Der Vorstand der NABU-Gruppe in Heiligenhafen.
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Der Vorstand der NABU-Gruppe in Heiligenhafen: Winfried Witt (v.l.), Klaus Dürkop, Michael Vollmer, Christiane Stephan, Eva Witt und Hannelore Wittrock.

Versammlung der NABU-Ortsgruppe in Heiligenhafen

Entwicklung der Kolonien auf dem Graswarder ist erfreulich

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Beim Treffen der NABU-Ortsgruppe in Heiligenhafen informierte der Vorsitzende Klaus Dürkop über den aktuellen Stand der Kolonien auf dem Graswarder. Auch wünschen sich die Mitglieder eine öffentliche Toilette in der Nähe des Aussichtsturms.

  • Metallgitterzaun hält Füchse und Marder von der Sturmmöwenkolonie auf dem Graswarder fern.
  • Die NABU-Gruppe bemängelt, dass es auf dem Graswarder keine öffentliche Toilette gibt.
  • Der Vorstand wurde komplett neu gewählt.

Heiligenhafen – Die biologische Vielfalt ist für die NABU-Gruppe auf dem Graswarder in Heiligenhafen weiterhin das wichtigste Thema. So machte der erste Vorsitzende Klaus Dürkop während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im NABU-Haus darauf aufmerksam, dass oftmals über die Agrarreform diskutiert werde. „Da bisher immer noch kein schlüssiges Gesamtkonzept für einen echten Systemwechsel in der Landwirtschaft vorliegt, weisen wir – in Anlehnung an den Graswarder – insbesondere auf Probleme bei der Erhaltung von Grünland hin.“

Einige Schwerpunkte bestimmten im vergangenen Jahr 2020 das Tun der Naturschutzgruppe in Heiligenhafen. So sei ein Metallgitterzaun auf dem Graswarder aufgebaut worden, um Füchse und Marder aus der Sturmmöwenkolonie fernzuhalten, so Dürkop. Erfreulich sei, dass der Bestand der Brutpaare bei den Sturmmöwen zugenommen habe. „Nach der Rückkehr der Sturmmöwen aus den Überwinterungsgebieten hat der Bestand von 2019 mit circa 150 Paaren auf circa 260 Paare im Jahr 2020 zugenommen“, erklärte der Vorsitzende.

Der westliche Bereich mit 15 Hektar Salzwiese des Naturschutzgebiets sei ab dem Monat Mai mit Rindern beweidet worden. „Hier konnten wir einen optimalen Erfolg bei Salzwiesenpflanzen wie der Strandaster und dem Strandlieder erzielen. Es sind regelrechte Blühteppiche entstanden“, sagte der Vorsitzende der Ortsgruppe und wünsche sich eine weitere Ausdehnung der Flächen, jedoch sei das von Absprachen mit dem Pächter abhängig.

Möwen finden wegen Trockenheit nicht genug Nahrung

Die Zahl der jagdlichen Eingriffe habe auf dem Graswarder durch eine gezielte Jagd abgenommen, so Dürkop. „In der Kolonie ist es ausgesprochen ruhig geworden. Die Brutzeit war im Bereich der eingezäunten Brutfläche bis zum Schlüpfen außerordentlich erfolgreich.“ Ein kleiner Wermutstropfen war, dass die Möwen aufgrund der Trockenheit nicht genug Nahrung wie beispielsweise Würmer finden konnten, müssten aber bei der Aufzuchtzeit hauptsächlich auf Würmer zurückgreifen.

„Nachforschungen in Ostholstein haben darüber hinaus ergeben, dass kaum noch artenreiches Grünland für Vögel zur Verfügung steht. Deshalb wichen die Sturmmöwen unter anderem auf die Erdbeerfelder der Firma Bockwold auf dem Klausdorfer Berg aus.“ Das bezeichnete Dürkop als eine unbefriedigende Lösung. Dennoch wachse die Kolonie. In 2021 habe es bereits circa 350 Brutpaare gegeben. Auch Gänse, Enten, Austernfischer und Wiesenschafstelzen würden vorkommen, so Dürkop.

Notdurft nicht in der Düne hinterlassen

Die Gruppe wünscht sich wegen der starken Besucherzahlen des Graswarders ein öffentliches Toilettenhäuschen. Hierzu seien bereits Gespräche mit Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) und Bauamtsleiter Roland Pfündl geführt worden, die aber noch nicht erfolgreich waren, da ein Toilettenhäuschen mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden sei, sagte Dürkop. „Dennoch ist das Verhalten der Besucher vom Graswarder, die ihre Notdurft in der Düne hinterlassen, nicht zu akzeptieren.“ Die Mitarbeiter der NABU-Gruppe sollen sogar schon von Gästen angepflaumt worden sein, die die private Toilette in der Naturschutzwarte benutzen wollten, berichtete Dürkop.

Auch der Vorstand wurde neu gewählt. Er besteht aus dem ersten Vorsitzenden Klaus Dürkop, dem zweiten Vorsitzenden Winfried Witt, Beisitzer Michael Vollmer, Schriftführerin Christiane Stephan, Jugendwartin Eva Witt sowie Kassenwartin Hannelore Wittrock.

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