Stadtvertretung Heiligenhafen

Wohin mit dem Seetang?

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Harry Mielke erwartet eine verstärkte Geruchsbelästigung durch die neue Seetang-Deponie.

HEILIGENHAFEN - Die geplante, etwas westlicher gelegene neue Deponie für Seetang hat für „hohen Wellengang“ in der Bürgerfragestunde der Stadtvertreter-Sitzung gesorgt. Harry Mielke, selbst Anwohner des Steinwarders, rechnet mit einer Geruchsbelästigung, da der Platz nur 80 Meter von der Appartementanlage Steinwarder 1 und nur wenige Meter vom Café und Restaurant „Oase“ entfernt sei. „Wir alle wissen, dass Seetang stinkt und uns die Gäste verscheuchen wird“, sagte Mielke.

Er machte auch darauf aufmerksam, dass in unmittelbarer Nähe die Appartementanlage „Dünenpark“ entstehen soll. Für ihn wäre es denkbar, dass durch die Geruchsbelästigung Regressforderungen auf die Vermieter zukommen. Dazu komme auch, dass die neue Seetang-Deponie nur 30 Meter von der Promenade entfernt sei. Mielke sieht hier weiteren Gesprächsbedarf, an dem auch die Bürger und die Anwohner des Steinwarders beteiligt werden sollten. Für Stephan Karschnick (CDU) sei es nicht einfach, einen geeigneten Platz zu finden. Er rechne nicht mit einer Geruchsbelästigung, denn schließlich befand sich die alte Seegras-Deponie in unmittelbarer Nähe des Wohnmobilplatzes, und hier habe es auch „keine Massenflucht“ gegeben. Eine andere Art der Lagerung sei mit extremen Mehrkosten verbunden. Für Stephan Karschnick sind die Ängste, die hier geschürt werden, nicht ganz begründet. Wie Bürgermeister Heiko Müller betonte, hätten sich viele Eigentümer auf dem Steinwarder an ihn gewandt, um eine Verlegung des Platzes zu erwirken. Auch Heiko Müller, der auch Hausverwalter im Dünenhof ist, rechnet mit einer Geruchsbelästigung für die angrenzenden Immobilien. So könnten die neuen Häuser des Dünenparks betroffen sein, sagte Müller. Nach objektiver Betrachtung mit den HVB gäbe es auf dem Steinwarder aber keine andere Lagermöglichkeit, berichtete der Verwaltungschef.

Die Möglichkeit, den Seetang in Containern zu sammeln und abzufahren, werde sehr teuer werden. Heiko Müller präsentierte auch Zahlen. So koste die Bereitstellung eines Containers 85 Euro. Mit Abfahrt von zehn Tonnen Seetang erhöhe sich der Preis auf 142 Euro. Nach den Worten von HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel bestehe der frische Seetang zu 70 Prozent aus Wasser und Sand. Bis jetzt habe die Entsorgung des Seetangs pro Jahr 6 000 Euro gekostet. Eine Entsorgung über Container werde bis zu neun Mal teurer werden. Da könne sich jeder ausrechnen, welche Kosten auf die Stadt zukommen. Eine Geruchsbelästigung konnte Gabriel nicht sehen. Dieses Material werde auf einer Folie abgelagert – es trockne ab, und das Wasser könne ablaufen. Der HVB-Geschäftsführer: „Wir haben den Seetang bisher nur wenige Meter vom Wohnmobilplatz gelagert und von den150 Wohnmobilisten, die hier auf dem Platz stehen, sind nie Beschwerden eingegangen. Wie Bürgervorsteher Jonny Grönwald sagte, soll sich der zuständige Fachausschuss noch einmal mit diesem Thema beschäftigen. ft

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