Fünf Seeadler kreisen über dem Naturschutzgebiet auf der Suche nach Beute

Vogelzählung auf dem Graswarder

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Im Januar versank das Naturschutzgebiet Graswarder unter Eis und Schnee. ·

HEILIGENHAFEN · Rechtzeitig bevor der Winter sich im Vogelschutzgebiet Graswarder zurückmeldete, konnten bei leichten Plusgraden in der zweiten Januarwoche im Rahmen der internationalen Vogelzählung die Bestände vor Ort aufgenommen werden. Besonderheiten seien nicht zu vermelden gewesen, sagte Klaus Dürkop, Referent des Vogelschutzgebietes.

Bis auf zwei Ohrentaucher und größere Ansammlungen an Mittelsägern sowie Singschwänen fehlten Limikolen gänzlich. Schneeammern und sonstige Kleinvögel ließen sich ebenfalls nicht blicken. Unruhe verbreiteten nur fünf Seeadler, die sich über das gesamte Naturschutzgebiet verteilten. Die sonst im Januar anzutreffenden Reiher- und einzelne Bergenten waren ins Eichholz hinter dem Ferienzentrum ausgewichen. Dann versank der Graswarder am Sonntag (13. Januar) wieder einmal im Schnee. Die Schneeflocken deckten zunächst alle Spuren der Füchse und Marder zu. Doch schon am nächsten Tag seien die Fährten dann wieder gut sichtbar gewesen, so Klaus Dürkop.

Den Gesang der Schwäne kann man von der Binnensee-Südpromenade bei Windstille gut hören.

Jetzt konnten die Jäger ans Werk gehen. Sie haben bei der Dezimierung der Bestände schon gute Erfolge verbuchen können. Nur mit ihrer Hilfe könne man 2013 auf den Graswarder wieder einmal ein positives Brutjahr erwarten, sagte der Naturschützer. In Anerkennung für seinen ehrenamtlichen Einsatz für den Naturschutz wurde Klaus Dürkop im Rahmen des Neujahrsempfanges der CDU Heiligenhafen mit dem „Dankeschönpreis” geehrt (wir berichteten). Wie Klaus Dürkop feststellte, sei das der Anfang zu einer erfolgreicheren Zusammenarbeit, über die er sich sehr freue.

Schon im Dezember des vergangenen Jahres war das Naturschutzgebiet Graswarder einmal unter Schnee und Eis versunken. Bis zu fünf Seeadler versprachen sich in diesen Dezember-Tagen reiche Beute, meist jedoch aber ohne Erfolg. Geschwächte Wasservögel gab es noch nicht und die etwa 600 Graugänse hatten fluchtartig den Raum um Heiligenhafen verlassen, berichtete Klaus Dürkop.

Dafür flogen Singschwäne in größerer Zahl auf dem Binnensee ein und ließen sich von der Südpromenade aus gut fotografieren. Zum ersten Mal konnte man von der Binnenseepromenade bei Windstille in aller Ruhe die Rufe der Großvögel genießen und sie bei ihrer Vorbalz mit der Kamera beobachten. Ein Genuss für alle Naturfreunde.

Die Anzahl der Reiherenten hielt sich auch im Dezember in Grenzen, dagegen nahmen die Kanadagänse mit 82 Exemplaren zu. Im Yachthafen hielten sich bereits mehr als 26 Exemplare von den Zwergtauchern auf. Ebenfalls früher als sonst, stellte Klaus Dürkop fest.

In den nächsten Tagen soll das Thermometer wieder steigen. Plusgrade könnten den Graswarder dann wieder von Schnee und Eis befreien.· ft

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