Heiligenhafens Bürgermeister Heiko Müller für jede Unterstützung dankbar

Ratschlägen müssen Taten folgen

Als am Wochenende wegen auflaufenden Hochwassers weite Teile des Steinwarderstrandes überflutet wurden, machten sich Bürgervorsteher Norbert Suhr und Bürgermeister Heiko Müller bei einer Strandbegehung ein Bild der Lage.

Von Peter FothHEILIGENHAFEN • Bürgermeister, Verwaltung und Wasserbauingenieure freuen sich über jeden ehrlichen Ratschlag und jede Unterstützung bei der Küstensicherung und Strandaufspülung. Heiko Müller machte gegenüber unserer Zeitung deutlich, dass  konkrete Entscheidungen und harte Fakten die Grundlage seien, um endlich handeln zu können.

Heiko Müller stellte angesichts der Hochwasserproblematiken der letzten Tage klar, dass Bürgermeister, Verwaltung und Wasserbauingenieure bereits seit der Realisierung der jetzt bewährten Dünenfußsicherung jedes Jahr Mittel für das grundlegende und für die Fördergelder wichtige Küstenschutzkonzept im Haushalt eingefordert haben.

Seit dem Jahre 2000 seien trotz nachdrücklicher Warnung seitens der Verwaltung stets alle Mittel durch Beschlüsse der Stadtvertretung gestrichen worden.

"Problem ist lange bekannt"

Heiligenhafens Bürgermeister: „Das Problem ist lange bekannt, die mündlichen Zusagen für Fördergelder in Höhe von 90 Prozent lagen bereits 2004, kurz nach meiner Amtsübernahme, bei einer umfassenden Begehung mit den zuständigen Behörden und im Beisein der Initiative „Pro Steinwarder“ vor.

Mit Blick auf die Sandaufspülungen auf Usedom sagte der Bürgermeister, dass man hier schon vor der Sturmnacht des 2. November die „Schularbeiten“ gemacht habe und ein genehmigtes Küstenschutzkonzept in der Schublade hatte. Auch in Heiligenhafen hätte ein Küstenschutzkonzept schon seit zwei Jahren fertig sein können, wenn es eine Mehrheit in der Stadtvertretung gegeben hätte.

Müller weiter: „Wenn wir 2004 die veranschlagten 250000 Euro in ein Küstenschutzkonzept investiert hätten, waren wir heute auf diesem Gebiet schon viel weiter. Genau das, halten uns heute die zuständigen Landesbehörden vor.“

Die Vorbereitungen für eine Sandaufspülung laufen bereits. Das Büro Wald & Kunath ist mit Hochdruck dabei, das „Küstenschutzkonzept“ auszuarbeiten, das Gesamtkonzept ist jedoch aufwendig und gliedert sich in mehrere Teilbereiche, so der Bürgermeister. Hinsichtlich der Strandaufspülungen auf dem Steinwarder liegt seit Freitag eine erste Stellungnahme des Ingenieurbüros dem Bürgermeister vor.

In dieser ersten Stellungnahme machen die Wasserbauer deutlich, dass eine Förderung der Strandaufspülung mit Küstenschutzmitteln definitiv ausgeschlossen sei.

Aus diesem Grund wäre es unschädlich, die Realisierung der Strandaufspülung vor der Vorlage der Konzeptplanung anzugehen, auch wenn die Landesbehörden im übrigen jegliche Gewährung von Küstenschutzmitteln an die Einbettung der jeweiligen Maßnahme in die Konzeptplanung gebunden haben.

Wo soll der Sand herkommen?

Kritisch sei bei einer geplanten Strandaufspülung erfahrungsgemäß die Beschaffung geeigneten Sandes. Material aus einer Unterhaltungsbaggerung der Fahrrinne werde eher zu feinkörnig sein. Auch der Sand am Graswarderkopf dürfte nach Meinung der Wasserbauer noch einen unzureichenden mittleren Durchmes- ser aufweisen. Gute Erfahrungen habe das Büro Wald & Kunath in vergleichbaren Fällen mit einer Zulieferung des Sandes aus geeigneten Lagerstätten mit selbstfahrenden Laderaumsaugbaggern gemacht.

Im Hinblick darauf habe man bereits Kontakt mit einem Unternehmen aufgenommen, welches über die Konzession zur Entnahme von Sand von einer Sandbank südlich der dänischen Insel Lolland verfügt. Als Termin für die Strandaufspülung schlägt das Ingenieurbüro Ende April oder Anfang Mai vor.

Das Deckwerk der Düne habe sich bei dem jüngsten, mit starker Welleneinwirkung verbundenen Hochwasserereignis vom 2. November 2006 als höchst funktionsfähig und wehrhaft erwiesen, heißt es in der ersten Stellungnahme von Wald & Kunath. Deshalb werde es Gegenstand der Konzeptplanung sein, diese Konstruktion auch auf dem ausgesparten Abschnitt auf dem mittleren Steinwarder zur Anwendung kommen zu lassen. Anders als im Westen werde man hier keine kombinierte Strandaufspülung empfehlen, da dieser Bereich im Zuge des natürlichen Küstenlängstransportes ohnehin von der Zugabe auf dem westlichen Steinwarder profitiert.

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