Neue Sonderausstellung in Kooperation mit dem „Haus der Natur“ Cismar zeigt Muscheln und Schnecken

Weichtiere erobern das Heimatmuseum

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Dr. Vollrath Wiese und seine Frau Gyde stimmten mit einem unkonventionellen Duett auf Tritonshorn-Gehäusen auf die neue Sonderausstellung im Heimatmuseum ein.

HEILIGENHAFEN · Harte Schale, weicher Kern – in seiner aktuellen Sonderausstellung „Schätze aus dem Meer“ nimmt sich das Heimatmuseum zumeist schleimigen Zeitgenossen an: Muscheln und Schnecken stehen im Mittelpunkt der neuen Sonderschau, die in Zusammenarbeit mit dem „Haus der Natur“ in Cismar gezeigt wird. Mit einer kurzweiligen Vorführung brachte Dr. Vollrath Wiese den Besuchern bei der Eröffnung am Freitag die überraschend vielseitigen Weichtiere ein ganzes Stück näher.

Mit einem eher seltenen Einsatzbereich der Weichtiere machte der Leiter des „Hauses der Natur“ gleich zu Anfang vertraut – im Duett mit seiner Frau Gyde entlockte er zwei Tritonshorn-Gehäusen erstaunliche Töne und machte zugleich deutlich, dass hier keineswegs nur trockene meereswissenschaftliche Materie zu erwarten ist.

Denn die „Stars“ der Sonderausstellung haben es durchaus in sich: Manche Arten werden nicht einmal einen Millimeter groß, andere tragen mehrere hundert Kilo schwere Panzer mit sich umher. Neben einer teils sehr langen Lebensdauer haben manche der Tiere trotz ihres weichen Körperbaus Kniffe ersonnen, um den extremen Druckverhältnissen in den Tiefen der Meere zu trotzen. Nicht zuletzt wissen sie sich ihrer weichen Haut zu erwehren: Mit starken Giften, spitzen Stacheln und anderen Tricks machen Muscheln und Schnecken ihren Feinden das Leben schwer.

Vom Farbspender bis zum Gaumenschmaus

Doch auch das Verhältnis zwischen Mollusken und Menschen wird im Rahmen der Ausstellung beleuchtet: So erörterte Dr. Vollrath Wiese etwa, dass Gehäuse von Muscheln oder Schnecken schon seit jeher in einigen Kulturkreisen als Zahlungsmittel verwendet wurden. Im Mittelalter dienten zahllose Exemplare der Purpurschnecke als Lieferant für königliche Farbstoffe, auch auf zahlreichen Speisekarten finden sich die Weichtiere wieder – und sie können im Notfall sogar als Schmiermittel Verwendung finden, zählte der Museumsleiter den zugleich faszinierten und überraschten Besuchern auf.

Bis zum 22. September können die „Schätze aus dem Meer“ im Heimatmuseum bewundert werden. Geöffnet ist dienstags bis freitags sowie an Sonn- und Feiertagen von 15 bis 17 Uhr. · wob

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