Großenbrodes Bürgermeister tendiert zu Heiligenhafen

Verflechtungen bestehen schon jetzt

Großenbrodes Bürgermeister ist in der CDU, stimmte aber gegen seine Fraktion, als es um die Verwaltungszusammenlegung ging. Er will die Vereinigung mit Heiligenhafen.

Von Peter FothGROSSENBRODE • Noch nie hat eine Wahl die Gemüter der Großenbroder Bürger so erregt wie der Bürgerentscheid über die Verwaltungsstrukturreform. So wird in Großenbrode am 5.

November 2006 nicht nur ein Landrat gewählt, sondern darüber hinaus abgestimmt, ob die Gemeinde ihre Verwaltung mit der Nachbargemeinde Heiligenhafen oder der Gemeinde Oldenburg-Land zusammenlegt. Der CDU-Bürgermeister Hartmut Deiterding ist in dieser wichtigen Frage nicht mit der CDU-Fraktion konform. Er will Großenbrode mit Heiligenhafen vereinigen.

Mit 9:8 Stimmen sprach sich der Gemeinderat Großenbrode für die Verwaltungszusammenlegung mit Heiligenhafen aus. Acht CDU-Stimmen standen gegenüber vier Stimmen der Bürger für Großenbrode, zwei SPD-Stimmen und drei CDU-Stimmen (Bürgermeister Deiterding, dessen Sohn und Heiko Doyen). Nun geht es in den Bürgerentscheid.

Die Oldenburg-Land-Befürworter hatten auf ihrer Informationsveranstaltung ihre Gründe dargelegt (wir berichteten ausführlich darüber).

Nun zieht Heiligenhafen nach. Für die nächste Einwohnerversammlung hat Bürgervorsteher Norbert Suhr die Verwaltungsgemeinschaft mit Großenbrode auf die Tagesordnung gesetzt. Zu einer weiteren Informationsversammlung über die Verwaltungsstrukturreform haben die neun Großenbroder Gemeindevertreter, die für Heiligenhafen stimmten, am 1. November (Mittwoch), um 19 Uhr, in das Hotel „Landkrug“ in Großenbrode eingeladen. Hier wird auch Bürgermeister Heiko Müller seinen Standpunkt für eine Zusammenlegung der Großenbroder Verwaltung mit Heiligenhafen darlegen.

Mehrheit der Gemeindevertretung für Heiligenhafen

Zu den neun Heiligenhafen-Befürwortern in der Gemeindevertretung gehört auch Bürgermeister Hartmut Deiterding. In der Heimatzeitung machte der Großenbroder Bürgermeister seinen Standpunkt noch einmal deutlich. Bei der Entscheidung für einen zukünftigen Partner zur Erledigung der Verwaltungsaufgaben spielen für Hartmut Deiterding die Verflechtungsbeziehungen, das sind die Bereiche Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen, Daseinsfürsorge/Infrastruktur, Pendlerbeziehungen und Schulstandorte, eine wichtige Rolle. Wie Deiterding betonte, gehen zurzeit drei Großenbroder Kinder in Heiligenhafener Kindergärten, weitere fünf Kinder werden im Kinderhort betreut und 86 Großenbroder Schüler werden in Heiligenhafener Schulen (Haupt-, Real- und Förderschule) unterrichtet. Diese Tatsache gewinne vor dem Hintergrund des Entwurfs eines neuen Landesschulgesetzes zusätzliche Bedeutung, demzufolge die Schulträgerschaft an den jeweiligen Verwaltungssitz gebunden sein soll. Im Tourismusbereich habe sich die bisherige Zusammenarbeit schon als positiv erwiesen, sagte Deiterding.

Deiterding: „Im Klartext gesagt, wird es keine Übernahme des Großenbroder Kurbetriebes durch die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) geben. Wir werden die bestehende Zusammenarbeit mit der Tourismusvertretung Heiligenhafens weiter intensivieren, aber unsere eigenen Interessen, wie bisher, bewahren.“  Großenbrode werde bei einer Verwaltungsgemeinschaft mit Heiligenhafen selbstständig bleiben und Mitspracherechte haben, insbesondere hinsichtlich der Auswahl von Dienstkräften, die mit Verwaltungsaufgaben der Gemeinde Großenbrode betraut werden.

„Keiner braucht   um seinen Job   zu bangen“

„Das von der Veränderung betroffene Personal wird im Falle einer Vereinbarung mit Heiligenhafen vollständig und seinem Können und etwaigen Einsatzwünschen entsprechend, in die Stadtverwaltung, integriert. Die aktuelle Personalsituation der Stadt Heiligenhafen wird im Gegensatz zu Oldenburg-Land zu keiner Erhöhung des Personalbestandes führen“, sagte Deiterding.

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