Wolfgang Behdau, Andrea Wulbrandt und Ralf Wulbrandt in Heiligenhafen am Strand.
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Seit 15 Jahren ist Wolfgang Behdau (l.) als Kurabgabeberater am Strand tätig. Für Andrea Wulbrandt, die seit 51 Jahren Urlaub in Heiligenhafen macht, und ihren Mann Ralf ist Behdau ein gern gesehener Gesprächspartner.

Wolfgang Behdau kontrolliert seit 15 Jahren die Kurkarten am Strand

Heiligenhafens Kurabgabeberater für alles

  • Peter Foth
    VonPeter Foth
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Viele Jahre kontrolliert Wolfgang Behdau nun schon die Gäste in Heiligenhafen. Der Heiligenhafener Post verriet der Kurabgabeberater nun, wie er mit den Gästen der Warderstadt ins Gespräch kommt und warum das so wichtig ist.

  • Heiligenhafens Kurabgabeberater Wolfgang Behdau kommt mit vielen Gästen gern ins Gespräch.
  • Manchmal, wenn es die Situation erfordere, müsse Behdau aber auch die Tonlage ändern.
  • Ganz wichtig ist es für Behdau, mit den Gästen über Fußball zu reden.

Heiligenhafen – Wolfgang Behdau kontrolliert am Strand nicht nur die Ostseecard, sondern ist auch der Ansprechpartner in allen Lebenslagen. „Wir sind eine große Familie und viele Strandgäste haben Verständnis, wenn ich komme und ihnen einen schönen Strandtag wünsche und dann auch nach der Ostseecard frage“, erklärt Behdau. Andrea und Ralf Wulbrandt kommen aus Porta Westfalica und sind Stammgäste in Heiligenhafen. Sie freuen sich auf den täglichen Plausch mit Wolfgang Behdau. Wie Andrea Wulbrandt sagt, verbringe sie schon seit 51 Jahren jeden Sommer ihren Urlaub in Heiligenhafen. Ihr Mann Ralf bringt es auf 16 Jahre in der Warderstadt. „Einmal Heiligenhafen, immer Heiligenhafen“, sagen die Wulbrandts, denn die Warderstadt habe einen besonderen Reiz und so werde die Familie, zu der auch zwei Kinder gehören, im nächsten Jahr wiederkommen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet Wolfgang Behdau, dass er mit der offiziellen Berufsbezeichnung „Kurabgabeberater“ eingestellt wurde. Und so sehe er in der Beratung der Strandbesucher auch seine Aufgabe. 90 Prozent der Badegäste am Strand haben eine Ostseecard. Zehn Prozent seien Tagesgäste, hier kassiere er drei Euro für die Tageskarte. Zahlungswillig seien die meisten Gäste, auf Diskussionen lasse er sich nicht ein. Wenn sich einer weigere, die Kurabgabe zu zahlen, dann müsse er auch mal die Tonlage verändern und klarstellen, warum die Kurabgabe erhoben werde. Im Notfall bitte er die Verweigerer, den Strand zu verlassen, denn „es geht ja auch um Gerechtigkeit, weil rundherum Strandgäste sind, die bezahlt haben“, und da könne er keine Ausnahme machen, so der Strandläufer.

Auf die Frage, welches Erlebnis sich bei ihm besonders eingeprägt hat, antwortet Wolfgang Behdau: „Einmal hatte ich ein bisschen Angst, als mich zwei junge Leute am Strand verfolgten. Es war unverkennbar, dass die beiden es auf meine Geldtasche abgesehen hatten. Da bin ich vom Strand schnell zur Promenade gegangen und habe mich unter die Spaziergänger gemischt. Da haben die Verfolger aufgegeben.“

Gäste sollen sich in Heiligenhafen wohl fühlen

Am Strand laufe alles sehr gut. Für Behdau sind das alles keine „Touris“, sondern „unsere Gäste, die sich wohlfühlen sollen“, und nach diesem Vorsatz arbeite er am Strand. Seine Arbeit am Strand könne er mit einem Entertainer vergleichen, denn er müsse sich mit den Gästen über vieles unterhalten können, so zum Beispiel über Fußball. „Wenn man hier nicht über Fußball Bescheid weiß und die Tabelle nicht kennt, hat man verloren“, sagt Behdau lachend. Oft signalisieren schon die Fähnchen an den Strandkörben, welche Fußballfans hier sitzen. „Meine Kontrolle darf nicht nach Kontrolle aussehen. Ich sagte zum Beispiel immer: ‚Moin, Moin, alles gut bei Euch? Habt ihr mir die kleinen Kärtchen mitgebracht?‘ Freundlichkeit und ein fröhlicher Schnack auf den Lippen ist der Schlüssel zum Erfolg.“

In Corona-Zeiten oft ausgebucht sei der Brückenabschnitt zwischen Turm sechs bis neun. Im letzten Jahr war es am 1. und 14. August hier so voll, dass eine Kontrolle zum Alptraum wurde. Die Badegäste lagen dicht an dicht, von Abstand halten war keine Rede mehr. Die Coronazeit habe Heiligenhafen auch mehr Touristen beschert, stellt Wolfgang Behdau fest. Viele Gäste waren das erste Mal in Heiligenhafen und wollen wieder kommen, denn sie haben jetzt die Schönheiten der Warderstadt entdeckt.

Behdau lobt den Zustand des aktuellen Strandes

Für den Zustand des Strandes gibt es lobende Worte von Behdau. Die Sandaufspülungen – besonders die Buhnenfelder – hätten etwas gebracht. Doch die Buhnen seien 50 Meter zu kurz geraten. Hier müsse Heiligenhafen nachbessern, fordert der Kurabgabeberater. Gut besucht seien auch der FKK-Strand und der Hundestrand. Die Gäste seien pflegeleicht und wollen lediglich ihre Ruhe haben. Gestern haben Gäste einen Schlüssel aus der Ameos-Klinik gefunden und bei Wolfgang Behdau abgegeben. Nach Feierabend sei er zur Ameos-Klinik gefahren und habe den Schlüssel zurückgebracht. Auch das gehöre zu seinen Aufgaben. Gäste, die abreisen, verabschiede er mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen eine gute Heimreise, und kommen Sie bald wieder.“

Ein Kompliment hatte der Kurabgabenberater für den scheidenden HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade: „Diesem Mann haben wir in Heiligenhafen viel zu verdanken. Er war ein loyaler Chef, immer höflich und hilfsbereit. Mit ihm konnte man über alles sprechen. Danke Manni, du wirst uns fehlen“, sagt Wolfgang Behdau.

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