Schlechtes Image

Forsa-Studie: Das sind die Deutschen bereit, einer Reinigungskraft zu zahlen

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Putzfrau werden - davon träumt als Kind kaum jemand.

Schwarzarbeit, schlechtes Image, geringes Gehalt: Über 90 Prozent der Befragten finden, dass dieser Beruf mehr Anerkennung verdiene. Warum hat er es dann nicht?

Die deutsche Gesellschaft wird zunehmend älter, die Frauenerwerbsquote steigt und die Relevanz von Freizeit erhält einen immer größeren Stellenwert. In anderen Worten: Der Bedarf an Reinigungskräften nimmt zu. Gleichzeitig wird die Putzbranche von rund 90 Prozent Schwarzarbeit, schlechtem Image und geringer Bezahlung dominiert. Was sind Sie bereit zu zahlen und wie wichtig ist es Ihnen, eine Reinigungskraft legal zu beschäftigen?

Bedarf an Putzhilfe im Haushalt ist gestiegen - Markt ist weiterhin unerschlossen

Im Auftrag der Online-Vermittlungsplattform für Reinigungskräfte Helpling hat das Marktforschungsinstitut Forsa anlässlich des "Tags der Putzfrau" (8. November) untersucht, was die Deutschen über den Beruf der Reinigungskraft wirklich denken. Jeder zweite Deutsche kann sich vorstellen, eine Reinigungskraft zu beschäftigen. Doch wie die Forsa Studie zeigt, hat aktuell nur jeder Zehnte Unterstützung im Haushalt. Dies verdeutlicht, wie viel Potential im Markt weiterhin ungenutzt bleibt. Hinsichtlich der Altersstruktur zeigt sich, dass Personen zwischen 30 bis 45 Jahren (zehn Prozent) sowie ab 60 Jahren (14 Prozent) am häufigsten eine Reinigungskraft beschäftigen. Erwähnenswert ist zudem das Ost-West-Gefälle: 15 Prozent aller Westdeutschen haben eine Reinigungskraft, bei den Ostdeutschen sind es lediglich drei Prozent.

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Deutsche legen Wert auf legale Beschäftigung

77 Prozent aller Deutschen ist es "eher" bis "sehr" wichtig, dass ihre Reinigungskraft legal tätig ist. Doch nur zwei Drittel wären auch bereit, für die legal tätige Reinigungskraft mehr zu zahlen.

Zahlungsbereitschaft für Putzhilfen ist weiterhin gering

Die monetäre Wertschätzung der Deutschen gegenüber Reinigungskräften ist in den letzten Jahren leicht gestiegen, befindet sich aber weiterhin auf einem sehr geringen Niveau. 2015 war rund die Hälfte aller Befragten (46 Prozent) nicht bereit, mehr als zehn Euro pro Stunde für eine Reinigungskraft zu zahlen. Heute hat sich dieser Trend leicht ins Positive verschoben: 39 Prozent der Deutschen würden einer Putzhilfe einen Stundenpreis von zehn bis zwölf Euro zahlen. Dies entspräche dem durchschnittlichen Schwarzmarktniveau. 30 Prozent würden zwölf bis 15 Euro zahlen, sieben Prozent mehr als 15 Euro. Eine ähnliche Zahlungsbereitschaft bestätigt sich auch hinsichtlich der Befragten, die eine Reinigungskraft beschäftigen: 41 Prozent zahlen ihrer Putzhilfe zehn bis zwölf Euro, 42 Prozent zwölf bis 15 Euro und neun Prozent mehr als 15 Euro pro Stunde.

Es wären bereit für eine Reinigungskraft/ Putzhilfe pro Stunde zu bezahlen:

unter 8,50 €

1 %

8,50 - 10 €

17 %

10 - 12 €

39 %

12 - 15 €

30 %

15 - 18 €

5 %

18 - 21 €

1 %

mehr als 21 €

1 %

weiß nicht

6 %

(Quelle: Helpling, Stand: Oktober 2019)

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Ansehen des Berufs der Putzkraft sinkt weiter

73 Prozent aller Deutschen sind der Meinung, dass Putzhilfen ein "eher geringes" oder "sehr geringes" Ansehen in der Gesellschaft genießen. Im Vergleich zu 2015 nimmt das Ansehen tendenziell sogar ab (2015: 68 Prozent). Die Gründe für das negative Bild: Zwei Drittel der Deutschen sehen Putzen als eine einfache Tätigkeit an, die jeder ausüben kann. Darüber hinaus spielen das geringe Bildungsniveau von Reinigungskräften (54 Prozent), die verbreitete Schwarzarbeit (46 Prozent) sowie der Migrationshintergrund vieler Reinigungskräfte (39 Prozent) eine Rolle. Die Annahme, dass man Reinigungskräften nicht vertrauen kann, spielt bei den Gründen für ein geringes Ansehen faktisch eine untergeordnete Rolle. 91 Prozent aller Deutschen sind der Meinung, dass der Beruf eine höhere Anerkennung verdient hat.

Der Beruf der Reinigungskraft/Putzhilfe hat in unserer Gesellschaft ein höheres Ansehen verdient:

ja, auf jeden Fall

91 %

nein, eher nicht

5 %

weiß nicht

4 %

(Quelle: Helpling, Stand: Oktober 2019)

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Weibliche Putzhilfen werden bevorzugt - Sicherheitsempfinden an erster Stelle

Die Mehrheit aller Deutschen (61 Prozent) würde eine weibliche Reinigungskraft bevorzugen. Der ausschlaggebende Grund ist der Sicherheitsaspekt: Wer eine weibliche Putzhilfe bevorzugt, fühlt sich bei ihr sicherer (44 Prozent). Hierbei macht es keinen Unterschied, ob es sich bei den Befragten um Männer oder Frauen handelte. Ein weiterer Grund für die Präferenz einer weiblichen Reinigungskraft ist die Annahme, dass Männer weniger gründlich putzen (36 Prozent).

Gründe für die Bevorzugung einer Frau:

fühle mich bei Frauen sicherer

44 %

Männer sind weniger gründlich

36 %

Männer sind weniger vertrauenswürdig

4 %

Männer sind weniger zuverlässig

2 %

Männer sind weniger freundlich

1 %

weiß nicht

13 %

(Quelle: Helpling, Stand: Oktober 2019)

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vro

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