Golfresort und Vier-Sterne-Hotel mit Seebrücke sollen Heiligenhafens touristische Zukunft sichern

Visionäre Megaprojekte in Planung

Der Standort für das Strandhotel mit Seebrücke ist in exponierter Lage auf dem Steinwarder in unmittelbarer Nähe zum Yachthafen und zum angrenzenden Naturschutzgebiet Graswarder geplant.

Von Andreas Höppner und Peter Foth

HEILIGENHAFEN • Zum Glück haben wir heute nicht den 1. April. Sonst könnte der Bürger möglicherweise an einen Aprilscherz glauben, wenn Heiligenhafens Bürgermeister Heiko Müller von Planungen zu zwei visionären Großprojekten berichtet, die das touristische Angebot der Warderstadt wesentlich verändern werden. So stehen Investoren bereit, die ein Strandhotel mit angebundener Seebrücke auf dem Steinwarder sowie einen Golfplatz westlich des Ferienparks errichten wollen. Schon in der kommenden Woche befassen sich die städtischen Gremien mit diesen touristischen Projekten, die zu Meilensteinen in der Stadtentwicklung werden könnten.

Die Aussichten für Heiligenhafens touristische Zukunft sehen wirklich nicht schlecht aus. Bürgermeister Heiko Müller präsentierte am Mittwoch im Restaurant „Strandläufer“ beim zweiten Workshop zur Belebung der Heiligenhafener Innenstadt das neue Hotelprojekt auf dem Steinwarder sowie ein Golfresort am Hohen Ufer.

Stadtvertretung entscheidet am 21. Juni

Nach den Worten von Heiko Müller gebe es für das Vier-Sterne-Hotel und den Golfplatz Investoren. Wenn die Stadtvertretung auf ihrer  nächsten Sitzung am 21. Juni (Donnerstag) den Plänen zustimme, könnte die Planung des Golfplatzes sofort angeschoben werden, denn die Investoren und der Betreiber stünden „in den Startlöchern“.

Dem Golfplatz angegliedert würden 350 Wohneinheiten in Form von kleinen Häusern, die typisch für Schleswig-Holstein sein sollen. Die geplanten Häuser sollen nach amerikanischem Vorbild direkt an den Greens stehen. Bei 2300 Betten rechnen die Investoren mit 580000 Übernachtungen pro Jahr, was einem Mietumsatz von zehn Millionen Euro entsprechen würde. Auch der regionale Arbeitsmarkt könnte profitieren, so gehen die In- vestoren von 130 neuen Arbeitsplätzen aus. Die Stadtkasse könnte mit Gewerbesteuer- einnahmen von rund 400000 Euro rechnen, wie der Bürgermeister betonte. Auf dem  Golfresort sind keine eigene Gastronomie oder größere Einkaufsgeschäfte geplant. Die Anlage sei hingegen so konzipiert, dass Heiligenhafens Wirtschaft davon profitieren und die Infrastruktur der Stadt gestärkt werden könnte, erklärte Heiligenhafens Verwaltungschef.

Die Anbindung soll über den Eichholzweg erfolgen, damit die anreisenden Gäste durch die Stadt fahren müss-ten, und so einen ersten Einblick von der Warderstadt be- kämen. Die touristische Belegung der Wohneinheiten ist auf Ganzjahresbetrieb ausgerichtet. So könnte die Nebensaison in Heiligenhafen belebt werden, sagte Müller. „Wenn die Stadtvertretung zustimmt, kann es morgen losgehen“, versprühte er Optimismus.

Hotel als Rundbau konzipiert

Damit nicht genug, mit dem Bau des geplanten Vier-Sterne-Hotels auf dem Steinwarder, nur wenige Meter entfernt vom „Gill-Hus“, würde Heiligenhafen sich einen lang gehegten Traum erfüllen und  ein neues Gästepotenzial erschließen können. Geplant ist ein Strandhotel mit 133 Zimmern und rund 200 Betten. Das Besondere und Einmalige für Schleswig-Holstein: Das Hotel ist als Rundbau mit sieben Stockwerken konzipiert.  Blickfang der neuen Hotelanlage ist ein neben dem Hauptgebäude stehender schlanker Leuchtturm, in dem ein Fahrstuhl untergebracht ist, über den die einzelnen Stockwerke erreicht werden. Die Pläne stammen vom renommierten Architekten Professor Hans Kollhoff. Angebunden an das Vier-Sterne-Hotel ist eine Seebrücke mit kleinen Geschäften und einem Restaurant. Als Vorbild dient die extravagante Seebrücke von Heringsdorf auf Usedom. Ihre Länge ist abhängig von der Wassertiefe, denn zum Anlegen von größeren Schiffen ist eine Wassertiefe von 4,50 Meter erforderlich. So könnte der Seesteg bis zu 800 Metern in die Ostsee hinausgehen. Ein Investor für das neue Luxushotel sei vorhanden. Nach einem Betreiber müsse man sich noch umsehen. Bei der Seebrücke werde der Investor auch als Betreiber auftreten, sagte Heiko Müller.

Heiligenhafens Bürgermeis-ter zeigte sich optimistisch, denn bei der Vorstellung dieser zukunftsweisenden Projekte habe es auf einer nichtöffentlichen Sitzung der Stadtvertretung schon eine breite Zustimmung gegeben. Jetzt werde die Planung in den Ausschüssen thematisiert.

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