Der SPD-Ortsvereins-Vorsitzende Dr. Theodor Siebel steht im Veranstaltungspavillon im Heiligenhafener Ferienpark.
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Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dr. Theodor Siebel kritisierte die SPD-Fraktion dafür, dass er nicht an deren Fraktionssitzungen teilnehmen darf. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Rübenkamp begründete diese Entscheidung damit, dass sich ihre Fraktion in einer Abstimmung dagegen ausgesprochen hätte.

Mitglieder beklagen fehlende Kommunikation

Streit zwischen SPD-Ortsverein und SPD-Fraktion

  • Hans-Jörg Meckes
    vonHans-Jörg Meckes
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Auf der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins in Heiligenhafen dominierte der Streit zwischen dessen Vorsitzenden Theodor Siebel und der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung die Tagesordnung. Auch ein neuer Vorstand wurde nicht gefunden.

  • SPD-Fraktion schließt Ortsvereinsvorsitzenden Theodor Siebel aus den Fraktionssitzungen aus.
  • Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins wünschen sich mehr Kommunikation von der Fraktion.
  • Die Vorstandswahlen mussten abgebrochen werden.

Heiligenhafen –hm– Der SPD-Ortsverein Heiligenhafen und die SPD-Fraktion in der Stadtvertretung haben ein Problem: Sie sprechen nicht mehr viel miteinander. Die fehlende Kommunikation, die auf verschiedenen Ursachen wie der fehlenden Harmonie zwischen dem Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Theodor Siebel und der Fraktion sowie dem Verhalten der SPD-Fraktion bei der Ablehnung des Bürgerbegehrens zum Schwimmbad beruht, stößt vielen Mitgliedern im Ortsverein übel auf. In einer ausgiebigen Diskussion äußerten beide Seiten nun auf der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins am Mittwochabend ihren Unmut. Doch ein neuer Vorstand, der zur Versöhnung beitragen soll, konnte nicht gefunden werden.

„Was wollen die Parteimitglieder?“, fragte Siebel die Anwesenden, als er das Verhältnis zwischen dem SPD-Ortsverein und der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung ansprach. Seiner Ansicht nach müssten Argumente ausgetauscht und einander zugehört werden. Der Vorsitzende spielte damit auf die Zusammenarbeit mit der SPD-Fraktion an. „Der Vorsitzende des Ortsvereins muss regelmäßig an der Fraktionssitzung teilnehmen“, befand Siebel. Doch darin liege für ihn das Problem: „Ich habe keinen direkten Zugang, ich bin nicht direkt eingebunden. Das war für mich ein nicht zu unterschätzendes Hemmnis.“

SPD-Ortsvereins-Mitglied Ottmar Dohmann äußerte sich daraufhin mit großem Erstaunen: „Für mich ist das selbstverständlich, ich verstehe nicht, warum man das diskutiert und finde das schlimm. Mit welcher Begründung ist das abgelehnt worden?“ Laut Siebel habe es dazu keine Begründung gegeben.

Fraktionsvorsitzende Rübenkamp verteidigte sich

Daraufhin äußerte sich die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung, Monika Rübenkamp, zu den Vorwürfen. Unter den Fraktionsmitgliedern herrsche eine gute Zusammenarbeit, machte sie deutlich. Man habe jedoch auch Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Theodor Siebel gemacht und daraufhin abgestimmt, ob er an den Sitzungen teilnehmen solle. Bei dieser Abstimmung hätten sich die Fraktionsmitglieder dafür entschieden, den Ortsvereinsvorsitzenden nicht mehr an den Zusammenkünften teilnehmen zu lassen, führte Rübenkamp weiter aus. Sie wehrte sich allerdings gegen den Eindruck, dass die Fraktion nicht mehr am Kontakt mit dem Ortsverein interessiert sei. „Natürlich sind wir am Kontakt interessiert“, betonte sie. Die Fraktion habe den Mitgliedern sogar angeboten, an der ersten Fraktionssitzung teilzunehmen, doch es sei keiner erschienen, so Rübenkamp. Auch Corona habe die Kommunikation mit den Mitgliedern des Ortsvereins erschwert, fügte sie hinzu.

„Seit Anfang des Jahres versucht Theo mich schlecht zu machen. Dass wir jetzt hier so hingestellt werden, das nehme ich nicht hin, das weise ich von mir“, verteidigte sich Rübenkamp.

Mitglieder im Ortsverein äußerten ihren Unmut zur Situation

Mehrere Mitglieder des Ortsvereins brachten sich daraufhin in die Diskussion ein. „Ich erwarte, dass die Stadtvertreter meine SPD-Meinung vertreten, und das ist nicht von einer Person abhängig. Dieses Verhalten ist für mich schwer nachvollziehbar“, so Ottmar Dohmann.

Monika Steuck findet, die SPD-Fraktion in Heiligenhafens Stadtvertretung habe sich bei der Ablehnung des Bürgerbegehrens unglücklich verhalten.

SPD-Kassenwartin Monika Steuck erklärte, sie sei im März freiwillig aus der Fraktion ausgetreten. „Ich konnte so, wie die Fraktion war, nicht mehr weiterarbeiten.“ Gestört habe sie, dass die Fraktion das Bürgerbegehren gegen das Schwimmbad ablehnte. Rübenkamp entgegnete, dass die Mitglieder das SPD-Wahlprogramm von 2018 kennen würden, in dem sich die SPD für das Schwimmbad in Kombination mit dem Hotel ausgesprochen habe. Die 60 Einwendungen, die bei der Stadt gegen die Schwimmhalle eingegangen seien und für den Bürgermeister Anlass waren, ein Bürgerbegehren anzuregen, seien für die SPD-Fraktion nicht akzeptabel gewesen, da ein Großteil, laut Rübenkamp, gar nicht in Heiligenhafen wohne. Zudem seien die Argumente der 60 Einwendungen für die Fraktion nicht neu gewesen und hätten für sie nicht genug Aussagekraft gehabt, um auf ein Schwimmbad zu verzichten.

Veronika Kellermann erwartet eine bessere Kommunikation zwischen dem SPD-Ortsverein und der Fraktion.

„Meiner Meinung nach fällt der SPD-Ortsverein auseinander“, äußerte Veronika Kellermann und beklagte, dass die Partei auch andere Meinungen aushalten müsse. Für Kellermann sei der Ortsverein das zentrale Organ. „Ich erwarte, dass die Funktionsträger in der Fraktion im Ortsverein berichten.“ Laut Kellermann habe die Kommunikation schon vor Corona nicht mehr funktioniert.

Fraktionsmitglied Karl-Heinz Grell hielt dagegen und behauptete, dass vom Ortsverein auch keine Anträge in die Fraktion kommen würden.

Niemand wollte Siebels Nachfolge als Vorsitzender antreten

Ottmar Dohmann gab ihm in diesem Punkt recht und hoffte auf einen neuen Vorstand als künftiges Bindeglied. Doch zu den Wahlen kam es nicht. Als Siebel ankündigte, nicht mehr als Vorsitzender kandidieren zu wollen, fand sich niemand, der seine Nachfolge antreten wollte. Die Sitzung wurde abgebrochen. Siebel möchte den Ortsverein aber nicht so verlassen, sondern will sich um die nächsten Schritte kümmern. Möglich sei dabei auch, dass der Verein mit einem anderen zusammengelegt werde. 

Geehrt wurden auf der Versammlung die Jubilare Hartmut Prüß (55 Jahre), Bernhardine Franzen (40 Jahre), Ursula und Siegfried Steuck, Peter und Waltraud Hamer sowie Eileen Köhler-Morales (30 Jahre). 

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