985 Athleten beim Mitternachtslauf am Start

Wettlauf zur Geisterstunde

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Gelungener Start von 895 Läuferinnen und Läufern beim 23. Mitternachtslauf am Freitag auf der Sportplatzanlage am Lütjenburger Weg.

HEILIGENHAFEN · Er ist das sportliche Highlight im Ostseebad Heiligenhafen: der Mitternachtslauf des TSV Heiligenhafen. 895 Läuferinnen und Läufer waren am Freitagabend bei der nun 23. Ausgabe des nördlichsten Nachtlaufs Deutschlands an den Start gegangen.

Pünktlich um 23 Uhr startete Sven Würrer das große Feld der Athleten. Nach 32:48 Minuten stand fest, dass der als Favorit gehandelte Dennis Mehlfeld vom Lübecker SC mit der Startnummer eins als erster Läufer durchs Ziel kam. Der Leistungssportler freute sich über seinen Sieg und kündigte an, dass er jetzt nach Österreich fahre, um am Großglockner zu starten. Der Mitternachtslauf zur „Geisterstunde“, zu dem sich immer mehr Läufer anmelden, ist seit 23 Jahren der Renner beim TSV Heiligenhafen. Unter den Startern sind weit gereiste Teilnehmer wie Niko Richert, der für einen Moskauer Verein startete. Andere Vereinsnamen, wie „Shanghai Downtown Runners” deuten darauf hin, dass die Läuferin Isabell Guckert-Detlef für China startete. Der 10-Kilometer-Kurs durch Heiligenhafen wurde wegen der zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet leicht geändert. Die Strecke führte zunächst durch die Innenstadt von Heiligenhafen, dann mit leichten Steigungen hinauf bis zum Höhenweg und anschließend mit leichten Gefällen wieder hinunter zum Yachthafen. Am Gill-Hus vorbei ging es entlang der Strandpromenade, über die Elefantenbrücke führte die Strecke zum Ferienzentrum, dann ging die Strecke entlang der Straße an der neu gestalteten Binnenseepromenade entlang. Von hier war das Ziel zum Sportplatz dann nicht mehr weit. Viele Einheimische und Gäste säumten zu später Stunde die Strecke und hatten es sich zum Teil bei Kaffee und anderen Getränken gemütlich gemacht. In dieser Nacht schlief Heiligenhafen wenig, denn auch viele Heiligenhafener Geschäfte hatten bis 22 Uhr geöffnet und zum Shoppen eingeladen. Der Buchhändler Gerhard Janssen hatte eigens drei Lesungen zum Mitternachtslauf organisiert.

Bevor die Läufer starteten, hatten die Organisatoren wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Im Rahmen des 23. Mitternachtslaufs gab es zwei Läufe für Kinder und Jugendliche. Die Kinder der Jahrgänge 2000 bis 2005 nahmen am Mini-Mitternachtslauf teil, dessen Streckenlänge 1 Kilometer beträgt. Die Laufstrecke der etwas Älteren wurde gegenüber dem Vorjahr auf 3,2 Kilometer verdoppelt. Der bereits seit 1999 bestehende Streckenrekord bei den Männern liegt bei 30:58 Mitnuten. Der Rekordlauf bei den Frauen steht bei 35:14 Minuten und wurde bereits am zweiten Mitternachtslauf 1990 aufgestellt. Diese beiden Bestmarken konnten nicht geknackt werden. Das hing auch von den Wetterverhältnissen ab, denn am Freitag war es kälter als sonst. Dank einer guten Moderation von Hans-Erich Jungnickel aus Kiel, einem erfolgreichen Marathonläufer, konnten die zahlreichen Zuschauer das sportliche Ereignis hautnah verfolgen. Als Favoriten wurden der im vergangenen Jahr Zweitplatzierte John Alexander (SV Turbine Berlin) und Dennis Mehlfeld (Lübecker SC) gehandelt. Dennis Mehlfeld lief auch als Erster durchs Ziel, konnte aber den Bahnrekord nicht knacken. Auf Platz zwei kam mit einer Zeit von 33:15 Minuten Claudius Michalak aus Bad Segeberg. Den dritten Platz sicherte sich Klaas Franzen (LBV Phönix Lübeck) mit einer Zeit von 34:18 Minuten. Bei den Damen siegte Ilona Pfeiffer vom LC Solbad Ravensberg (37:33). Der zweite Platz ging an Sandra Barborseck (38:30) vom TV 03 Breitenbach. Daniela Bähr vom Lubinus Clinicum Kiel wurde mit 39:52 Minuten Dritte.

Ein Blick auf die Altersklassen zeigt, dass auch viele ältere Läufer und Läuferinnen an den Start gegangen waren. Mit 80 Jahren waren Hans Joachim Matthies und Gerhard Gotthard die ältesten Teilnehmer.

Bei den Damen gingen Jutta Gebhard sowie die Lübeckerinnen Ingeburg Mendorff und Antja Asmus für die Altersgruppe W 70 an den Start. Moderator Hans-Erich Jungnickel war aufgefallen, dass sich auch ein Heiko Müller mit der Startnummer 641 angemeldet hatte. Bürgermeister Heiko Müller klärte aber auf, dass er nicht der Läufer sei, dann würde der Mitternachtslauf zu spät enden. Zum ersten Mal gestartet waren die „Blauen Pfeile“ von der Gruppierung „Bürger für Heiligenhafen“. Erstmals beim Mitternachtslauf dabei war auch HP-Volontär Wolfgang Behrends. Mit einer Zeit von 50:54 Minuten lag er noch gut im Mittelfeld, konnte aber Laufprofi Touristikleiter Oliver Behncke (45:15 Minuten) nicht schlagen. Weitere Heiligenhafener Läufer erreichten folgende Zeiten: 49:53 für Peter Schmütsch und 53:07 für Michael Hasselmann. Nach dem Zieldurchlauf erhielten alle Läufer den Mitternachtslauf-Becher der mit isotonischen Getränken aus der Stadt-Apotheke gefüllt wurde. Die Organisation am Start hatte Günter Roden, langjährige Spartenleiter Leichtathletik und Vorsitzender des Leichtathleten-Verbandes Ostholstein. Ein Kompliment gab es für Elke Teegen, die seit 18 Jahren 2. Vorsitzende des TSV Heiligenhafen ist und mit 130 Helfern eine perfekte Organisation des Mitternachtslaufes hingelegt hatte. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte DJ Florian Kinnert. Lobende Worte gab es auch für das ausgezeichnete Catering am Rande des sportlichen Geschehens durch den Pächter des Sportlerheimes, Sven Würrer. · ft

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