Restaurant-Plattform mit 300 Plätzen geplant / Morgen Abend öffentliche Vorstellung

Gosch zieht es aufs Wasser

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Im Bereich der jetzigen Slipanlage plant Gosch eine Plattform auf Pfählen, die ins Wasser ragt. Insgesamt soll die Plattform eine Abmessung von 42 mal 32 Metern haben.

HEILIGENHAFEN -Von Patrick Rahlf- Die auf Fisch spezialisierte Restaurantkette Gosch will nach Heiligenhafen kommen und hat dafür ein besonderes Grundstück ins Auge gefasst: Das Unternehmen favorisiert als Standort den Bereich der jetzigen Slipanlage am Jachthafen nördlich der Steinwarder-Dammbrücke. Konkret heißt das Folgendes: Gosch plant eine auf Pfählen gegründete Plattform am und auf dem Wasser mit einer Grundfläche von rund 1300 Quadratmetern. Insgesamt 300 Sitzplätze, zur Hälfte jeweils auf den Innen- und Außenbereich verteilt, sollen für Gäste zur Verfügung stehen.

Ob Gosch diese Pläne in die Tat umsetzt, entscheidet am Ende die Stadtvertretung. Eine öffentliche Vorstellung des Projektes ist am morgigen Donnerstag (30. November) um 19 Uhr im Rahmen einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Rathaus-Sitzungssaal geplant. Derzeit ist die Fläche, die Gosch entwickeln möchte, im Besitz der HVB. „Wir haben in Heiligenhafen einen gastronomischen Nachholbedarf, das steht außer Frage. Somit wäre Gosch ganz sicher eine Bereicherung. Außerdem wird der Name zusätzliche Tagesgäste anlocken“, ist Touristikleiter Manfred Wohnrade überzeugt. Neben dem Restaurantbetrieb mit zahlreichen Außensitzplätzen auf dem Wasser möchte Gosch auch einen Kioskverkauf installieren, um auch das schnelle Fischbrötchen auf die Hand verkaufen zu können.

Einheimische Gastronomen sehen Pläne kritisch

Dass mit der Ansiedlung von Gosch eine Lücke im Sinne des „gastronomischen Nachholbedarfs“ geschlossen wird, sehen einheimische Gastronomen am Kommunalhafen nicht. Ganz im Gegenteil: Sie befürchten, dass eine Gosch-Filiale schlimme Folgen haben wird. „Wenn Gosch nach Heiligenhafen kommen will, dann nehmen wir das hin. Aber nicht in der geplanten Dimension. 300 Sitzplätze – das ist doch Wahnsinn. Der Gastronomie am Hafen wird das Wasser abgegraben, wenn die Menschen von der Seebrücke Richtung Innenstadt laufen und von Gosch abgefangen werden“, sagte „Seestern“-Besitzer Alfred Steltner. Andree Ramm, Betreiber des Restaurants „Käppen Plambeck“, erklärte: „Von den Gosch-Plänen sind die Gastronomen am Hafen alle nicht begeistert. Der bekannte Name wird die Massen anziehen, und wir wären die Leidtragenden.“ Ähnlich sieht es Christin Würrer vom „Nordpol“: „Wenn Gosch in dieser Lage 300 Plätze vorhält, dann hat das negative Auswirkungen auf unser Geschäft.“ 

Küstenfischer erwarten möglichen Verdrängungseffekt

Auch die Küstenfischer Nord eG, die den „Treffpunkt Fischhalle“ betreibt, meldete sich auf HP-Anfrage durch ihren Aufsichtsrat zu Wort: „Die Küstenfischer Nord eG hat in den vergangenen Jahren massiv Mittel investiert, um das Überleben der hiesigen Fischerei zu sichern und dem Unternehmen eine dauerhafte Existenz zu gewährleisten. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Attraktivität Heiligenhafens mit spürbar steigenden Gästezahlen sind zusätzliche gastronomische Angebote grundsätzlich zu befürworten. Als Fischereigenossenschaft und Betreiber gastronomischer Einrichtungen am Hafen sehen wir das Engagement der Firmengruppe Gosch in diesem Bereich eher kritisch. Tragen doch das ähnlich aufgebaute Angebot und Verkaufskonzept mit Fisch hier nicht zur Steigerung der Vielfalt bei, sondern bewirken einen möglichen Verdrängungsprozess, der sowohl alteingesessene Fischrestaurants gefährden wird als auch uns in fischereilichen Tätigkeiten berühren wird.“

Während Gosch das gastronomische Angebot beispielsweise in der Gemeinde Scharbeutz durchaus ergänzen würde, habe man in anderen Gemeinden die Etablierung eines Gosch-Restaurants von Seiten der Kommunalpolitik zum Schutz der örtlichen Fischerei und Gastronomie bereits abgelehnt, so der Aufsichtsrat der Küstenfischer abschließend. 

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