Der Gildevogel fiel um 19.33 Uhr

Jan Rohde ist der neue Gildekönig

Nach dem gelungenen Königsschuss feiern die Gildebrüder ihren neuen König Jan Rohde (oben). Die Familie ist zurzeit mit drei Generationen aktiv (unten).

Von Peter FothHEILIGENHAFEN • Die Gildebrüder feierten am Freitagabend Jan Rohde als neuen König der Großen Bürgergilde.

Nach einem spannenden Zweikampf um den Königsschuss zwischen den Gildebrüdern Jan Rohde und Ernst-Hermann Rohlfs konnte Jan Rohde um 19.33 Uhr den entscheidenden Trffer landen und den Rest des Gildevogels von der Stange holen. Von Gratulationen überschüttet, wurde der neue König von starken Männerhänden hochgehoben und umjubelt.

Gefasst zeigte sich Ehefrau Monika Rohde, die ihrem Mann in die Arme fiel. „Ich habe damit gerechnet“, sagte die neue Königin, denn schon am Freitagmorgen hatte Jan Rohde zu seiner Frau gesagt: „Heute gehe ich aufs Ganze, ich will König werden.“

Auch Gildebruder Ernst-Hermann Rohlfs war in diesem Jahr mit dem festen Willen angetreten, den Königs- schuss zu landen. Diesen Wunsch muss Gildebrüder Rohlfs jetzt auf das nächste Jahr verschieben. Dass der Königsschuss in diesem Jahr verhältnismäßig früh fiel, ist auch Gildebruder Heiner Wilcken zu verdanken, der tapfer bis kurz vor Ende mitgeschossen hatte, um den Vogelrumpf „weichzuklopfen“. Vor der angetretenen Gilde überreichten die Ältermänner Dieter Ey-bächer und Ulrich Kunz Jan Rohde die Königskette. Vorjahreskönig Rainer Gollnow wurde die kleine Königskette, die der alte König noch für ein Jahr tragen darf, überreicht. Beide Könige schritten dann die Front der angetretenen Gildebrüder ab.

Beim Empfang des neuen Königs im „Gill-Hus“ ergriff Vater Ernst-August Rohde das Wort und sagte: „Ich freue mich, mein Sohn, dass Du heute Gildekönig geworden bist. Genau vor 30 Jahren hatte ich an dieser Stelle die Ehre, Gildekönig zu sein.“

In der Familie Rohde hat die Gildetradition einen hohen Stellenwert. Mit den Worten: „Du setzt die Gildetradition in unserer Familie fort“, ging Gildebruder Ernst-August Rohde auf das Grußwort des Kreispräsidenten Richard Henneberg ein, der auf dem Gilde-Kommers am Vormittag die Tradition der Großen Bürgergilde in den Mittelpunkt seiner Worte gestellt hatte.

Der neue König Jan Rohde kann mit der Unterstützung seines Vaters rechnen, der sagte: „Zuerst habe ich gedacht: ,Wie soll es weitergehen? Geschäft, Stadtvertreter und nun auch Gildekönig.’ Vor 30 Jahren habe ich auch so gedacht, aber feststellen müssen, dass das gar nicht so schlimm ist. Wenn es im Geschäft zu Engpässen kommt, dann bin ich auch noch da!“

Auch seiner Schwiegertochter Monika sprach Ernst-August Mut zu, indem er sagte: „Ich weiß, dass Dein Herz jetzt klopft, doch morgen beim Königsball, wenn Du die Krone aufhast, gibt sich das alles. Als Gildekönigin bist Du jetzt eine richtige Heiligenhafenerin geworden.“ Ernst-August Rohde wünschte den neuen Majestäten ein schönes Königsjahr und beendete seine Laudatio mit den Worten, die sein Sohn Jan als 17-jähriger Junge vor dreißig Jahren zum König Ernst-August Rohde gesagt hatte: „Endlich wieder mal was los im Haus!“ Darüber wird sich auch Sohn Se-bastian freuen, der mit 13 Jahren miterleben kann, wie sein Vater die Gilde repräsentiert. Im schwarzen Gildeanzug marschiert Sebastian Rohde heute schon in der Gildekapelle mit und zeigt so, dass auch in der dritten Generation die Gildetradition in der Familie Rohde lebt.

Schießnummer 166 brachte Glück

Beim Schießnummerngrabbeln hatte Jan Rohde die Nummer 166 gezogen. „Na ja, vielleicht reicht es ja für einen großen Span, der mir einen ,Ernst-Horn-Becher’ oder Ähnliches einbringt“, waren die ersten Worte des späteren Königs Jan Rohde im „Gill-Hus“. Doch nun ist der erwartete Span ein bisschen größer ausgefallen und hat ihm sogar die Königswürde eingebracht, über die sich die neue Majes-tät sehr freute. Seinem Mitbewerber Gildebruder Ernst-Hermann Rohlfs sprach der neue König Mut zu und versicherte: „Beim nächsten Mal wird es bestimmt klappen.“

„Es ist schon ein sonderbares Gefühl. Man schießt und da liegt der Rest des Vogels am Boden. Das Herz bebt und es ist beeindruckend, wie sich alle Gildebrüder mit dir freuen“, sagte der neue König.

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