Stadt gibt Tipps für Bürger und Eigentümer / „Eine Plage haben wir definitiv nicht“

Ratten in der Warderstadt

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Köderboxen auch am Hafen: Folkert Loose (r.) macht sich selbst ein Bild von den Kästen vor Ort. Ronald Gintarra vom Bauhof erklärt, wie sie funktionieren.

Heiligenhafen –Von Mareike Falz– Wenn Tauben die Ratten der Lüfte sind, sind Ratten dann die Tauben der Erde? Mit solchen philosophischen Fragen müssen sich der Erste Stadtrat Folkert Loose und der Heiligenhafener Bauhof zum Glück nicht beschäftigen. Mit dem Thema Ratten im Allgemeinen allerdings schon, denn in Heiligenhafen ist ein vermehrtes Aufkommen dieser tendenziell eher unbeliebten Nagetiere festgestellt worden.

„Man ist bei so einer Nachricht natürlich immer schnell aufgeregt“, weiß Loose, kann aber gleichzeitig beruhigen: „Es ist nichts Ungewöhnliches. Ratten sind immer da.“ Nur auf die Größenordnung komme es eben an. Weil einigen Bürgern besonders im Hafengebiet und an den umliegenden Straßen die Nager aufgefallen sind „mussten wir eben etwas machen“, so der Erste Stadtrat, der zugleich an die Menschen der Warderstadt appellierte und dringend empfahl, keine Essensreste die Toilette herunterzuspülen: „Sonst sorgen wir für das Mittagessen der Tiere.“

Um die Rattenpopulation zu verringern, ist der Bauhof der Stadt schon längst aktiv geworden. Gleich an mehreren öffentlichen Bereichen der Stadt und in der Kanalisation hat der Bauhof sogenannte Köderboxen aufgestellt, in denen sich Gift befindet. Bedient sich ein Nager an der Falle, dauert es nur wenige Tage bis zu seinem Ableben.

Ratten sind gefährliche Krankheitsüberträger

Wer sich jetzt denkt, dass die kleinen Säugetiere doch niemandem etwas tun, der täuscht sich. Zwar sind Ratten generell nicht aggressiv und greifen niemanden an, wenn sie sich nicht bedroht fühlen, so sind sie aber gefährliche Krankheitsüberträger. Darum ist es umso wichtiger, dass die Stadt Maßnahmen ergreift, den Tieren das Handwerk zu legen. Grundlage hierfür ist das Infektionsschutzgesetz, das die Rattenbefallbekämpfung regelt und mit dessen Hilfe versucht wird, Erkrankungen beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. „Das Wichtigste ist, dass Menschen und andere Tiere nicht gefährdet werden“, so Loose.

Damit das gelingt, sind besonders die Bürger gefragt, denn auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer selbst in der Pflicht, die Ratten zu bekämpfen. Privatpersonen dürfen zwar selber kein Rattengift mehr verwenden, können sich aber Hilfe holen. Schädlingsbekämpfer und Personen mit Sachkundenachweis, die wirksame Mittel zur Rattenbekämpfung nutzen dürfen, können Abhilfe schaffen. Wer vermehrt Ratten feststellt, der kann sich auf bauhof-heiligenhafen.de direkt an den Bauhof wenden oder unter 04362503870 Kontakt aufnehmen.

Damit sich die Ratten in der Stadt nicht weiter vermehren, kann auch jeder selbst aktiv werden, indem er einige Regeln beachtet. Die Stadt Heiligenhafen rät zu folgenden Maßnahmen:

1. Keine Nahrungs- und Futtermittel offen auf dem Grundstück liegen lassen.

2. Abfälle und Essensreste nicht über die Toilette oder den Abfluss entsorgen, Abfallbehälter stets verschlossen halten.

3. Das eigene Wohnumfeld sauber halten.

4. Keine wilden Tiere füttern, da Ratten von den Nahrungsresten profitieren.

5. Potenzielle Schlupflöcher an Gebäuden verschließen, Abwasserschächte und Leitungen sichern.

Bauhof-Mitarbeiter Ronald Gintarra gibt aber zugleich Entwarnung: „Es gibt immer mal wieder Meldungen von Ratten.“ Gerade in den Wintermonaten sei das ganz normal, denn „im Sommer finden die immer irgendwas zu fressen“. Im Winter werden die kleinen Tiere dann aktiver und präsenter, wenn sie auf Nahrungssuche gehen. „Die Hafenfesttage müssen ja dann ein reiner Gourmet-Tempel sein“, scherzte Loose, wohl wissend, dass in Heiligenhafen zwar jeder die genannten Regeln beachten, aber nicht in Panik ausbrechen sollte. Auch Gintarra ist sich sicher: „Eine Plage haben wir definitiv nicht.“

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