Zwei Jahre wird die Welt sein Zuhause sein: Hannes Klemp bevorzugt Trampen und Couchsurfen statt Luxus

Ein Heiligenhafener geht auf Weltreise

+
Hundesitter für eine Woche: Hannes Klemp unterwegs mit Dobermann Charlie in Dallas.

HEILIGENHAFEN -mb- Hannes Klemp, den viele Heiligenhafener aus dem Rehasportzentrum als Trainer kennen, verabschiedet sich für zwei Jahre von Laufbändern, Hanteln und Fitnesskursen, um auf eigene Faust um die Welt zu ziehen. In der HP wird er in regelmäßigen Abständen von seinen Erlebnissen berichten. Zunächst schildert er, was ihn dazu bewogen hat, dieses Abenteuer anzutreten, wohin es ihn zieht, und was die Highlights seiner Reise werden sollen. Außerdem beschreibt Hannes, warum er das Fahren per Anhalter liebt und was für ihn das Besondere am Couchsurfing ist.

Nicht zum ersten Mal ist er nur mit dem Rucksack unterwegs. Bereits 2014 fuhr der damals 26-Jährige drei Monate per Anhalter durch Kanada und die USA. Dort wurde er dann endgültig vom Reisefieber gepackt. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung, auch wenn ich etwas wehmütig dem Abschied entgegenblicke.“ Auf die Frage, wie er zu derartigen Langzeiturlauben gekommen ist, erzählt Hannes von seiner Familie. Der Vater bereiste große Teile Osteuropas und der jüngere Bruder durchquerte halb Afrika – per Anhalter natürlich. Die Suche nach Abenteuern scheint also im Blut zu liegen. „Ich habe für mich entdeckt, dass eine große Reise eine ganz andere Erfahrung ist, als der alljährliche Zweiwochenurlaub. Ich hetze nicht von einer Touristenattraktion zur nächsten, sondern kann richtig in das Land eintauchen und mich ein wenig treiben lassen.“ 

Dass Hannes sich ganze zwei Jahre Zeit nehmen will, begründet er damit, dass es so wahnsinnig viel zu sehen gibt. Dabei hofft er, durch seine Reiseberichte auch andere Menschen inspirieren zu können. Die Reise des Fitnesstrainers beginnt in Europa. Zunächst Wandern in den Nationalparks Großbritanniens, Islands und Skandinaviens, dann Städtetouren in Osteuropa. Anschließend soll es zum Tauchen nach Mauritius gehen, bevor Australien auf der Liste steht. Dort wird auf einer Farm gearbeitet. Mit frisch gefüllter Reisekasse soll es dann für einige Wochen nach Neuseeland gehen, bevor es auf den Fidji-Inseln richtig exotisch wird. Was danach geschieht, lässt er offen: „Vielleicht besuche ich ein paar Freunde in den USA, aber Südamerika reizt mich auch sehr.“ 

Für viele undenkbar ist die Wahl der Fortbewegung, die Hannes mit Begeisterung beschreibt: „Das Fahren per Anhalter ist die beste Art zu reisen, die ich mir vorstellen kann. Man lernt interessante Menschen kennen, hat tolle Gespräche und bekommt durch den intensiven Aus- tausch mit seinem Fahrer häufig einen ganz anderen Blick auf die Welt.“ Ähnlich würde es sich beim Couchsurfing (Privatpersonen bieten Reisenden eine Schlafgelegenheit in ihrem Heim) verhalten. Dass das ganze kostenlos ist, sei zwar für viele ein wichtiger Faktor, aber letztendlich gehe es um den kulturellen Austausch, um das Teilen von Erlebnissen und Geschichten und das Knüpfen neuer Freundschaften. „Meine Gastgeber sind stets sehr offenherzige Menschen, die es genießen, Menschen aus aller Welt zu Gast zu haben und ihre Geschichten zu hören“, schwärmt er. Eine ganz besondere Begegnung, von der Hannes gerne spricht, ist ein Erlebnis in Dallas, im US-Bundesstaat Texas, wo er durch Zufall als Hundesitter tätig wurde. An einer Supermarktkasse in Kanada sei er mit einem Amerikaner ins Gespräch gekommen. Beide verabredeten sich spontan, am darauffolgenden Wochenende mit zwei weiteren Freunden durch einen Nationalpark zu wandern. Als nach dem Kurztrip der Moment des Abschieds nahte, lud sein neuer Freund ihn kurzerhand in das 5000 Kilometer entfernte Dallas ein, mit der Bitte, sich für eine Woche um seinen Hund zu kümmern, während er erneut verreisen würde. 

„Er bot mir an, egal wo ich in fünf Wochen sein würde, ein Flugticket zu bezahlen, ich sollte mich einfach nur melden.“ Beide hielten Wort. „Als ich dort ankam, stellte er mich seinem Hund Charlie vor. Ein Dobermann, so groß wie ein kleines Pferd, aber zum Glück super brav“, erinnert er sich. „Er erklärte mir, wie ich mit dem Hund umgehen muss, gab mir die Schlüssel für sein Haus und sein Auto und dann verabschiedete er sich für eine Woche“, lacht Hannes selbst etwas ungläubig. 

Wer Hannes auf seiner Reise folgen möchte, kann dies auf seinem Blog tun, der unter www.wanderhannes.de zu finden ist. Dort möchte der 29-jährige Heiligenhafener regelmäßig Reiseberichte veröffentlichen. Des Weiteren rückt die Seite zahlreiche Gedanken in den Fokus, mit denen er sich vor und während der Planung seines Vorhabens auseinandergesetzt hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.