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Betreiberwechsel zu Neujahr: Viel Kreativität bei Suche nach Busfahrern nötig

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Von: Hans-Jörg Meckes

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Die Busse des Reisedienstes Kähler aus Lütjenburg sind im ÖPNV im Linienbündel Ostholstein-Nord Partner der Autokraft. Ab dem 1. Januar sollen sie die Fahrgäste als Partner der Rohde Verkehrsbetriebe weiter befördern.
Die Busse des Reisedienstes Kähler aus Lütjenburg sind im ÖPNV im Linienbündel Ostholstein-Nord Partner der Autokraft. Ab dem 1. Januar sollen sie die Fahrgäste als Partner der Rohde Verkehrsbetriebe weiter befördern. © Hans-Jörg Meckes

Zum ersten Januar soll der Betreiberwechsel im Linienbündel Nord des Kreises Ostholstein im ÖPNV von der Autokraft auf die Rohde Verkehrsbetriebe GmbH erfolgen. Das teilten auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Natur, Umwelt, Bau und Verkehr in Eutin die beiden Vertreter Marcel Salzburg und Stephan Malenica der Rohde Verkehrsbetriebe mit.

Ostholstein – Ursprünglich sollte der Betreiberwechsel schon Mitte Dezember vonstattengehen, aber im Juli wurde bekannt, dass dieser wegen Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer verschoben werden muss. Salzburg und Malenica machten deutlich, dass die Übernahme durch die Rohde Verkehrsbetriebe GmbH nun definitiv zum 1. Januar 2023 erfolgen werde.

Größte Herausforderung: Fachkräftemangel

Die größte Herausforderung stelle dabei momentan der Fachkräftemangel dar, so Salzburg, der betonte: „Wir werden 60 Kolleginnen und Kollegen für den Fahrdienst benötigen inklusive einer Personalreserve. Das ist dann die Summe aus Eigen- und Partnerleistung. Von diesen 60, bezogen auf das, was die Rohde selber auch erbringen wird, sind 38 Kolleginnen und Kollegen vertraglich gesichert.“ Es gehe darum, die Kolleginnen und Kollegen langfristig zu sichern. Dabei sei aber nicht auszuschließen, dass der eine oder andere noch abspringen könnte, merkte Salzburg an. Deshalb versuche das Unternehmen, noch mehr zu rekrutieren, als es zu Beginn des Vertrages benötigen werde. Die Lücke zwischen den 60 und 38 Fahrern soll durch Partnerunternehmen geschlossen werden. Einige Arbeitskräfte werden aus dem Betriebsübergang kommen. „Wir bilden auch in Kooperation mit der Arbeitsagentur Fahrpersonal aus“, erklärte Salzburg. Auch rekrutiere Rohde Personal aus dem Ausland und miete Dienstwohnungen für dieses an. Kollege Stephan Malenica ergänzte: „Die Leute, die wir benötigen, sind in Summe nicht da. Deshalb müssen wir tatsächlich im Ausland rekrutieren.“ 

Die Verkehrsbetriebe seien momentan in keiner leichten Situation. Sie würden sich nicht nur gegenseitig die Leute wegnehmen, sondern das Personal auch an andere Unternehmen im Handel verlieren, weil für die dortigen Tätigkeiten oftmals keine Ausbildung benötigt werde und die Arbeitszeiten definitiv besser seien, so Malenica.

40 Fahrzeuge im Linienverkehr

„Klar ist, Rohde will den Mittelstand auch hier weiter stärken“, erklärte Salzburg weiter. Bei der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerunternehmen seien konkrete Gespräche mit den Unternehmen Benthien, Kähler, Möller, Witt und der Ratekauer Verkehrsgesellschaft geführt worden. Insgesamt werden 40 Fahrzeuge im Linienverkehr eingesetzt. Davon wird Rohde 20 Fahrzeuge selber fahren, und 15 werden durch den Partner Umbrella Citylines gefahren. „Die restlichen Fahrzeuge werden durch die Partner Benthien, Kähler, Möller und der Ratekauer Verkehrsgesellschaft erbracht“, so Salzburg. Für den ALFA-Verkehr befinde sich Rohde in Vertragsgesprächen mit dem Taxibetrieb Mario Kähler aus Oldenburg.

Es sollen 32 Solo-Fahrzeuge sowie acht Gelenkbusse zum Einsatz kommen. 21 davon sollen Neufahrzeuge sein und seien als Hybridfahrzeuge vorgesehen, führte Salzburg weiter aus. Allerdings würden die Neufahrzeuge aufgrund der weltweiten Lieferengpässe voraussichtlich erst im Spätsommer 2023 geliefert. Deshalb sei mit dem Kreis bis Oktober 2023 ein Übergangskonzept abgestimmt worden. Die dafür benötigten Fahrzeuge seien bereits im Besitz von Rohde und seinen Partnern. 

Wie Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) im jüngsten Hauptausschuss sagte, werden ab Januar die Busse im Stadtgebiet im Stundentakt fahren. „Das Angebot soll sich verbessern. Das werte ich grundsätzlich als positiv.“ 

Was wird aus dem Standort Heiligenhafen?

Rohde plant zwei eigene Betriebsstandorte in Oldenburg und in Burg. Der Standort in Oldenburg bietet eine Abstellfläche für 25 Fahrzeuge sowie ein Büro für die Betriebsleitung. Auch Sozialräume und Sanitäranlagen für Beschäftigte im Fahrdienst sind vorhanden. Der Standort in Burg bietet eine Abstellfläche für zehn Fahrzeuge und verfügt ebenfalls über Sozialräume und Sanitäranlagen für die Busfahrer. Doch was wird aus dem bisherigen Autokraft-Standort in Heiligenhafen? Wie eine Bahnsprecherin mitteilte, bleibt der Standort in der Heiligenhafener Hafenstraße weiterhin bei der Autokraft und wird zum Beispiel für die X85-Busse (Schienenersatzverkehr) genutzt.

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