Roland Pfündl hofft auf einen Sanierungsbeginn der Rathausfassade in zwei Monaten

„Wird eine längere Geschichte“

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Bauamtsleiter Roland Pfündl auf dem Balkon des Rathauses. Für die sogenannten Zierelemente, wie Pfündl eines in der Hand hält, könnte es für die Sanierungsmaßnahmen Fördergelder geben.

Heiligenhafen -Von Mareike Falz- Die Heiligenhafener Einwohner und Gäste müssen sich wohl noch eine ganze Weile mit dem Anblick des „verschleierten“ Rathauses abfinden. Besonders Brautpaare dürften sich über das Gerüst vor dem sonst als Fotomotiv so beliebten historischen Rathauses ärgern – aber die Sicherheit geht vor. „Wir müssen unserer Verkehrssicherheitspflicht nachkommen“, erklärte Bauamtsleiter Roland Pfündl im Gespräch mit der HP. Weil durch die Fassade des Rathauses unmittelbare Gefahr bestehe, diene das Gerüst derzeit ausschließlich als reine Schutzmaßnahme und nicht als Baugerüst.

Bevor die eigentliche Fassadensanierung beginnen kann, braucht die Stadt allerdings erst noch „grünes Licht“ von der Denkmalschutzbehörde. Weil das Rathausgebäude unter Denkmalschutz steht, gibt es hierbei besondere Herausforderungen, die zu beachten sind. In einem Gespräch mit Anke Steputat von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Ostholstein wurde deutlich, dass die Sanierung in zwei Bereiche zu unterteilen ist. Zum einen ist das der „einfache“ Bereich, in dem es darum geht, herkömmliche Steine und Fugen zu erneuern. Die Aufgabe sei eher unkritisch, berichtete Pfündl, der weiter erklärte, dass hier lediglich die Vorgabe gelte, dass es so aussehen müsse, wie es vorher ausgesehen habe. Hier gebe es keine bestimmten Vorgaben, solange die Optik zu der vorherigen passe. „Für diese klassischen Sanierungsmaßnahmen gibt es auch keine Unterstützungen durch Förderungen“, so der Heiligenhafener Bauamtsleiter.

Anders ist es jedoch bei Zierelementen. „Besondere Formsteine oder alles, was zum Beispiel mit Verschnörkelungen versehen ist, sind sogenannte Zierelemente. Die werden zwar grundsätzlich auch so behandelt, dass sie nach der Sanierung genau so aussehen müssen wie vorher, sind aber in der Herstellung sehr viel teurer“, so Pfündl.

Hier gebe es jedoch die Möglichkeit, dass die Sanierung der Zierelemente an denkmalgeschützten Gebäuden, da der Aufwand ein größerer ist, gefördert werde. Um eine solche Förderung zu bekommen, muss jetzt das Landesamt für Denkmalpflege kontaktiert werden. Vorher muss die Stadt ein Leistungsverzeichnis mit den erforderlichen Maßnahmen aufstellen, das wiederum von der Unteren Denkmalschutzbehörde genehmigt werden muss. Das Leistungsverzeichnis ist dann später für die Ausschreibung der Baumaßnahmen erforderlich. Pfündl: „Wir hoffen, in zwei Monaten mit den Sanierungsmaßnahmen beginnen zu können und dass wir die Maßnahme so schnell wie möglich über die Bühne kriegen. Dennoch wird das wohl eine längere Geschichte“, sagte der Bauamtschef auf die Frage, wie lange die Sanierung voraussichtlich dauern werde.

as hängt unter anderem auch von der Ausschreibung ab. Firmen, die die Sanierung oder das Erneuern solcher Zierelemente vornehmen, gäbe es nicht viele. Daher könne derzeit auch noch nichts über die Kosten gesagt werden. Zuletzt wurde die Rathausfassade vor rund zehn Jahren ausgebessert. Die letzte große Fassadensanierung des 1882 errichteten Gebäudes ist dagegen fast drei Jahrzehnte her.

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