Ein ICE hält an einem Bahnhof.
+
Wie im jüngsten Hauptauschuss deutlich wurde, gibt es zum Thema ICE-Haltepunkt am zukünftigen Standort Großenbrode-Heiligenhafen keine neue Entwicklung. Derzeit plane die Bahn mit einem ICE-Halt in Oldenburg, teilte Kuno Brandt mit.

Erste Sitzung des Hauptausschusses

Bahnhalt: Noch viele Fragen offen

  • Patrick Rahlf
    vonPatrick Rahlf
    schließen

Das Planfeststellungsverfahren zum neuen Bahnhaltepunkt Großenbrode-Heiligenhafen, der im Zuge der Festen Fehmarnbeltquerung geplant ist, soll diesen Sommer beginnen. In der Stadtverwaltung wurde eine Klimaschutzbeauftragte eingestellt.

  • Stadt Heiligenhafen stellt Klimaschutzbeauftragte ein.
  • ICE-Haltepunkt soll bislang in Oldenburg bleiben.
  • Alfa-Linienfahrten laufen bisher nicht an.

Heiligenhafen – Erstmals hat in diesem Jahr der Hauptausschuss der Stadt Heiligenhafen im Kursaal getagt – natürlich mit reichlich Abstand und Maskenpflicht auf den Gängen. Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) konnte unterdessen verkünden, dass zum 1. Januar eine neue Mitarbeiterin eingestellt worden ist, die sich innerhalb der Verwaltung neben der Stadtplanung auch mit dem neu geschaffenen Aufgabenbereich Klimaschutz beschäftigen wird.

„Es hat lange gedauert, bis es uns gelungen ist, diese Stelle zu besetzen“, erklärte Brandt, der in diesem Zusammenhang auch darauf anspielte, dass die Nachwuchsgewinnung ein zähes Unterfangen geworden sei. „Leider scheint der öffentliche Dienst nicht mehr attraktiv genug zu sein. Gute Auszubildende zu finden, die wir langfristig in die Verwaltung einbinden wollen, wird immer schwieriger“, erklärte der Bürgermeister gegenüber den Hauptausschussmitgliedern. 

Noch viele Fragen zum Bahnhaltepunkt

Auch der geplante neue Bahnhaltepunkt Großenbrode-Heiligenhafen, der im Zuge der Hinterlandanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung an der K42 entstehen soll, ist am Montag Thema im Hauptausschuss gewesen. Das Planfeststellungsverfahren soll im Sommer dieses Jahres beginnen, berichtete  Heiligenhafens Bürgermeister von einem Gespräch mit den Vorhabenträgern vom 21. Januar. Von Simon Schulz (BfH) kam die Nachfrage, ob denn aktuell mit einem ICE-Haltepunkt an diesem Standort geplant werde. Bekanntlich haben sich die Kommunalpolitiker  dafür ausgesprochen. „Derzeit geht man davon aus, dass der ICE-Halt für die Region in Oldenburg bleibt. Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten“, so Brandt, der sich für eine einstündige Taktung der Züge ausspricht. „Aktuell ist noch eine zweistündige Taktung vorgesehen.“ Für den Bahnhaltepunkt selbst habe sich die teurere Variante drei mit Unterführung als Favoritin herauskristallisiert. Bis zu 90 Prozent der Kosten sollen von den Vorhabenträgern übernommen werden. 

An Aufklärungsgesprächen zu AKW-Schutt teilnehmen

Ebenfalls ging Kuno Brandt in seinen Mitteilungen auf die geplante Lagerung von bis zu 6000 Tonnen freigemessenem AKW-Schutt in Johannistal ein. „Wir sind zwar nicht direkt als Stadt betroffen, aber immerhin eine Nachbargemeinde – und deshalb sollten wir uns aus diesem Thema nicht heraushalten und ebenfalls an den zuständigen Minister Fragen stellen. Hier ist noch Aufklärung nötig“, bekräftigte Brandt, der das Gespräch mit Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) suchen wolle.

Wir sind zwar nicht direkt als Stadt betroffen, aber immerhin eine Nachbargemeinde – und deshalb sollten wir uns aus diesem Thema nicht heraushalten und ebenfalls an den zuständigen Minister Fragen stellen. Hier ist noch Aufklärung nötig.

Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos)

Auch Corona war natürlich Thema im Ausschuss. Senioren hätten sich an die Stadt Heiligenhafen mit der Frage gewandt, wie sie ohne Auto zu einem Impfzentrum kommen sollen. „Ich habe diesbezüglich mit dem Landrat Kontakt aufgenommen. Die Taxiunternehmer und die Krankenkassen besprechen das Thema derzeit“, so die Auskunft von Brandt, der sich im Kieler Sozialministerium dafür eingesetzt hatte, ein mobiles Impfteam in den Avila-Wohnpark nach Heiligenhafen zu schicken. Schließlich sei die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner, die älter als 80 Jahre alt sind, dort sehr hoch. „Ich habe mir eine Absage eingehandelt. Die Kapazitäten der mobilen Impfteams seien zu gering, lautete die Begründung“, so Brandt. 

Alfa-Linienfahrten bislang nur wenig genutzt

Alles andere als eine Erfolgsgeschichte ist unterdessen das Projekt Alfa (Anruf-Linien-Fahrten), das vor rund drei Jahren als Folgeprojekt des Anrufbusses umgesetzt worden ist und an dem die Stadt Heiligenhafen im vergangenen Jahr mit einem Zuschuss in Höhe von 4933 Euro beteiligt war. Vier Linien sind von Heiligenhafen aus nutzbar, insgesamt gab es im vergangenen Jahr allerdings nur 299 Fahrgäste. Drei der vier Linien hatten dabei insgesamt nur 59 Fahrgäste. „Wir haben auch geschluckt, als wir diese Zahlen gesehen haben. Das ist wirklich ernüchternd“, sagte Heiligenhafens Büroleitender Beamter Kai-Uwe Maurer. 

Bei den Parkgebühren hat die Stadt im vergangenen Jahr 79240 Euro eingenommen. Zum Vergleich: 2019 waren es 98423 Euro, 2018 sogar 104186 Euro. „Unter Berücksichtigung der Pandemie und den fehlenden Gästen im Frühjahr kann man mit dem Betrag doch noch recht gut leben“, merkte der Ausschussvorsitzende Gerd Panitzki (CDU) an. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.