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Im Büro des Tourismus-Service an der Seebrücke versucht Kristin Petersen Buchungen auf andere Zeiträume zu verschieben. Wie Tourismusleiter Manfred Wohnrade sagte, gehen auch schon Buchungen für Sommer 2021 ein.

Zweiter Corona-Lockdown versetzt Warderstadt vorzeitig in eine Art Winterschlaf

Heiligenhafen ohne Gäste

Heiligenhafen -ft- Der zweite Corona-Lockdown hat auch die Warderstadt voll im Griff. Die Gäste haben Heiligenhafen verlassen und die Einheimischen bleiben zu Hause. Leere Straßen in der Innenstadt und rund um den Hafen sowie gähnende Leere auf den Hotelparkplätzen. Dazu geschlossene Gaststätten, die teilweise auf Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf umgestellt haben. Auch die Politik hat ihre Sitzungen abgesagt, dazu kommen Vereine und Verbände, die zum zweiten Mal ihre Vereinsversammlungen verschoben haben. Derweil hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Sonnabend mit mehr als 23000 den vorläufigen Höchststand erreicht.

Immerhin kann Heiligenhafen auf eine gute Sommersaison zurückblicken. Nach den Worten von Tourismusleiter Manfred Wohnrade habe sich wieder einmal gezeigt, dass der Tourismus das wirtschaftlich wichtigste Standbein in Heiligenhafen sei – und zwar nicht nur für die Unterkunftsgeber und die Gastronomie, sondern auch für Einzelhandel und Dienstleistungen. „Jetzt hat der zweite Lockdown uns weniger überraschend getroffen, weil sich durch die Entwicklung des Infektionsgeschehens ja schon eine Entscheidung in diese Richtung angedeutet hatte“, sagte Wohnrade. Beim Tourismus-Service habe man sofort reagiert und die Gäste, die bereits ihren Urlaub für November gebucht hatten, informiert. Alleine im Strand Resort waren das fast 150 Buchungen. Damit verbunden sind natürlich entgangene Provisionserlöse und Mieteinnahmen für die Eigentümer. Beim Tourismus-Service ist man natürlich bemüht, die Buchungen auf einen anderen Zeitraum zu verschieben, sofern das möglich ist. „Außerdem haben wir natürlich alle Unterkunftsgeber über die aktuelle Lage informiert, soweit das erforderlich war. Unsere Teams haben hier großartige Arbeit geleistet“, sagte der Tourismusleiter zur aktuellen Lage in der Warderstadt.

Besonders bitter sei der erneute Lockdown sicher für die Gastronomie, die in Heiligenhafen wirklich gute Konzepte umgesetzt und dafür viel Geld investiert habe. Aber auch Hotels, Vermietungsagenturen und Privatvermieter hätten in den letzten Monaten großartig mitgezogen und einen tollen Beitrag zur Vermeidung von Infektionen geleistet, sagte Manfred Wohnrade unserer Zeitung. 

Zur Sommersaison selbst befragt, sagte Heiligenhafens Tourismuschef: „Nach dem ersten Lockdown hat Heiligenhafen, wie alle Orte in der Region, einen regelrechten Boom erlebt, der auch im gesamten Sommer und in den Herbstferien anhielt. Dieser Gästeansturm hat dafür gesorgt, dass die Übernachtungszahlen sich erholt haben. Wir waren auf dem Weg, die sechs Wochen Lockdown tatsächlich aufzuholen, aber das wird nun mit den neuen Einschränkungen natürlich nicht mehr klappen. Trotzdem sind die Einnahmen aus der Kurabgabe für die Stadt erfreulicherweise fast schon wieder auf Vorjahresniveau.“

Doch wie geht es nun weiter, wollte die HP von Manfred Wohnrade wissen. Er persönlich rechnet damit, dass Heiligenhafen bei einer erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie auch wieder auf ein Übernachtungsniveau der Jahre vor Corona kommen werde. Damit sei ab September/Oktober 2021 wieder zu rechnen. „Natürlich werden Menschen ihr Reiseverhalten ändern. Der Großteil wird jedoch wieder in die bewährten Urlaubsziele zurückkehren. Das wird insbesondere auch mit Flugreisen innerhalb Europas so sein, wenn das Reisen wieder gefahrlos möglich ist“, wagte der Tourismusleiter eine Prognose. Leider habe der zweite Lockdown auch dafür gesorgt, dass ein Teil der Mitarbeiter des Heiligenhafener Tourismus-Service wieder in Kurzarbeit geschickt werden musste. Diese erneute Zwangspause sei natürlich alles andere als eine schöne Situation. Jetzt habe man die Hoffnung auf einen Restart im Dezember.

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