Zwei Jahre „Stadtmarketing und -entwicklung“ in der Warderstadt: Ein Fazit mit Ausblick

Behncke: Innenstadt weiter stärken

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Bürgermeister Heiko Müller (l.) und Stadtmanager Oliver Behncke wollen weiter die Innenstadt fördern.

HEILIGENHAFEN -kg- Seit zwei Jahren betreut Oliver Behncke den seinerzeit neu geschaffenen Aufgabenbereich in der Stadtverwaltung mit dem Titel „Stadtmarketing und -entwicklung“. Mittlerweile wurde das Ressort um das Inklusionsprojekt „Heiligenhafen inklusiv“, das in diesem Jahr volle Fahrt aufnehmen soll und für viele Orte Schleswig-Holsteins Vorbildfunktion hat, ergänzt. Behncke ließ seinen Aufgabenbereich im HP-Gespräch Revue passieren.

Das „besonders arbeitsintensive Stadtentwicklungskonzept“, das von der Cima Beratung und Management GmbH unter Mithilfe der Heiligenhafener Bürger erarbeitet worden ist, wurde im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht. Es diene der Stadt nun als wichtiges Arbeitswerkzeug und beinhalte 15 Schlüsselprojekte, die man nun Jahr für Jahr abarbeiten werde, so Behncke. „Mit einem Parkraumkonzept und Parkleitsystem wurde bereits die Cima beauftragt, ein Illuminationskonzept ist ebenfalls in Auftrag gegeben worden“, berichtete Oliver Behncke über erste Arbeitsschritte.

Prioritätenliste: 80 000 Euro benötigt

Nun dürfe man gespannt sein, ob der im Juni 2014 „empfohlenen Abarbeitung der Prioritätenliste“ die notwendigen Haushaltsmittel von rund 80 000 Euro bereitgestellt werden. Um weitere Schritte zum Thema Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes anzugehen, habe man eine Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Politik und Verwaltung gegründet, die bereits zweimal zum Jahresende tagte und sich in Kürze wieder treffen werde, so Behncke. Es stünden auch Gespräche mit den Anliegern von Marktplatz, Bergstraße und oberem Thulboden an, führte er weiter aus. „Ein sinnvolles Stadtmarketing befasst sich mit allen Bereichen und Aktivitäten der Stadt Heiligenhafen“, betonte Oliver Behncke. Daher solle im Sinne des Marketings auch in der Warderstadt das Angebot der Nachfrage entsprechen. Es gehe im „noch weiterhin in den Kinderschuhen stehenden Heiligenhafener Stadtmarketingprozess“ nicht darum, die Stadt zu verkaufen, sondern eine Attraktivitätssteigerung für Bürger und Besucher zu erreichen sowie die wirtschaftliche Basis und Position im Wettbewerb zu stärken.

Thulboden bleibt das Sorgenkind

Große Ziele seien weiterhin die Reduzierung der Leerstandssituation im Thulboden und eine Kundenfrequenzsteigerung in der Bergstraße, betonte Oliver Behncke. Das Leerstandskataster zeige zwar einen leichten positiven Trend, aber der Thulboden „ist und bleibt weiterhin das ‚Sorgenkind‘, das einer besonderen Berücksichtigung bedarf“.

140 Jahre Wochenmarkt werde in diesem Jahr gefeiert, sodass Sonderaktionen geplant seien, so Behncke. In 2014 habe die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Händlern des Wochenmarktes gut funktioniert, bilanzierte der Stadtmanager. Es würden zweimal jährlich Zusammenkünfte stattfinden, die immer konstruktiv verlaufen würden. Außerdem habe man einen vierköpfigen Beirat gebildet, der über einen kleinen Marketingetat verfüge und somit die Händler-Aktivitäten stärke. Sämtliche Innenstadtevents seien 2014 gut besucht gewesen, bilanzierte Oliver Behncke. Das Weinfest sei in seinem 20. Jubiläumsjahr neu aufgestellt worden, was gut angekommen sei. Die Kult(o)urnacht wurde erstmalig vom Regen heimgesucht, was sich auch in den Besucherzahlen widergespiegelt habe. Für 2015 bis 2017 stünden die Sponsoren für den Kult(o)urtaler aber schon in den Startlöchern. Ein Highlight sei 2014 zudem der Kunstparcours hip(4) gewesen, der vom Kunstverein Wagrien initiiert wurde. „Erste Gespräche für eine Neuauflage 2016 werden bereits geführt.“

„Für 2015 wird neben dem Stadtentwicklungskonzept auch das Inklusionsprojekt einen hohen Stellenwert einnehmen“, blickt Oliver Behncke in die Zukunft. Zeitnah werde er zu den neuen Arbeitsgruppen einladen.

Alle müssen an einem Strang ziehen

 „Der Aufgabenbereich Stadtmarketing, Stadtentwicklung und Inklusion ist spannend und abwechslungsreich“, sagte der Heiligenhafener über seine Arbeit. Eine erfolgreiche Umsetzung sei aber nur mit Unterstützung der Kommunalpolitik, der Kollegen sowie heimischer Firmen, Vereinen, Verbänden und Bürgern möglich. Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) sagte: „Ich bin froh, dass die Felder Stadtmarketing und Stadtentwicklung von vielen Akteuren Heiligenhafens positiv begleitet werden. Erste Schlüsselprojekte wurden beauftragt, weitere stehen kurzfristig an.“ Ideen seien aber nur sinnvoll, wenn sie später von der Stadt, Hauseigentümern, Einzelhandel und Gewerbe umgesetzt werden. „Es kommt Bewegung in die Innenstadt, Heiligenhafen ist ‚in‘“, so Müller.

Investoren würden für die Finanzierung neuer zentrumsnaher Wohnkapazitäten und die Erweiterung touristischer Infrastruktur viel Geld in die Hand nehmen. „Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie viele Gewerbetreibende sind hochmotiviert, das Gesicht der Innenstadt wieder lebendiger zu gestalten“, so Müller abschließend.

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