Fischereiministerin im Gespräch mit Fischereiverbänden / Nach „Durststrecke“ Aufschwung zu erwarten

Rumpf: GFP birgt Gefahren und Chancen für regionale Fischerei

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Fischereiministerin Dr. Juliane Rumpf, der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Lorenz Marckwardt und der Geschäftsführer der Küstenfischer Nord eG Ulrich Elsner (von links) sprachen die Probleme der hiesigen Fischer an.

HEILIGENHAFEN · Einen „frostigen“ Empfang bereitete die Warderstadt Fischereiministerin Dr. Juliane Rumpf (CDU). Der winterlichen Witterung am Kommunalhafen zum Trotz zeigten sich die anwesenden Vertreter der schleswig-holsteinischen Fischereiverbände erfreut, Dr. Juliane Rumpf vor ihrer Reise nach Brüssel zu treffen, wo die Ministerin an einem interparlamentarischen Ausschusstreffen des Europäischen Parlaments teilnehmen wird. Denn dort geht es, vereinfacht zusammengefasst, um die Zukunft der Binnenfischerei.

„Es wird zu viel über- und zu wenig miteinander geredet“, stellte die Fischereiministerin bedauernd fest. Gemeint ist die anstehende Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), die 2014 in Kraft treten soll und deren Richtlinien in Brüssel diskutiert werden sollen. Rumpf befasste sich bei ihrem Heiligenhafen-Besuch mit dem Standpunkt der hiesigen Fischer, um deren Anliegen vor dem Parlament vorzutragen. So bereite ihr etwa Sorgen, dass nach der neuen Regelung die kleinen Familienbetriebe denselben Richtlinien unterworfen werden sollen, die auch für die in ganz anderen Dimensionen stattfindende Hochseefischerei gelten.

Auf der anderen Seite versuchte Rumpf, den Vertretern der Fischereiverbände einige ihrer Sorgen im Vorfeld zu nehmen, denn die Reform werde auch positive Auswirkungen für sie haben: Die durch die GFP angestrebte Nachhaltigkeit der Fischerei werde auch kleinen Fischern zugute kommen, da langfristig bessere Erträge zu erwarten seien. Zudem warf die Ministerin einen optimistischen Blick in eine Zukunft, in der der weltweite Bedarf an Fisch durch die Entwicklung von Schwellenländern wie Indien und China steigen werde. Dies werde letztendlich auch die Erzeugerpreise steigen lassen, erläuterte Rumpf die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Somit könnten auch die hiesigen Fischer nach einer „Durststrecke“ einen merklichen Aufschwung ihrer Branche erwarten.

Alle Bedenken der Fischereiverbände gegenüber der GFP wurden durch den Besuch Rumpfs sicherlich nicht aus der Welt geschafft – dazu sind die Erinnerungen an vergangene Reformen zu negativ. Doch die differenzierte Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Änderungen dürfte die angespannte Stimmung auf Seiten der kleinen Fischereibetriebe etwas verbessert haben, da sie zumindest Hoffnung haben können, dass ihre Sorgen und Probleme auf EU-Ebene nicht gänzlich ungehört bleiben. · wob

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