Stadt Heiligenhafen hat Antrag beim Kreis bereits vor dem tragischen Unfalltod des Mädchens gestellt

Steinwarder soll 30er-Zone werden

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Blumen, Kerzen und ein kleines Windrad erinnern an den tragischen Unfalltod des neunjährigen Mädchens aus Brandenburg, das am vergangenen Donnerstag auf dem Steinwarder von einem Auto erfasst wurde.

HEILIGENHAFEN -ra/ft- Der tragische Unfalltod des neunjährigen Mädchens aus Brandenburg, das am Himmelfahrtstag vor den neuen Parkplätzen auf dem Steinwarder angefahren worden war, beschäftigt die Heiligenhafener noch immer. Detaillierte Informationen zum Unfallhergang gibt es weiterhin nicht.

Wie Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst gestern auf HP-Nachfrage mitteilte, sei ein Unfallrekonstruktionsgutachten in Auftrag gegeben worden. Rechtsmediziner und Sachverständige werden sich mit dem Unfall in den kommenden Wochen beschäftigen und auch Zeugenaussagen in ihre Beurteilung einfließen lassen. „Dabei soll abschließend auch die Schuldfrage geklärt werden“, so die Oberstaatsanwältin. Auf den tragischen Unfall mit Todesfolge angesprochen, sagte HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel, dass die HVB schon Mitte März die Stadt gebeten habe, einen Zebrastreifen und eine Tempo-30-Zone für den gesamten Steinwarder anzuordnen. „Wenn hier Hunderte Parkplätze sind und das Südufer des Steinwarders hohe Attraktivität hat, dann wollen die Leute natürlich auch über die Straße gehen“, so Gabriel. 

Bürgermeister Heiko Müller bestätigte auf unsere Anfrage, dass Kuno Brandt als Leiter des Ordnungswesens einen Antrag beim Kreis auf eine 30er-Zone und einen Zebrastreifen gestellt habe. Müller habe Brandt auch gebeten, den neuen Geschwindigkeitsanzeiger an der Stelle aufzubauen, wo das Mädchen überfahren wurde. Das sei schon vor dem Unfall geschehen, sagte Müller. Das Messgerät verfügt zudem über einen Speicher, mit dem ausgewertet werden kann, wie schnell hier gefahren wird und wie stark die Straße vom Verkehr belastet ist. Diese Daten sollen Ende der Woche ausgelesen und an die zuständige Behörde übermittelt werden. Die Entscheidung liege alleine beim Kreis, so Müller, der ergänzte: „Wir haben die Anträge auf eine Tempo-30-Zone und einen Zebrastreifen schon weit vor dem Unfall gestellt. Uns tut es unendlich leid, dass dieser Unfall passiert ist und hier ein Kind zu Tode kam.“ Wie der Bürgermeister berichtete, hätten die Eltern des verstorbenen Mädchens ihm mittlerweile einen Brief geschrieben. 

Kuno Brandt bestätigte den Antrag der Stadt, den er an die Verkehrszulassungsstelle des Kreises gestellt hatte. „Wir selbst dürfen keine Zebrastreifen irgendwo hinmalen, dann hätten wir viel mehr davon“, sagte Brandt. Die Stadt habe schon sehr früh mit dem Hinweis auf die touristische Entwicklung einen solchen Antrag beim Kreis gestellt. Auch die Anregung der HVB auf eine 30er-Zone von der Kreuzung Am Strande bis hin zu den Bünning-Häusern, wo eine Tempo-30-Zone bereits existiert, habe man beim Kreis früh beantragt. Ob und wann das klappen wird, kann Kuno Brandt allerdings nicht sagen. Sicherlich werde der Kreis auf Verkehrszählungen setzen. Auch Brandt sprach von einem tragischen Unfall, deshalb habe er nach einem Antrag für einen Fußgängerüberweg auf Höhe des Beach-Motels noch einen zweiten Antrag für einen Zebrastreifen auf Höhe des Parkplatzes beim Kreis nachgeschoben.

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