Vier Ostholsteiner wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz mit der Kreis-Ehrennadel ausgezeichnet

„Keine Selbstverständlichkeit mehr“

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Landrat Reinhard Sager (l.) und Kreispräsident Ulrich Rüder (r.) mit den Ausgezeichneten Björn Lüth (v.l.), Helga Richter, Hans Joachim Seidel und Hermann Lafrentz.

OSTHOLSTEIN -ra- An vier Personen ist Dienstagabend die Ehrennadel des Kreises Ostholstein für besondere ehrenamtliche Verdienste verliehen worden. Mit Hermann Lafrentz aus Ölendorf (Neukirchen) und Hans Joachim Seidel aus Oldenburg wurden auch zwei Bürger aus dem Verbreitungsgebiet der HP ausgezeichnet. Helga Richter aus Neustadt sowie Björn Lüth aus Bad Schwartau komplettierten das Quartett, das von Landrat Reinhard Sager die Ehrennadeln im Rahmen einer Feierstunde in Cismar angesteckt bekam.

Kreispräsident Ulrich Rüder hob in seiner Ansprache die Selbstlosigkeit und gelebte Selbstverantwortung der Ehrenamtler hervor. Unentgeltlich oder gegen eine sehr bescheidene Aufwandsentschädigung übernehmen sie freiwillig Aufgaben und erledigen Arbeiten zugunsten ihrer Mitmenschen. Dies könne man nicht hoch genug bewerten. Das Ehrenamt erfordere von denjenigen, die sich engagieren, Zeit und Kraft, manchmal auch Nerven, genauso wie Ausdauer und Verlässlichkeit. „Und das ist in unserer Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Ich wünsche uns deshalb, dass sich auch in Zukunft in unserem Kreis Menschen finden, die bewusst die Entscheidung treffen, ihr Lebensumfeld zu verbessern und andere zu unterstützen“, so der Kreispräsident. 

Der bei Neukirchen lebende Hermann Lafrentz wurde für seine seit Jahrzehnten andauernde engagierte und ehrenamtliche Tätigkeit vor allem für den Denkmalschutz ausgezeichnet. „Mit großem Einsatz hat er sich für den Erhalt, die Restaurierung und unter Denkmalschutzstellung der Löhrstorfer Steinbogenbrücke bei Sütel eingesetzt. Nach langwierigen Gesprächen konnten Fördermittel über die Gemeinde vom Land für die Sanierung der Brücke eingeworben werden“, führte Ulrich Rüder in seiner Ansprache aus. Im Jahr 2006 wurde die Maßnahme durchgeführt, 2007 konnte die Brücke für die Öffentlichkeit wieder freigegeben werden. Aber auch für die Ausschilderung des europaweiten Pilgerweges zwischen Großenbrode und Grube hat sich der 81-Jährige eingesetzt. „Als ehrenamtlicher Heimatforscher gab er gute und nützliche Hinweise für die Rekonstruierung des früheren Verlaufes des Pilgerweges.“ Über viele Jahre war Hermann Lafrentz außerdem als ehrenamtlicher Gemeindevertreter und als Verbandsvorsteher im Wasser- und Bodenverband tätig. 

Der Oldenburger Hans Joachim Seidel erhielt die Auszeichnung unter anderem für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit für die Stiftung Oldenburger Wall, für den Bäckerfachverein Oldenburg/ Heiligenhafen und für die Projektgruppe Seeadlerschutz. Seit 1988 ist der 79-Jährige Mitglied der Stiftung Oldenburger Wall, für die er ein historisches Backhaus gesucht, gefunden, mit abgebaut und in Oldenburg schließlich wieder mit aufgebaut hat. In diesem Backhaus hat er von 1991 bis 2015 das bekannte und beliebte Wallbrot sowie Kuchen gebacken. „Beachtlich ist auch die Tätigkeit von Hans Joachim Seidel als Vogelwart auf der Hamburger Hallig von 1987 bis 1998“, so Ulrich Rüder.

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