Tschernobyl-Hilfe ermöglicht Ostholstein-Besuche / Große Hilfsbereitschaft

Unvergessliche Wochen für Kinder aus Osteuropa

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Aktionen wie das Paddeln auf dem Binnensee wäre für die Kinder und Jugendlichen aus Weißrussland und der Ukraine in ihrer Heimat unvorstellbar – die Tschernobyl-Hilfe setzt sich dafür ein, ihnen diese Erlebnisse zu ermöglichen.

HEILIGENHAFEN · Paddeln auf dem Heiligenhafener Binnensee – für die 33 Kinder und Jugendliche aus Weißrussland und der Ukraine, die hier zu Gast sind, eine ganz neue Erfahrung. Möglich gemacht hat den Besuch in der Warderstadt die „Aktion Tschernobyl-Hilfe“ aus Hildesheim. Kinder aus den vom Reaktorunglück von 1986 und seinen Folgen betroffenen Regionen werden bereits seit zehn Jahren vom Verein in den Nordkreis Ostholsteins eingeladen, wo sie viel erleben können.

Eine Ausfahrt mit dem Kutter, Besuche im Aktiv-Hus und dem Meereszentrum oder ein Essen in der Fischhalle – das und mehr steht auf dem Programm der Sieben- bis 14-Jährigen, die zumeist aus von Krankheit und Verlust gezeichneten Familien stammen. „Das werden sie niemals vergessen“, ist sich Christa Woitalla sicher.

Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug zum Paddeln im Binnensee, den Surf- und Segelschulinhaber Axel Malicke sponserte. Bei einigen überwiegt zunächst die Angst vor den ungewohnt schwankenden Kanus, doch schon nach kurzer Eingewöhnung lassen die jungen Osteuropäer und die Kinder der Gastfamilien die Wasserfahrzeuge über den Binnensee gleiten. „Es ist enorm, wie groß die Hilfsbereitschaft der Leute hier ist“, freut sich etwa Christa Woitalla über die Kooperationsbereitschaft der Gewerbetreibenden. Da die Heimat der jungen Osteuropäer von großer Armut geprägt ist, könnten sie sich die Eintrittspreise nicht leisten – dank der zahlreichen Unterstützer sind ihnen erlebnisreiche Wochen in Ostholstein dennoch gewiss.

Neben den Besuchsfahrten nach Deutschland unterstützt die Tschernobyl-Hilfe die betroffenen Regionen mit zahlreichen Geldspenden sowie Warenlieferungen aller Art, denn vor allem die medizinische Versorgung bewege sich dort auf einem rudimentären Niveau, erklärte die 1. Vorsitzende des Vereins, Rita Limmroth.

„Zhiteli Heiligenhaven ochen rady washemu priyezdu i zhelajut vam horoshego otdyha“, dolmetschte sie die Grußworte von Folkert Loose, der die Grüße der Warderstadt überbrachte. Die Bürger Heiligenhafens, teilte der 2. stellvertretenden Bürgermeister mit, freuen sich über den Besuch und wünschen eine gute Erholung. Ein großer Dank Looses galt den Mitwirkenden der Tschernobyl-Hilfe, die sich seit zehn Jahren für das Wohl der Kinder und Jugendlichen einsetzen sowie den zahlreichen Sponsoren. · wob

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