Mehrheit der Kommunalpolitik steht hinter der Initiative „Pro Schwimmbad“

„Riesiger Gewinn“ für Heiligenhafen

Vertreter von SPD, BfH, FDP und CDU machen sich für das Steinwarder-Schwimmbad stark: Monika Rübenkamp (v.l.), Karl-Heinz Grell, Rainer Henke (alle SPD), Gottfried Grönwald (BfH), Helmut Gideon (FDP) und Philip Knorr (CDU)
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Vertreter von SPD, BfH, FDP und CDU machen sich für das Steinwarder-Schwimmbad stark: Monika Rübenkamp (v.l.), Karl-Heinz Grell, Rainer Henke (alle SPD), Gottfried Grönwald (BfH), Helmut Gideon (FDP) und Philip Knorr (CDU)

Heiligenhafen –ra– In den vergangenen Tagen hat sich das „Bündnis Steinwarder“, das einen Bürgerentscheid hinsichtlich der Hotel- und Schwimmbadpläne anstrebt, klar positioniert. Doch nun gibt es eine Gegenbewegung: die Initiative „Pro Schwimmbad“ mit Michael Jesse als Sprecher. Diese hat ein Informationsblatt veröffentlicht, das von der Mehrheit der Heiligenhafener Kommunalpolitik volle Unterstützung erfährt.

  • 70 Prozent Landesförderung für Vorhaben nur auf der Fläche auf dem Steinwarder
  • Bereits Planungskosten von 800000 Euro durch die Stadt ausgegeben
  • Gespräche über Aktiv-Hus-Nachnutzung laufen

„Wichtig ist, dass auch die Argumente der Befürworter gehört werden, auch wenn wir vielleicht nicht so laut sind wie die Kritiker in den sozialen Medien“, sagte Helmut Gideon (FDP), der ein Schwimmbad mit sechs 25 Meter langen Bahnen als „riesigen Gewinn“ für die Stadt bezeichnet. „Fakt ist aber auch, dass nur die Potenzialfläche auf dem Steinwarder für eine 70-prozentige Landesförderung infrage kommt. An einer anderen Stelle wird es niemals ein Schwimmbad geben“, so Gideon, der offen einräumte, dass ein weiteres Hotel mit rund 150 Zimmern „Mittel zum Zweck“ sei. Schließlich werde es mit einem Drittel an den jährlichen Betriebskosten (insgesamt rund 1,5 Millionen Euro) beteiligt. Das letzte große Schwimmbad in der Region musste vor vielen Jahren schließen, weil die Stadt Oldenburg die Unterhaltungskosten nicht mehr alleine stemmen konnte, so Gideon. „Deshalb holen wir uns einen starken Partner mit ins Boot.“

Schwimmbad wird für Ausbildungszwecke geeignet sein

Auch Monika Rübenkamp (SPD) stellte noch einmal den „großen Nutzen für die einheimische Bevölkerung“ heraus. „Sowohl der DLRG-Landesverband als auch der Kinderschutzbund sind begeistert von einem öffentlichen Schwimmbad, das sogar über Sprungtürme verfügen wird und damit für Ausbildungszwecke geeignet ist. Auch Schulklassen werden sich freuen.“ Warum es nun die Forderung nach einem Bürgerentscheid gebe, sei ihr noch immer schleierhaft. „Seit mehr als einem Jahr hat sich die Politik mehrheitlich klar positioniert. Es sind bereits enorme Kosten entstanden“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende. Gideon sprach von Planungskosten in Höhe von 800000 Euro, während der Hotelinvestor zusätzliche 400000 Euro ausgegeben hätte. „Da würde es ganz sicher zu Regressforderungen kommen“, ist der HVB-Aufsichtsratsvorsitzende überzeugt. Nicht zuletzt hätten sich 62 Prozent der Bürger im Jahr 2018 bei der Umfrage des Heiligenhafener Tourismus-Service für ein Schwimmbad auf dem Steinwarder ausgesprochen.

Sehr positive Signale für eine Förderung

Zwar gebe es noch keine verbindliche Zusage vom Land für die 70-prozentige Förderung des rund 15 Millionen Euro teuren Bades, „aber dennoch haben wir sehr positive Signale bekommen“, sagte Rübenkamp. „Das betrifft aber immer nur das Paket Schwimmbad plus Hotel.“

"Unser größtes Standbein ist der Tourismus"

Philip Knorr (CDU) hält es unterdessen für wichtig, den Tourismusstandort Heiligenhafen weiter zu stärken. „Wir haben keine Industrie wie Oldenburg, unser größtes Standbein ist der Tourismus. Hier sollten wir uns mit einem Familienhotel noch breiter aufstellen, und auch ein Schwimmbad wäre ein echtes Pfund im Wettbewerb mit anderen touristisch geprägten Orten.“ Zudem hätte Heiligenhafen bei Schlechtwetter-Angeboten noch Nachholbedarf.

"Der Mehrwert ist klar erkennbar"

Auch Gottfried Grönwalds BfH-Fraktion steht geschlossen hinter dem Stadtvertreterbeschluss und verspricht sich von der Bebauung der Potenzialfläche einen erheblichen Mehrwert. „Das sind Projekte, die Heiligenhafen noch mal auf ein ganz anderes Level bringen würden. Der Mehrwert ist klar erkennbar.“

Schlüssiges Verkehrskonzept unabdingbar

Dass Heiligenhafen dringend ein Verkehrskonzept brauche, liege auf der Hand, dennoch hätte ein Fachbüro bereits klargestellt, dass die Steinwarder-Straße ohne Weiteres ein noch höheres Verkehrsaufkommen verkrafte, so Helmut Gideon. „Gespräche für die Aktiv-Hus-Nachnutzung laufen ebenfalls. Hier muss es ein schlüssiges Konzept geben“, erklärte Rübenkamp.

Bürgerentscheid gleich Planungsstopp

Doch es gibt ein Szenario, das den Schwimmbad-Befürwortern Bauchschmerzen bereitet. „Sollte das Bürgerbegehren erfolgreich sein und es zu einem Bürgerentscheid kommen, gibt es einen Planungsstopp. Stellt sich beim Bürgerentscheid heraus, dass die Mehrheit ein Schwimmbad möchte, könnte es zu spät sein“, so Helmut Gideon. Denn bis Juni 2021 muss der Bebauungsplan fertig sein. Entlang von Nord- und Ostsee muss künftig auch innerorts ein Küstenschutzstreifen von 150 Metern von jeder Bebauung freigehalten werden. Gideon: „Nicht auszumalen, wenn es daran scheitern sollte.“

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