Heiligenhafen-Liebhaber Burghard Pieske von Abenteuer-Törn zurück / Rettung der Insel Pagan sein Ziel

„Robinson würde hier im Luxus leben“

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Hier würde sich auch Robinson Crusoe wohlfühlen. Auf der Insel Pagan lernte Burghard Pieske von Ron die Bedeutung von Muscheln kennen.

HEILIGENHAFEN -Peter Foth- Wer kennt ihn nicht in Heiligenhafen? Burghard Pieske, der Weltumsegler, Buchautor, Filmemacher und Abenteurer aus Lübeck mit großem Herz für die Warderstadt. Im kommunalen Yachthafen liegt seine legendäre „Barrakuda 2“, mit der er Mitglied im Heiligenhafener Yachtclub ist und mit der er schon zu einer Weltumseglung aufgebrochen war.

2015 testete Pieske mit seinem polynesischen Freund Nash vor Heiligenhafen das Auslegerboot „Ana-Varu“, mit dem er später 1500 Seemeilen mitten durch den Pazifik segelte (wir berichteten). Jetzt meldete sich Burghard Pieske nach einem neuen Abenteuer auf See bei der HP zurück. „Ich habe mich in die Insel Pagan verliebt und habe es mir zum Ziel gemacht, dieses Kleinod im Pazifik vor den Plänen der USA, hier einen Truppenübungsplatz einzurichten, zu retten“, sagt Pieske und erklärt: „Ich habe mich in diese Insel verliebt, weil sie so vielfältig ist.“

Steile Klippen, sanfte Hänge, bizarre Lava-Landschaften, üppige Vegetation – das ist das Bild, das sich Pieske auf der Insel Pagan bot. „Robinson Crusoe würde hier im Luxus leben.“ Früchte wie Mangos kann man hier direkt vom Baum essen, und auch Rinder, Hühner und andere Tiere leben auf Pagan. Es sind die Nachfahren der beim Vulkanausbruch 1981 nicht von der Lava getöteten Tiere. „Es ist schon verrückt: Man ist auf einer unbewohnten Insel und wird morgens von Hahn-Geschrei geweckt“, erzählt der Weltenbummler kopfschüttelnd. Und die Natur holt sich alles zurück. Sie überwuchert liegengebliebene Flugzeuge und andere Hinterlassenschaften aus früheren Zeiten.

Doch auch dieses schöne Eiland ist bedroht von Plastikmüll, der sich in den engen Buchten am Strand sammelt. Pagan gehört geographisch zur Inselgruppe der Marianen und politisch zum Commonwealth der Nördlichen Marianen, einem Außengebiet der Vereinigten Staaten. Die Insel ist seit einem Vulkanausbruch 1981 weitgehend unbewohnt.

Allerdings nur fast. Auf der Insel traf Pieske zwei junge Männer, die von der Regierung eingesetzt sind und demonstrieren: „Die Insel ist bewohnt.“ Nach einem halben Jahr werden die Ranger von Kollegen abgelöst. Die Regierung auf Saipan, der Hauptinsel der Nördlichen Marianen, positioniert sich klar gegen die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes und mögliche Test-Bombardierungen auf Pagan. Dazu kommt, dass viele Familien, die 1981 in Folge des großen Vulkanausbruchs umgesiedelt wurden, gerne zurück auf ihre Insel wollen, berichtet der Weltenbummler. Pieske weiß, dass er nur einen kleinen Beitrag zur Rettung Pagans leisten kann. Aber er tut, was er kann: Er hält Vorträge an der Universität von Guam, an der viele US-Amerikaner studieren, und schreibt Zeitungsartikel, die über seine Expedition erscheinen. Damit wird das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Pieske arbeitet derzeit am Schnitt eines Filmes und an einem Vortrag über Pagan, den er erstmalig auch in Heiligenhafen zeigen will. Sein Fazit: „Ein Wahnsinn, dass man erwägt, diese Insel zu bombardieren.“

Wenn der Abenteurer segelt, sind stets auch Einheimische, genannt Chamorro, mit an Bord. Pieskes ursprüngliche Mission war es, die Kultur der traditionellen Seefahrt, besonders die Stern-Navigation, wieder zu beleben. Vor zwei Jahren begleitete ihn schon der Polynesier Nash auf einer irren Sturmfahrt von Taiwan nach Guam. Ein anderes Mal war der Chamorro Ron dabei, der mit seiner Familie ein Museumsdorf betreibt. 400 Seemeilen, viereinhalb Tage, brauchten Pieske und Ron mit der „Ana-Varu“ von Guam nach Pagan. Pieske lernte von Ron die Bedeutung einzelner Muscheln kennen und erfuhr eine Menge über die einheimische Kultur.

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