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Die Tafel hilft: Neue Frisur und Kleidung für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

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Von: Hans-Jörg Meckes

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Haareschneiden mit Francesca Schultz in Heiligenhafen
Alexandra Rud lässt sich von Francesca Schultz die Haare vor dem Beach Motel in Heiligenhafen schneiden. © Hans-Jörg Meckes

Für die in Heiligenhafen angekommenen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine organisierte die Tafel einen Mini-Markt und bot einen kostenlosen Haarschnitt an. Auch Fahrräder wurden gespendet.

Heiligenhafen – 32 Menschen, die aus der von Russland angegriffenen Ukraine geflohen sind, sind aktuell im Beach Motel in Heiligenhafen untergekommen. Allen fehlt es am Nötigsten, weil sie sich so schnell wie möglich aus dem Kriegsgebiet auf den Weg gemacht haben. Da mussten die Koffer zu Hause bleiben. Die Tafel in Heiligenhafen hat die Geflüchteten nun mit einem Mini-Markt unterstützt und ihnen einen neuen Haarschnitt verpasst.

Auf dem Mini-Markt konnten sich die Ukrainerinnen und Ukrainer vor dem Beach Motel kostenlos Kleidung aussuchen, die die Tafel als Spenden erhielt, erzählt die Vorsitzende Monika Knoepfle. Derzeit wohnen die 32 Geflüchteten in sieben Apartments, so Knoepfle weiter.

Ukrainer freuen sich über ihren neuen Haarschnitt

Spontan hatte die zweite Vorsitzende der Tafel, Francesca Schultz, die Idee, den Geflüchteten aus der Ukraine kostenlos die Haare zu schneiden. Schultz ist Friseurmeisterin, arbeitet jedoch nicht mehr in diesem Beruf. Direkt vor dem Beach Motel setzte sie mit der Schere an. Die 14-jährige Alexandra Rud freute sich sehr darüber, dass ihr kostenlos die Haare geschnitten wurden, und auch dem 17-jährigen Artur Kibplevskiy kürzte Francesca Schultz die Mähne. Auf seinem Smartphone zeigte er ihr mit einem Bild genau, welche Frisur er haben möchte, sodass er keine Probleme mit der Sprachbarriere hatte.

Mini-Markt vor dem Beach Motel in Heiligenhafen für die geflüchteten Ukrainer
Auf dem von der Heiligenhafener Tafel organisierten Mini-Markt konnten sich die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kostenlos Lebensmittel und Kleidung aussuchen. © Privat

Patricia und Klaus Müller spendeten der Tafel zwei Fahrräder und einen kleinen Roller, über die sich die Ukrainer sehr freuten. Damit können sie sich die Lebensmittel nun auch selbst schneller von der Tafel auf dem Ameos-Gelände abholen. „Wir versuchen, wo es nur geht, Brücken zu bauen, damit die Leute normal leben können“, erklärt Monika Knoepfle.

Tafel ist weiterhin dringend auf Spenden angewiesen

Nichtsdestotrotz braucht die Tafel aktuell wieder dringend Unterstützung, betont die erste Vorsitzende weiter. „Wir kriegen immer mehr Kundschaft, weil die Leute ihre Lebensmittel nicht mehr bezahlen können. Wir sind jetzt richtig in Zugzwang.“ Etwa 40 weitere Kunden habe die Tafel in den letzten Wochen dazubekommen. Wenn jetzt keine Hilfe komme, dann werde es bald eng mit der Ware, sagt Knoepfle. Kontakt kann mit der Tafel telefonisch unter 01731913334 aufgenommen werden. Auf Facebook ist sie unter „Die Tafel Heiligenhafen“ zu finden.

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