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Traditionelles Flaggenausblasen des Seefahrervereins kehrt nach zwei Jahren Pause zurück

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Von: Peter Foth

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Flaggenausblasen in Heiligenhafen
Die Mitglieder des Seefahrervereins und Abordnungen befreundeter Vereine sind zum Flaggenausblasen auf den Hafenvorplatz aufmarschiert. © Peter Foth

Die Tradition des Flaggenausblasens ist in Heiligenhafen wieder zurück. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie versammelten sich die Mitglieder des Seefahrervereins wieder am Hafenvorplatz.

Heiligenhafen – Darauf haben die Mitglieder des Seefahrervereins drei Jahre warten müssen. Jetzt machte die Lockerung der Coronaregeln es wieder möglich, dass die Seefahrer ihre Flaggen traditionell am Ostersonnabend im Frühlingswind auswehen lassen konnten. Bisher hatten nur die beiden Weltkriege für eine Unterbrechung dieser langen Tradition gesorgt. 

So machte auch der Vorsitzende des Heiligenhafener Seefahrervereins von 1852, Stephan Aschmann, in seiner Rede deutlich, dass das Flaggenausblasen am Ostersonnabend auch die Zeit einläutete, wo die Kapitäne nach der Winterpause wieder aufs Meer hinausfuhren. Wie Aschmann vor den vielen anwesenden Gästen deutlich machte, wurde der Seefahrerverein auch gegründet, um den Mitgliedern in Zeiten der Not bei Seite zu stehen. Er diente den Mitgliedern als eine Art Versicherung, die eintrat, um auch den Hinterbliebenen finanziell zur Seite zu stehen, wenn die Familien durch Ausfall des Verdieners in Not gerieten. Heute setzt der Seefahrerverein auf die Pflege der alten Traditionen, wozu auch das Flaggenausblasen gehört. 

Auch viele Seeleute vom Krieg in der Ukraine betroffen

Auch der Krieg in der Ukraine war Thema beim diesjährigen Flaggenausblasen. „Wie wird es in der Ukraine weitergehen und was kommt alles noch auf uns zu?“, fragte sich der Vorsitzende des Seefahrervereins. Allgemein sehr bedrückend seien die Sorgen und Nöte der in Mitleidenschaft gezogenen Menschen, die nur in Frieden leben wollen. „Ohne diese bedrückende Lage aus den Augen zu verlieren, möchte ich als Vertreter des Seefahrervereins auch auf die Seeleute aufmerksam machen, die im Rahmen des Krieges ebenfalls betroffen sind.“ Die Sanktionen zur Einschränkung der Handlungsfähigkeit Russlands würden sich auch auf die Seewege auswirken, sagte Aschmann.  

Auch die Ukraine sei betroffen, denn hier brauche man den Seeweg über das Schwarze Meer. So befinden sich circa 30 größere Fracht- und Tankschiffe an der ukrainischen Küste und im Asowschen Meer. Teilweise werden diese Schiffe in die Kampfhandlungen mit hereingezogen. Der Lösch- und Ladeverkehr ist eingeschränkt, das verlängere die Liegezeiten. Die auch in Kriegszeiten geltenden Sicherheitsbestimmungen werden ausgehebelt. Auf den Schiffen arbeiten Seeleute aus aller Welt. „Sie sind Bedrohungen ausgesetzt, obwohl sie nur ihre Arbeit verrichten.“ Diesen Leuten zu gedenken, sei ein Anliegen des Seefahrervereins, sagte Stephan Aschmann. 

Als Verbundenheit mit der Heimat sangen alle zum Schluss das Schleswig-Holstein-Lied. Im Anschluss gab es ein gemütliches Beisammensein im Restaurant „Nordpol“. „Nordpol“-Wirt Stefan Würrer brachte hier seine Freude zum Ausdruck, dass die Seefahrer wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt seien.

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