Rainer Rübenhofer neuer Sprecher des Ortsverbandes der Grünen / Dieter Schiemann gibt Amt nach 15 Jahren ab

An „unbequeme Dinge herangewagt“

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Die Funktionsträger im Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen (v.l.n.r.): Schatzmeister Dieter Schiemann, stellvertretender Sprecher Heinz Kinadeter, Sprecher Rainer Rübenhofer und Stadtvetreter Gerd Panitzki. Die Kreisgeschäftsführerin der Grünen, Renate Stockfisch (mit Blumen), leitete die Wahl. ·

HEILIGENHAFEN · Dieter Schiemann gehört zu den Gründungsmitgliedern des 1996 gegründeten Ortsverbands von Bündnis 90 / Die Grünen. In diesen 15 Jahren war er als Grünen-Sprecher tätig. Auf der jetzigen Mitgliederversammlung in der „Fischhütte Haasch“ stellte er nun sein Amt zur Verfügung. Zum Nachfolger wurde einstimmig Rainer Rübenhofer gewählt.

Ebenso einstimmig waren auch die anderen Wahlergebnisse: Heinz Kinadeter wurde zum stellvertretenden Sprecher gewählt, Dieter Schiemann ist der neue Schatzmeister des Ortsverbandes der Grünen in Heiligenhafen. Die Wahlen wurden von der Kreisgeschäftsführerin Renate Stockfisch geleitet.

Dieter Schiemann ließ in seinem Bericht seine 15-jährige Tätigkeit noch einmal Revue passieren. So erinnerte er an die Gründung des Ortsverbandes am 24. Juni 1996 und den erfolgreichen Aufstieg der Grünen in Heiligenhafen, die heute in Fraktionsstärke mit zwei Abgeordneten im Stadtparlament vertreten sind.

Ein grünes Highlight in der Amtzeit von Dieter Schiemann war der Besuch Joschka Fischers in Heiligenhafen. Zu diesem Anlass hatte sich Schiemann noch einen neuen Sakko zugelegt – noch heute werde dieser in Ehren gehalten. Zu den Politgrößen, die die Grünen in die Warderstadt holten, gehörten auch die Parteivorsitzenden Angelika Beer und Fritz Kuhn sowie die ehemaligen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Kerstin Müller und Rezzo Schlauch.

In der „Fischhütte Haasch“ berichteten auch die beiden Stadtvertreter der Grünen, Gerd Panitzki und Rainer Rübenhofer, über ihre Arbeit im Stadtparlament.

„Wir haben uns auch an unbequeme Dinge herangewagt, wie die Erhöhung der Kurabgabe, wir sind dann aber abgewatscht worden“, sagte Gerd Panitzki. Jetzt habe die Verwaltung durch Bürgermeister Müller den gleichen Antrag noch einmal auf die Tagesordnung gebracht. Das zeige, dass die Grünen richtig gelegen hätten.

Die Baumschutzsatzung bleibe in Kraft, dafür hätten die Stadtvertreter der Grünen gestimmt. Rainer Rübenhofer machte am Beispiel von Oldenburg deutlich, wie wichtig eine Baumschutzsatzung ist. In der Nachbargemeinde wurden zahlreiche Bäume gefällt, Ersatzpflanzungen, wie sie eine Baumschutzsatzung vorschreibe, seien nicht getätigt worden.

In Heiligenhafen sorge die Baumschutzsatzung dafür, dass ab einer bestimmten Größenordnung Ersatzbäume gepflanzt werden müssen, sagte Rainer Rübenhofer.

Der Bürgerwald sei mithilfe der Grünen auch Realität geworden. Wie Rübenhofer betonte, könnten jetzt im Herbst die ersten Pflanzungen vollzogen werden. Es sei der Wunsch der Grünen, auf lange Sicht eine Promenade von der Kapitän-Nissen-Straße bis nach Strandhusen zu schaffen und so auch touristisch den Bürgerwald einbinden zu können.

Als einen Erfolg für grüne Politik in Heiligenhafen bezeichnete Gerd Panitzki die großen Photovoltaik-Anlagen, die zurzeit auf öffentlichen Gebäuden installiert werden.

Die Grünen in Heiligenhafen würden sich zudem für die Beibehaltung des Anrufbusses einsetzen. Auch der weitere Bau von barrierefreien Übergängen in der Altstadt bleibe ein Thema, dass die Grünen durchbringen wollten. Entsprechende Anträge sollen zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung gestellt werden.

Für die Grünen ist eine Umbenennung der Franz-Böttger-Schule unumgänglich. Die Grünen setzen sich mit der „braunen Vergangenheit“ Heiligenhafens auseinander und fordern auch die Umbenennung des Gustav-Frenssen-Weges, der Agnes-Miegel-Straße und der Ina-Seidel-Straße. Auch hier werde man die entsprechenden Anträge stellen, sagte Gerd Panitzki.

Die Grünen beschäftigen sich ferner mit dem Gedanken, einen Bürgerbus in Heiligenhafen zu verwirklichen. Wolfgang Röhr stellte auf der Mitgliederversammlung erste Ansätze für dieses Konzept vor, das den städtischen Haushalt entlasten könne. Solch ein Busbetrieb sei sehr verbreitet in Nordrhein-Westfalen und auch auf Fehmarn gebe es einen Bürgerbus, der allerdings verstärkt nur im Sommer fahre. Zurzeit koste die Stadt der Stadtbusverkehr etwa 70 000 Euro im Jahr, diesen Betrag könne man durch den Bürgerbus auf die Hälfte reduzieren, sind die Grünen überzeugt.

Als neues Mitglied konnten die Grünen in der „Fischhütte Haasch“ Lars Klawitter begrüßen. · ft

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