Vorstellung der Heiligenhafener Bürgermeisterkandidaten: Gottfried Grönwald tritt an

Zitat des Vaters immer im Ohr

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Gottfried Grönwald verkündete bereits Ende Oktober seine Kandidatur für das Amt.

Heiligenhafen -ra- Am 30. April dieses Jahres feiert Heiligenhafens Bürgervorsteher Gottfried Grönwald nicht nur seinen 61. Geburtstag, sondern es wird auch sein letzter Arbeitstag bei der Telekom sein. Der Beamte geht in Pension, doch die Füße hochlegen will er dann nicht. „Es wäre ein nahtloser Übergang, denn bekanntlich beginnt am 1. Mai die sechsjährige Amtszeit des Bürgermeisters“, sagt Grönwald, der als erster der fünf Bewerber schon Ende Oktober seine Kandidaturabsicht verkündet hatte.

Gottfried Grönwald, der seit Kindertagen von allen nur „Jonny“ gerufen wird, ist ein Ur-Heiligenhafener, der seit 60 Jahren nie einen anderen Wohnsitz hatte. „Ich bin hier sehr verwurzelt und heimatverbunden und könnte mir nicht vorstellen, woanders zu leben.“

Dass er eine Beamtenlaufbahn bei der damaligen Bundespost einschlagen würde, ist zu seiner Jugendzeit noch schier undenkbar gewesen. „Mein Vater, mein Opa und mein Urgroßvater sind alle Fischer gewesen. Daher war es früh klar für mich, dass auch ich diesen Beruf erlernen werde.“ Einen Riegel vor die Zukunftspläne ihres Sohnes schob seinerzeit die Mutter, die ihm ein Vorstellungsgespräch bei der Post besorgte. „Sie hatte schon damals erkannt, dass die Fischerei rückläufig gewesen ist.“

Während in früheren Jahren die Musik eine große Rolle in Gottfried Grönwalds Leben gespielt hat und er Mitglied in einer Band gewesen ist, nehmen seit 2008 seine politischen Interessen einen Großteil seiner Freizeit ein. Der 60-Jährige zählt zu den Gründungsmitgliedern der Wählergemeineschaft „Bürger für Heiligenhafen“, deren Vorsitzender er mittlerweile ist. Seine politischen Ambitionen sind eng verknüpft mit einem Zitat seines Vaters, das Grönwald nie vergessen wird. „Junge, was meckerst du bloß wieder? Kannst doch selber Kanzler werden.“ Daran orientiert sich der dreifache Familienvater bis heute. „Anpacken statt zu nörgeln, das ist die Devise. Man kann etwas verändern, wenn man sich einbringt.“

Privat ist er als „Fischer-Junge“ eng mit dem Wasser verbunden und schätzt gerade deshalb seinen Wohnort Heiligenhafen. Wenn „Jonny“ mal zur Ruhe kommen möchte, dann zieht er sich auf sein kleines Boot zurück und schmeißt die Angelrute aus. „Was man am Ende fängt, ist zweitrangig“, sagt er schmunzelnd.

Derzeit ist Gottfried Grönwald auch Heiligenhafens Bürgervorsteher. Ein Ehrenamt, das zwar viel Zeit koste, aber gerne ausübe. „Der Kontakt zu den Menschen macht Spaß und man kommt viel rum.“ Als Heiligenhafens neuer Bürgermeister möchte er daran nahtlos anknüpfen.

Vier Fragen an den Bewerber:

   Welcher ist für Sie der schönste Platz in Heiligenhafen?

Grönwald: „Der Graswarder ist unser Aushängeschild, gleich danach kommt für mich der Kommunalhafen, weil ich dort aufgewachsen bin.“

   Wo sehen Sie Heiligenhafen in zehn Jahren?

Grönwald: „Ich wünsche mir, dass der touristische Masterplan erfolgreich ist und bis dahin infrastrukturelle Nachbesserungen erfolgt sind. Diese sind dringend nötig.“

   Was würden Sie als Bürgermeister mit einer Million Euro machen, über die Sie frei bestimmen könnten?

Grönwald: „Ich würde das Geld in den Marktplatz investieren. Dort sehe ich Handlungsbedarf im Zuge der Innenstadtbelebung.“

   Im Frühjahr letzten Jahres war der Friedhofsverkauf am Sundweg an Mercedes ein großes Thema. Sollte die Grünfläche am Ruhewald bebaut werden?

Grönwald: „Ich bin dagegen. Wir müssen aufpassen, dass Heiligenhafen in der Zukunft nicht komplett zugebaut wird.“

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