Mit 30 Trommeln, gefertigt im Kinderhaus „Blauer Elefant“, zogen die Kinder über den Heiligenhafener Marktplatz. Fotos: Höppner

Marktplatz gehörte den Kindern

Trommeln für Kinderrechte

HEILIGENHAFEN (hö)  • Der Marktplatz in Heiligenhafen bot am Weltkindertag der jüngsten Generation die Plattform, um auf ihre – oft wenig berücksichtigte – Bedeutung in und für die Gesellschaft aufmerksam zu machen. So wurde vehement getrommelt, um lautstark eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz einzufordern.

Die Kinderrechte sind zwar seit 20 Jahren in der UN-Kinderrechtskonvention niedergeschrieben, doch erst durch eine Aufnahme ins Grundgesetz sehen Kinderschützer eine fruchtbare Basis, Kinderarmut erfolgreich zu bekämpfen und jedem Kind gleiche Bildungschancen, unabhängig vom sozialen Umfeld, zu eröffnen.

Dr. Theodor Siebel, 1. Vorsitzender des Ortsverbandes Heiligenhafen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), sieht Schleswig-Holstein, das vor zwei Jahren die Kinderrechte gesondert in die Landesverfassung aufgenommen hat, auf einem guten Weg, doch erst wenn die Kinderrechte Teil des Grundgesetzes wären, hätten sie ein ganz anderes Niveau erreicht. Zu den bedeutendsten Kinderrechten zählt Dr. Siebel das „Recht auf Erziehung“ und das „Recht auf Persönlichkeitsintegrität“. So ist der Staat ebenso in der Pflicht wie die Eltern.

Integriert in die gestrige Veranstaltung war ein von der Stadtjugendpflege ausgerichtetes Kinderfest, das den Kindern bei herrlichstem Spätsommerwetter reichlich Abwechslung bot. Die Arbeiter-Samariter-Jugend war mit einem Popcorn- sowie einem Schminkstand vertreten, der DKSB-Ortsverband gab Kaffee und Kuchen aus und stand für Info-Gespräche bereit, während Italo Servadio für den kleinen Snack zwischendurch sorgte. Für das größte Aufsehen sorgten die Kinder aber selbst, als sie – vorbei an zum Teil verdutzten Passanten – trommelnd über den Marktplatz und hinunter in die Brückstraße zogen, um der Forderung nach Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz Nachdruck verliehen.

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