Schwimmbadpläne nehmen weitere Hürde / Kritiker positionieren sich

Kommt ein Bürgerentscheid?

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Mitten in der Ferienzeit traf sich die Stadtvertretung für eine Sondersitzung.

Heiligenhafen -ra- Die Stadtvertretung steht mit großer Mehrheit hinter einem Schwimmbadbau auf dem Steinwarder mit angrenzendem Familienhotel, das über 100 Zimmer verfügen soll, sowie einer Parkpalette. Am Donnerstagabend hat das Vorhaben mit der Aufstellung der Bebauungspläne die nächste Hürde genommen. Ob es zu einer Realisierung kommt, ist damit aber noch nicht sicher.

„Wir versprechen uns von dem Projekt einen erheblichen Mehrwert für unsere Stadt. Den eingeschlagenen Weg gehen wir weiter, bis konkrete Zahlen vorliegen. Dann stellt sich die Frage, ob wir uns das Gesamtpaket leisten wollen oder nicht“, sagte CDU-Fraktionssprecher Gerd Panitzki. Noch immer ist beispielsweise nicht sicher, wie hoch die Förderquote für das Schwimmbad sein wird. „Ohne den heutigen Beschluss wird uns diese Frage auch niemand beantworten können“, so Panitzki. Die drei Grünen-Stadtvertreter, die Forum BisS-Fraktion sowie Niko Rickert (FDP) stimmten dagegen, vier Stadtvertreter enthielten sich bei der Abstimmung. „Die Kosten würden uns auffressen. Ich würde ohne jeden Zweifel ein Bürgerbegehren unterstützen“, sagte Elke Teegen (Forum BisS). Bereits in der Einwohnerfragestunde wurde die Forderung laut, dass die Einwohner Heiligenhafens bei diesem Bauvorhaben nach ihrer Meinung gefragt werden sollten. Während die Grünen generell eine weitere Bebauung des Steinwarders ablehnen, vermisst Niko Rickert unter anderem ein tragfähiges Verkehrskonzept.

Für den Projektbaustein Hotel wird die Stadtvertretung in Absprache mit dem Investor in den nächsten Monaten einen vorhabenbezogenen B-Plan auflegen. Darin ist, genau wie seinerzeit beim Bau der Seebrücken-Hotels, festgelegt, wie das Gebäude aussehen soll und was an welcher Stelle auf dem Grundstück passiert. Bei den Bauvorhaben Parkpalette und Schwimmbad würde die Stadt Heiligenhafen eigenständig als Bauherr auftreten.

Der Verkehr in Heiligenhafen und insbesondere die Radwege-Situation waren in der Einwohnerfragestunde ausführlich behandelte Themen. Die Kritik aus der Einwohnerschaft war scharf wie selten zuvor. „Es wurden aufwendige Verkehrszählungen durchgeführt, die letzte erst Ende Juli“, antwortete Kuno Brandt von der Stadt Heiligenhafen. Die Daten werden in den kommenden Monaten ausgewertet, die Erstellung eines Verkehrskonzeptes sei das erklärte Ziel.

Auch das Thema Beweidung des Regenrückhaltebeckens durch Schafe und Ziegen sorgt weiterhin für Diskussionen. Olaf Eggers wollte wissen, ob es einen Vertrag zwischen dem Besitzer der Tiere und der Stadt gibt. Dieses verneinte Holger Mikolajczak, dem die Tiere gehören. „Die große Zahl der Schafe und Ziegen hat den Bewuchs bereits zerstört. Ich befürchte, dass beim nächsten Starkregen die Böschung absacken wird“, sagte Eggers. „Es ist ein Feldversuch. Die Regenrückhaltebecken wurden jahrelang vernachlässigt“, so Müller, der Eggers als Initiator einer Hetzjagd auf den Bürgermeister bezeichnete. „Hören Sie auf, Stimmung zu machen, wir versuchen mit Ingenieurverstand, das Problem zu beseitigen“, so Müller.

Wie berichtet, hatte sich der Verwaltungschef bei der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses darüber beschwert, dass er zur Übergabe des Fördermittelbescheides für den neuen Museumssteg nicht eingeladen worden sei. „Wir sollten bei der Wahrheit bleiben. Sie wurden am 9. Juli per E-Mail eingeladen, das haben meine Recherchen im Innenministerium ergeben“, erklärte Monika Rübenkamp (SPD). „Mein Computer ist leider nicht ganz funktionsfähig, ich kenne diese Mail nicht“, so Müller, der der Sache auf den Grund gehen wolle.

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