grundstückes“, sagte Heiligenhafens Bauamtsleiter Roland Pfündl der HP.

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