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Ein Rennen gegen die Zeit: Starke Schäden am Steinwarder-Badestrand

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Von: Peter Foth

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Sandverluste nach Januar-Stürmen.
Vor Turm 5 ist der Strandverlust auf dem Steinwarder am größten. © Foth

„So können wir unseren Strand für die Saison 2022 den Gästen nicht anbieten“, gibt es für HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel nach einer Begehung des Badestrandes auf dem Steinwarder keine zweite Meinung. 

Heiligenhafen – Auch Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) zeigt sich besorgt über die Sandverluste auf dem Stein- und Graswarder. Beim ersten Januarsturm hatte Heiligenhafen noch verhältnismäßig Glück gehabt. Bei Windrichtungen aus Südwest und West entstanden nur vereinzelt Schäden an der Düne. Der Sturm in der letzten Woche traf aus Nordwest bis Nord mit Windstärken von bis zu 10 Beaufort auf die Warder und legte den Dünenfuß fast im ganzen Standbereich frei. Wohin man schaut: Steine beziehungsweise kleine Felsen – die den Hochwasserschutz bilden – liegen frei und Dünenabbrüche bis zu 80 Zentimeter Höhe sind messbar. HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel macht deutlich, dass nach ersten Schätzungen rund 15000 Kubikmeter Sand verloren gegangen sind. 

Sandvorspülung könnte bis zu 350.000 Euro kosten

2019 wurden nach Sandverlusten 40000 Kubikmeter aufgespült. Gabriel rechnet für den aktuellen Schadensfall mit Kosten von rund 350000 Euro. Für die Maßnahme bräuchte die HVB aber ein klares Votum aus dem Rathaus, denn das sei kein Regelfall, den man durch Dienstleistungsverträge abdecken könne, so Gabriel.

Hohe Abbruchkante nach Januar-Stürmen.
Freigelegter Dünenfuß: Die Abbruchkante ist rund 80 cm hoch. © Foth

Mittlerweile haben Brandt und Gabriel die weitere Vorgehensweise besprochen. Beide sind sich einig, dass Eile geboten ist, denn die Saison steht vor der Tür. Natürlich sei eine Sonderausgabe von 350000 Euro im Haushalt nicht eingeplant, und Rückstellungen für ein Naturereignis dürfe die Stadt nicht bilden, so Brandt.

Zur Erinnerung: Beim letzten großen Hochwasser im Januar 2019 hatte es allein vier Wochen gedauert, bis alle Genehmigungen vorlagen. Danach erfolgte die Sandvorspülung. Jetzt sei man bereits im Februar und habe somit weniger Zeit. Bis zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung im März könne man nicht warten, dann sei das Problem zum Saisonstart nicht gelöst, so Brandt, der auf eine Eilentscheidung kraft seines Amtes setzt. Die Stadtvertreter sollen parallel informiert werden.

Bei der HVB will man prüfen, ob eine kostspielige Sandvorspülung vielleicht durch einen Sandtransport mit Lkw umgangen werden kann. Das würde erhebliche Kosten und Zeit sparen, so der HVB-Geschäftsführer.

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