Hausverwaltung lässt neues Duschbad ohne Erlaubnis der Eigentümer zurückbauen

Sanierungs-Ärger im Ferienpark

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Auf dem linken Bild ist das sanierte Badezimmer zu sehen. Dieses hat die Verwaltung zurückbauen lassen (rechtes Bild).

HEILIGENHAFEN -ra- Der Ferienpark in Heiligenhafen wird seit einigen Jahren umfangreich saniert, und auch viele Eigentümer der insgesamt 1694 Wohnungen investieren kräftig, um ihre Immobilien zu modernisieren. So auch die Inhaber Sina Riemer und Nikolai Kohne, die eine Wohnung im Ferienpark besitzen und diese nach ihren Vorstellungen saniert und umgebaut haben. Unter anderem wurde für rund 15000 Euro ein neues Badezimmer eingebaut, an dem sie aber nicht lange Freude hatten. Das aufwändig installierte Duschbad wurde auf Anordnung der Hausverwaltung ohne Einverständnis der Besitzer zurückgebaut. Die betroffenen Eigentümer erfuhren erst davon, als alles zerstört war.

Dazu gibt es nach Angabe von Jan Riemer, Bruder der Besitzerin, natürlich eine Vorgeschichte. Im Zuge der umfangreichen Modernisierungsarbeiten kam es zu ersten Auseinandersetzungen mit der Hausverwaltung, der Krase Ostsee-Ferienparkverwaltung GmbH. Mit Schreiben vom 24. Oktober vergangenen Jahres erklärte die Hausverwaltung gegenüber den Wohnungsbesitzern, dass sie ihre Wohnung unrechtmäßig vergrößert hätten, indem die Duschtasse im neuen Badezimmer circa 20 Zentimeter in den Versorgungsschacht, der sich im Gemeinschaftseigentum befindet, hereingebaut worden sei. Durch die Verkleinerung des Versorgungsschachtes sei es deshalb nicht möglich gewesen, die Schachtsanierung im Haus F Strang 5 durchzuführen. Die Besitzer wurden im selben Schreiben aufgefordert, die Dusche innerhalb von drei Tagen zurückzubauen. „Ich bin dann umgehend nach Heiligenhafen gefahren und habe mir die Sache angeschaut. Ich habe dann ein bisschen von dem Beton weggestemmt und schon passten die Rohre ohne Probleme. Dies bestätigten mir dann auch die Bauarbeiter und machten mit ihrer Arbeit weiter“, berichtete Jan Riemer.

Doch es gab erneut Post von der Hausverwaltung. Die Aufforderung, die Dusche zurückzubauen, blieb bestehen, „weil die Arbeiten im ganzen Haus durch unsere Wohnung aufgehalten werden“, berichtete Jan Riemer, der daraufhin den Weg zum Anwalt ging. Die Kommunikation mit der Verwaltung sei in den Folgewochen sehr schleppend verlaufen, so Riemer, ehe Mitte Januar dem beauftragten Anwalt mitgeteilt worden sei, dass das Badezimmer abgerissen wurde – und das ohne Genehmigung. „Es kann doch nicht sein, dass diese Leute ohne unser Einverständnis in die Wohnung gehen und das Badezimmer abreißen. Wenn wir der Aufforderung, das Badezimmer zurückzubauen, nicht nachkommen, dann muss die Hausverwaltung den Weg über das Gericht gehen. Die gewählte Maßnahme halte ich für absolut rechtswidrig“, sagte Jan Riemer gegenüber der HP. Zwar will die Hausverwaltung das Badezimmer später wieder herrichten, „aber nicht nach unseren Vorstellungen und sicher nicht zu dem Preis, den wir bezahlt haben“. Der Anwalt der Familie ist weiterhin am Ball.

Von der Krase Hausverwaltung gab es keine Stellungnahme zu dem Vorfall. „Wir dürfen dazu nichts sagen“, erklärte Karl Brüning, Büroleiter in Heiligenhafen, auf HP-Nachfrage. Ein zunächst in Aussicht gestellter Gesprächstermin konnte von der Firma Krase nicht realisiert werden.

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