WSA: Gefahr für die Schifffahrt / Ortmühler Bucht nach über 18 Jahren wrackfrei

Schiffswrack wird geborgen

Die Bergungsarbeiten in der Ortmühler Bucht zogen zahlreiche Schaulustige an, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten.

Die Bergungsarbeiten in der Ortmühler Bucht zogen zahlreiche Schaulustige an, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten.

Von Peter Foth

HEILIGENHAFEN • Zu jedem Hafen gehört ein Wrack, weil es zum einen Foto-Objekt für Touristen ist und zum anderen daran erinnert, dass Seefahrt mit Gefahren verbunden sein kann. Seit über 18 Jahren war auch das Wrack in der Bucht von Ortmühle ein Blickfang für Touristen, Segler und Einheimische, jetzt wurde es durch eine Spezialfirma geborgen und entsorgt.

Bürgermeister Uwe Menke hatte im Jahr 1985 angeordnet, das Schiff aus dem städtischen Hafen zu entfernen, nachdem es zu sinken drohte und mehrmals gelenzt werden musste. Die Stadt hatte die strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung erwirkt, den KFK „Rügen II“ in der  Fahrrinne ankern zu lassen, denn der Eigner wollte das Schiff zur Teerhofinsel bei Lübeck schleppen lassen, um es dort instandzusetzen. Doch es kam anders. In einer Sturmnacht im Jahr 1989 hielt der Anker nicht und das Schiff lief auf Grund.

Gerhard Poppendiecker erinnert sich: „Unsere Feuerwehr wollte den Schiffsrumpf sichern und mit der Winde des Rüstfahrzeuges weiter auf Land ziehen. Dabei wurde die Winde stark beschädigt.“

Wind und Wetter sorgten schließlich dafür, dass das Wrack immer weiter auf die Sandbank gespült wurde. Doch der Eigner hatte bis zu seinem Tode den Traum, das Wrack wieder flottzumachen und hatte in jedem Jahr viel Arbeit in das Schiff gesteckt. Nach dem Tod des Besitzers fühlte sich keiner für das Wrack verantwortlich.

Da es nun zu zerfallen drohte, sah die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes  (WSA) eine Gefahr für die Seeschifffahrt vor den  Heiligenhafener Häfen. Aus Sicherheitsgründen habe man sich entschlossen, das Wrack zu bergen, sagte Georg Welzel, Dienststellenleiter des WSA Heiligenhafen.

Bevor die rund 20 Tonnen Holz und etwa 20 Tonnen Eisen durch die Firma Elly Nickels entsorgt werden konnten, hatte die Firma ICI Crocodile mit einem Spezialfahrzeug eine Rampe, die bis 45 Tonnen belastbar ist, zum Schiffswrack gebaut. Dann konnte ein Bagger zum Einsatz kommen, um das Schiffswrack zu zerlegen.

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