Adventure-Golf in Großenbrode: Bürgermeister und GTS-Vertreter widersprechen Kritikern

Schon 2021 sollen die Bälle rollen

Großenbrodes Tourismuschef Ubbo Voss (v.l.), Bürgermeister Jens Reise und der GTS-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Jäcker stehen auf der Fläche, wo schon bald Adventure-Golf gespielt werden soll.
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Großenbrodes Tourismuschef Ubbo Voss (v.l.), Bürgermeister Jens Reise und der GTS-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Jäcker stehen auf der Fläche, wo schon bald Adventure-Golf gespielt werden soll.

Großenbrode – Die Pläne für den Bau einer 18 Löcher umfassenden Adventure-Golfanlage auf einer Grünfläche vor der Ferienanlage „Vier Jahreszeiten“ in Großenbrode stoßen bei einigen Anwohnern nicht auf Gegenliebe.

  • Bürgermeister, Tourismuschef und GTS-Aufsichtsratsvorsitzender widersprechen Kritikern
  • Brandschutz zu jeder Zeit gewährleistet
  • Weitere Parkplätze in Planung

Drei Eigentümer hatten in einem Leserbrief (HP vom 12. August) bereits Widerstand gegen die Minigolfanlage mit Gastronomie und öffentlichen Toiletten angekündigt, jetzt kritisiert Bernhard Albers in einer Leserzuschrift, dass mit „hoher Lärmbelästigung“ und „nächtlichen Polizeieinsätzen aufgrund von Ruhestörungen“ zu rechnen sei. Im Zuge der Promenaden-Neugestaltung sei außerdem der Brandschutz für die 378 Wohneinheiten umfassende Ferienanlage nicht gewährleistet gewesen, weil die Feuerwehrzufahrt versperrt sei.

Schwere Vorwürfe, zu denen Bürgermeister Jens Reise (CDG), Tourismuschef Ubbo Voss und der GTS-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Jäcker bei einem Pressetermin vor Ort Stellung nahmen. Ebenfalls anwesend war Großenbrodes Wehrführer Jan Koblitz, der sagte: „Zu keiner Zeit war der Brandschutz nicht gewährleistet, das habe ich auch in einer Stellungnahme der zuständigen Baubehörde mitgeteilt.“ Und auch zukünftig, wenn die Adventure-Golfanlage in Betrieb ist, sei eine Feuerwehrzufahrt zum „Vier Jahreszeiten“ vorhanden. „Anders geht es doch gar nicht. Die nun erhobenen Vorwürfe sind einfach nur frech“, sagte Bürgermeister Jens Reise und Klaus Jäcker ergänzte: „Es macht den Eindruck, als würde hier nach fadenscheinigen Gründen gesucht werden, um das Vorhaben schlecht zu machen.“

Jäcker: Angst vor Veränderungen

Dass die geplante Minigolfanlage an der Promenade von einigen Kritikern zur neuen Partyzone von Großenbrode erklärt wurde, stößt bei Reise, Voss und Jäcker ebenfalls auf Unverständnis. „Für mich sind diese Ängste unbegründet. Dann kann man sich auch an den Kindern am Strand oder dem Meeresrauschen stören“, sagte Ubbo Voss. Klaus Jäcker fügte hinzu: „Wir waren mit unserer Kurklinik jahrelang Nachbar des alten Minigolfplatzes und hatten niemals Ärger. Für mich haben die Gegner des geplanten Projektes lediglich Angst vor Veränderungen.“

Lars Siebert, Mitarbeiter der IVO GmbH Scharbeutz, die den Platz zukünftig betreiben wird, sagte auf Nachfrage: „Im Gastro-Gebäude ist um 22 Uhr spätestens Feierabend. Hier finden auch die öffentlichen Toiletten aus den 70er-Jahren endlichen einen zeitgemäßen Ersatz. Für alle natürlich kostenfrei zugänglich.“

Die Tatsache, dass auf der Grünfläche vor dem „Vier Jahreszeiten“ eine Entwicklung stattfinde und den Besitzern der Erdgeschosswohnungen der freie Blick auf den Strand und die Ostsee genommen werde, sei natürlich nicht von der Hand zu weisen. „Einen Bebauungsplan gibt es aber seit 1977, das war allen Eigentümern klar. Meiner Meinung nach können alle dankbar sein, dass hier eine Adventure-Golfanlage entsteht“, sagte Jens Reise. Der nordöstliche Teil der Promenade werde dadurch eine Belebung erfahren, von der nicht zuletzt auch die Geschäfte im „Vier Jahreszeiten“ profitieren würden.

Auf die Parkplatzsituation angesprochen, stellten sowohl Ubbo Voss als auch Jens Reise in Aussicht, dass auf einer derzeit noch als Pferdeweide genutzten Fläche hinter dem Strandpark zusätzliche Parkplätze geschaffen werden sollen. „Ganz unabhängig aber vom Adventure-Golf-Projekt“, so Voss.

Bereits im ersten Halbjahr 2019 habe die Gemeindevertretung „vollkommen transparent“ den Aufstellungsbeschluss gefasst, der Pachtvertrag mit dem Investor sei Anfang dieses Jahres geschlossen worden, berichtete Reise. „Voraussichtlich im Frühjahr 2021 werden wir den Satzungsbeschluss fassen, dann könnte der Pächter loslegen.“ Dieser würde bereits gerne zur Hauptsaison 2021 die Minigolfbahnen freigeben.

CDU sieht Standort kritisch

Doch die Großenbroder CDU sieht den Standort kritisch und spricht sich dafür aus, dass das Projekt noch einmal überdacht wird. „Wir sind keinesfalls gegen eine Adventure-Golfanlage, bezweifeln aber mittlerweile, dass die Fläche vor dem ‚Vier Jahreszeiten‘ die richtige ist. Man sollte die Bedenken der Anwohner und der Großenbroder Bürger ernst nehmen“, sagte der

CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Sehmel

. Seine Fraktion hat Dienstag den Antrag gestellt, das Thema in der kommenden politischen Sitzungsrunde zu diskutieren. „Das Tourismuskonzept von 2017 sieht als Schlüsselmaßname einen multifunktionalen Erlebnisbereich am Standort Strandstraße vor“, heißt es in dem CDU-Antrag, der Dienstag an Jens Reise verschickt wurde. In diesem Erlebnisbereich könnte auch die neue Minigolfanlage integriert werden. „Für die Fläche vor dem ‚Vier Jahreszeiten‘ favorisieren wir eine ruhige touristische Nutzung“, so Sehmel.

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