Kaputter Wasserhahn, keine Trinkwasserversorgung und defekter Parkscheinautomat zu den Feiertagen

Wohnmobilisten: Wie geht‘s weiter ?

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Auch im Winter gut besucht ist der Wohnmobilstellplatz auf dem Steinwarder.

HEILIGENHAFEN · Die Wohnmobilisten, die Heiligenhafen so zahlreich ansteuern, sind seit Längerem ein wenig in Sorge, denn ihr jetziger Standort in Nähe der Seebrücke wird in naher Zukunft wegfallen, wenn mit der Hotelbebauung am Seebrückenvorplatz begonnen wird. Wo wird man dann eine Bleibe finden? Sind die Wohnmobilisten weiterhin gern gesehene Gäste? Servicemängel über die Festtage und zum Jahreswechsel lassen einige daran zweifeln. HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade stellt hierzu fest: „Die Wohnmobilisten sind uns als Gäste immer sehr herzlich willkommen, anders lautende Vorwürfe sind schlichtweg falsch.“

„Wohnmobilisten lieben Heiligenhafen, weil die Stadt sich als Touristenort gemausert hat“, sagt Rainer Stix aus Heiligenhafen, der selbst so oft es geht mit seinem Wohnmobil unterwegs ist. Mit Freude habe er den Bericht über den Neujahrsempfang in der HP gelesen, und er muss Bürgervorsteher Georg Rehse und dem HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade recht geben; Heiligenhafen hat sich weiterentwickelt. „Das erkennen auch wir Wohmobilisten an“, stellt Stix fest. Wären da nicht die Kleinigkeiten, die zum Jahreswechsel Kritik bei den „Kapitänen der Landstraße“ aufkommen ließen.

Wie Stix berichtet, wollte ein befreundeter Wohnmobilist, Jürgen Reckert aus Grewe, wie in jedem Jahr gegen Zahlung von 15 Euro Pfand einen Schlüssel für die Dusche erwerben. Die Antwort des HVB-Mitarbeiters „machen wir sehr ungern, die Schlüssel werden nicht immer zurückgebracht, Duschen hat auch das Aktiv-Hus und der Parkautomat ist defekt, sie zahlen ja für den Platz nichts“, empfand der Wohnmobilist als unangebracht und unfreundlich.

Nach Auffassung von Stix erziele die HVB mit dem Parkautomaten auch gute Einnahmen, deshalb sei es unverständlich, dass gerade über die Feiertage hier nicht bezahlt werden konnte. „Bei rund 50 Wohnmobilen hätte es sich doch gelohnt, einen Mitarbeiter zum Abkassieren vorbeizuschicken“, findet Rainer Stix.

Erreichbar nur über Anrufbeantworter

Vergeblich hätten Wohnmobilgäste versucht, die HVB telefonisch zu erreichen, um auf den defekten Wasserhahn hinzuweisen. Doch leider war nur der Anrufbeantworter erreichbar. Wer unbedingt Wasser brauchte, habe mit Hilfe einer Rohrzange das Problem zu lösen versucht und einige Kanister füllen können.

Rainer Stix sieht die Wohnmobilisten als eine wichtige Gästeklientel.

Mit Blick auf die neue Bebauung an der Seebrücke gibt Stix zu bedenken, dass wenn Heiligenhafen diese Klientel nicht ganz verlieren wolle, auch die zukünftige Lage eines neuen Wohnmobilplatzes eine große Rolle spielen würde. Seine schwedischen Wohnmobilfreunde seien wie jedes Jahr mit acht Fahrzeugen nach Heiligenhafen gekommen. Auch befreundete Wohnmobilisten aus Vechta, Peine, Plön, Lippe, Hamburg und Steinfurt liebten Heiligenhafen und gehörten zu den „Best Agern“, um die Heiligenhafen wirbt. Diese Gruppe gehe grundsätzlich in der einen Woche fast jeden Abend in die Stadt. Höhepunkt sei seit Jahren die Abschlussfeier der Schweden im Restaurant „Seestern“. Dort würden die Plätze schon im Sommer reserviert. Diese Klientel belebe die Innenstadt das ganze Jahr über, ist Stix überzeugt. In Heiligenhafen sollte man sich wirklich darüber Gedanken machen, wie man auch in Zukunft einen akzeptablen Wohnmobilstellplatz präsentieren könne. So wäre auch die Nach- und Wintersaison zu beleben. Bei den Reisemobilclubs zu werben und Wohnmobiltreffen nach Heiligenhafen zu holen, wäre ein guter Anfang, so Stix.

HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade versichert die Unterstützung der HVB.

Auch die HVB möchte, dass sich die Wohnmobilisten in der Warderstadt wohlfühlen und sie bedauert, wenn es im oben genannten Fall zu Unstimmigkeiten gekommen sei. Wie HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade auf HP-Anfrage mitteilte, habe er nach Erhalt des Schreibens von Jürgen Reckert aus Grewe sofort Nachforschungen angestellt. Herr Reckert sei beim zuständigen HVB-Mitarbeiter gewesen. Dieser habe ihm auch einen Schlüssel für das Sanitärgebäude aushändigen wollen. Allerdings habe er darauf hingewiesen, dass wegen der Feiertage eine Rückgabe erst am 2. Januar möglich wäre. Daraufhin habe der Gast darauf verzichtet, da er nicht so lange in Heiligenhafen bleiben wollte. Die HVB bedauert, dass der HVB-Mitarbeiter nicht darauf hingewiesen habe, dass die Schlüssel auch im „Aktiv-Hus“ und beim Tourismus-Service abgegeben werden können. Diese beiden Anlaufstellen hatten auch über die Feiertage geöffnet.

Wie Manfred Wohnrade weiter feststellte, habe er nach Abhören des Anrufbeantworters am 29. Dezember einen neuen Wasserhahn installieren lassen. Leider sei dieser schon innerhalb von zwei Tagen von Unbekannten wieder abgebaut und gestohlen worden.

Der Parkautomat sei defekt, dass räumte die HVB ein. Das entsprechende Ersatzteil sei sofort bestellt worden, aber vor Weihnachten nicht mehr eingetroffen. Das sei sehr bedauerlich, aber leider vor und während der Feiertage keine Seltenheit. Der Elektriker sei zum Einbau bereit und bestellt gewesen, habe jedoch nicht tätig werden können, so der HVB-Geschäftsführer.

Manfred Wohnrade: „Sollte es bei einigen Wohnmobilisten durch die geschilderten Umstände zu Unannehmlichkeiten gekommen sein, möchte ich mich dafür in aller Form entschuldigen. Wir haben in der Diskussion um einen neuen Wohnmobilstellplatz folgende Voraussetzungen als dringend erforderlich eingeplant: Zentrums- und strandnahe Lage, eine zeitgemäße und funktionelle Infrastruktur mit sanitären Anlagen, Duschen, Waschmaschinen etc. und die dauerhafte Präsenz eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin für Reservierungen, Platzzuweisungen und Reparaturen. Dies ist doch ein mehr als deutliches Zeichen, dass man hier in Heiligenhafen die Reisemobilisten als sehr wichtige Gästegruppe anerkennt. Sobald die Voraussetzungen für die Anlage eines neuen Stellplatzes gegeben sind, sollen die Planungen umgesetzt werden. Darauf haben wir in der Vergangenheit immer hingewiesen, und daran halten wir auch fest.“ · ft

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