Telefonbetrug (Symbolbild)
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In Bad Schwartau ist ein älteres Ehepaar Opfer eines Trickbetrugs am Telefon geworden.

Polizei warnt vor Telefonbetrügern

Schockanruf in Bad Schwartau: Betrüger erbeuten über 60000 Euro

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
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Ein Ehepaar aus Bad Schwartau ist Opfer eines Trickbetrugs am Telefon geworden. Die Täter erbeuteten dabei mehr als 60000 Euro und nutzten einen sogenannten „Schockanruf“.

  • Täter gaben sich am Telefon als Polizistin und als Staatsanwalt aus.
  • Die Kriminellen erzählten dem Ehepaar eine falsche Geschichte zu einem angeblichen Verkehrsunfall, in den ihre Tochter verwickelt gewesen sein soll.
  • Die Polizei betont, dass sie am Telefon niemals Überweisungen auf ein Konto verlange.

Am vergangenen Montag ist ein Ehepaar aus Bad Schwartau Opfer eines Trickbetruges am Telefon geworden. Die Täter gaben sich als Polizistin und Staatsanwalt aus und nutzten die Masche des „Schockanrufes“, teilten die Polizeidirektion Lübeck gestern Nachmittag mit. Angeblich hätte die Tochter des Ehepaares einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Für eine erfundene erforderliche Kaution überwiesen die Eheleute daraufhin über 60000 Euro.

Und so waren die Täter vorgegangen: Mit hochdeutscher, weiblicher Stimme gab sich eine Frau gegenüber den Geschädigten als Polizistin aus. Sie teilte mit, dass die gemeinsame Tochter angeblich einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein 26-jähriger Radfahrer aus Spanien oder Polen ums Leben gekommen sei. Die Betrügerin suggerierte, dass nun eine Kautionszahlung für die Tochter zu hinterlegen wäre, so hoch wie möglich.

„Geschockt durch den Anruf transferierte das Ehepaar zunächst per Echtzeitüberweisung mehrere Tausend Euro auf ein von den Betrügern genanntes Konto. Währenddessen waren sie die ganze Zeit im telefonischen Kontakt mit der falschen Polizistin und dem falschen Staatsanwalt“, teilte die Polizeidirektion Lübeck mit. 

Ehepaar erhöhte am selben Tag das Tageslimit ihres Kontos in Neumünster

Weil die Betrüger noch mehr Kautionsgeld forderten, fuhr das Ehepaar im Laufe des Tages nach Neumünster, um das Tageslimit ihres dort verwalteten Kontos zu erhöhen. Der falsche Staatsanwalt schickte die Geschädigten dort noch zum Amtsgericht, um vor Ort die Erhöhung der Limitierung zu bestätigen. Weil auch dieser Vorgang erfunden war und am Gerichtsgebäude niemand wartete, fuhr das Ehepaar zurück nach Bad Schwartau und veranlasste von dort aus die Überweisung von weiteren Tausenden Euro auf ein ausländisches Konto. Skeptisch wurden die Betrogenen, als die falsche Polizistin nach der Überweisung grußlos auflegte. 

Erst am Abend meldeten sie den Fall der Kriminalpolizei. In diesem Zusammenhang hat die Kriminalpolizei in Bad Schwartau die Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges aufgenommen, teilte die Polizeipressestelle mit. 

Polizei gibt Verhaltenshinweise bei derartigen Anrufen

Die Beamten der Polizeidirektion Lübeck raten grundsätzlich immer skeptisch bei Gesprächen mit fremden Personen am Telefon zu sein. Außerdem sollten sich Angerufene immer den vollständigen Namen des anrufenden Polizisten sowie dessen Dienststelle und Rückrufnummer nennen lassen und dann auflegen. Danach sollten Geschädigte sofort die Polizei unter der Nummer 110 oder unter der Rufnummer der nächstgelegenen Polizeidienststelle anrufen und den Anruf dort hinterfragen.

Die Polizei rät außerdem, am Telefon keine Auskunft über die persönlichen Lebensverhältnisse zu geben. Auch persönliche Daten oder die finanzielle Situation sollten am Telefon nicht mitgeteilt werden. Darüber hinaus betont die Polizei, dass sie am Telefon niemals Überweisungen auf ein Konto verlange.

Bei älteren Familienmitgliedern rät die Polizei, in der Nähe des Telefons einen Aufsteller zu platzieren, auf dem die wichtigsten Telefonnummern enger Verwandter sowie die der Polizei notiert sind. Diese Nummern können im Zweifelsfall immer selbst eingetippt und angerufen werden, um sich zu vergewissern. Entsprechende Aufsteller können kostenlos beim Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Lübeck oder über das Servicecenter der Polizei unter den Rufnummern 0451 131 1400 und 0451 1310 angefordert werden. Weitere Informationen gibt es auch auf der Seite www.polizei-beratung.de.

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