Poppendiecker: Verkehrssicherung auf der E47 mangelhaft / Straßenführung zu unübersichtlich

Wann kommt der nächste tödliche Unfall?

Minister Dietrich Austermann bittet der SPD-Stadtvertreter Gerhard Poppendiecker um Hilfe, damit die Baustellenbereiche auf der E47 sicherer werden. Die nicht mehr gültige weiße Fahrbahnmarkierung wurde nicht entfernt und irritiert die Autofahrer.

Von Peter FothHEILIGENHAFEN • Die täglichen Klagen von Autofahrern und Heiligenhafener Bürgern über die schlechte, unzureichende Verkehrssicherung in den Baustellenbereichen zwischen Heiligenhafen und Gremersdorf haben den SPD-Stadtvertreter Gerhard Poppendiecker veranlasst, von Minister Dietrich Austermann bessere Sicherheitsmaßnahmen für diesen Streckenabschnitt der E 47 zu fordern.

Wie wir berichteten, starb bei einem schweren Unfall vor wenigen Tagen auf der E 47, kurz nach der Abfahrt Heiligenhafen, ein siebenjähriger Junge in einem Unfallauto.

Besonders bei schlechtem Wetter oder bei Dunkelheit fühlen sich viele Verkehrsteilnehmer in den Baustellenbereichen nicht mehr sicher, was Anrufe von besorgten Bürgern bei Gerhard Poppendiecker täglich deutlich machen. Auch der tödlicher Unfall passierte bei Dunkelheit und schlechtem Wetter.

Leitbaken in nördlicher Richtung nicht beleuchtet

Wie Poppendiecker in seinem Schreiben an den Minister bemängelt, sind die Leitbaken vor den Umgehungen nur von Süden kommend beleuchtet. Von Norden kommend fehlen die Lichter auf den Baken. Zum Anderen gäbe es keine Ausweichmöglichkeiten für die Autos, wenn Einsatzfahrzeuge zum Unfallort müssen. Stephan Brumm, Rettungssanitäter beim ASB, machte gegenüber unserer Zeitung ebenfalls auf diesen Missstand aufmerksam.

Stephan Brumm: „Wir können nur hoffen, dass der Verkehr bei einem Unfall nicht ganz zum Stehen kommt und so die Rettungswagen mit dem ,noch fließenden Verkehr’ an die Unfallstelle kommen. Die Kraftfahrer haben bei der Enge der Spurbreite in den Baustellenbereichen keine Möglichkeit um Rettungsfahrzeugen die ,Mittelgasse’ freizumachen. Auch Ausweichstellen sind nicht vorhanden.“

Wie Poppendiecker an den Minister schreibt, seien die gelben Fahrbahnmarkierungen oft total verschmutzt, also kaum sichtbar. Im Bereich Gremersdorf bis Heiligenhafen sind die alten weißen Streifen nicht übermalt worden und irritierten so den Autofahrer.

Reflektoren für die Mittelbegrenzung?

Es stellt sich für Poppendiecker die Frage, warum man die Mittelbegrenzung nicht mit Reflektoren versehen hat. Damit wäre ein großes Stückchen Sicherheit mehr vorhanden.

Gespräche mit der Straßenbauverwaltung Lübeck habe es schon gegeben. Maßnahmen wurden zugesagt, geschehen sei bisher nichts, stellte Bürgervorsteher Norbert Suhr fest. Deshalb auch Poppendieckers Bitte an Minister Dietrich Austermann hier schnell zu helfen, damit nicht noch mehr Unfälle auf diesem Baustellenabschnitt geschehen können.

Bürgermeister Heiko Müller hat arge Bedenken vor dem Verkehrsaufkommen in der Hochsaison. Die Baustellenbereiche vor Heiligenhafen seien in diesem Zustand für den Verkehrsansturm in der Urlaubszeit nicht ausgebaut. Die Abbiegespur nach Heiligenhafen sei viel zu kurz angelegt. Wenn die Hochseefähren in Puttgarden im 45 Minutentakt ihre Autofracht auf die Straße schicken, werde es gefährlich auf der E47 bei Heiligenhafen.

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