Notrufe aus dem Lager

"Isolierte Kolonie der Hölle": Amazon-Mitarbeiter packen über Arbeitsbedingungen aus

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Bei Amazon in den USA sollen laut Medienberichten schlimme Arbeitsbedingungen herrschen.

US-Mitarbeiter berichten von heftigen Arbeitsbedingungen im Lager - Zusammenbrüche scheinen an der Tagesordnung. Viele wissen sich sogar nur mit Notrufen zu helfen. 

Der Online-Versandriese Amazon steht wieder in den Schlagzeilen. Recherchen eines amerikanischen News-Portals haben ergeben, dass in den US-Lagern des Konzerns heftige Arbeitsbedingungen herrschen sollen. Immer wieder soll es zu so schlimmen Zwischenfällen kommt, dass Kollegen sogar den Notruf wählen.

Arbeitsbedingungen bei Amazon: 189 Notrufe wurden aus US-Lagern abgesetzt

Wie The Daily Beast berichtet, seien zwischen Oktober 2013 und Oktober 2018 insgesamt 189 Notrufe aus 46 amerikanischen Lagern abgesetzt worden. Der Grund: schwere mentale Zusammenbrüche aufgrund von emotionalem Stress, sogar von Selbstmordversuchen und -gedanken ist die Rede. Meist wurden diese Notrufe von Mitarbeitern abgesetzt, die sich um ihre Kollegen sorgten. Der Bericht beruht auf Audio-Mitschnitten dieser Notrufe, sowie auf Gesprächen mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern. 

Der Bericht räumt allerdings auch ein, dass die untersuchten Notrufe kein Beweis dafür seien, dass es unter Amazon-Mitarbeitern häufiger zu suizidalen Krisen komme als bei anderen Mitarbeitern.

Arbeiten im Akkord: Mitarbeiter fühlen sich "wie Roboter in einer isolierten Kolonie der Hölle"

Auch der Ex-Mitarbeiter Jace Crouch, der bei Amazon in Florida arbeitete, erzählt dem Daily Beast von seinen Erfahrungen. Er habe sehr wohl mitbekommen, dass Kollegen "regelmäßig mentale Zusammenbrüche" durch den Job erlitten hätten - und auch er hätte an einer mentalen Krise gelitten. Mitarbeiter würden bei Amazon wie "in einer isolierten Kolonie der Hölle" arbeiten. Es sei eben "geistig anstrengend, die gleiche Aufgabe zehn Stunden lang, vier oder fünf Tage die Woche, superschnell zu erledigen."

Ein anderer Arbeiter berichtet, dass es oft unmöglich gewesen sei, die Arbeitsaufgaben in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Amazon soll sogar Mitarbeiter-Rankings erstellen. Dadurch hätten die Mitarbeiter ständig Angst um ihren Job. 

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Das sagt Amazon zu den Vorwürfen

Und was sagt Amazon zu den Vorwürfen? Der US-Konzern weist gegenüber The Daily Beast alle Anschuldigungen zurück. "Das körperliche und geistige Wohlergehen unserer Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität und wir sind stolz auf unsere Bemühungen und Erfolge in diesen Bereichen", heißt es in einem Statement gegenüber dem US-Portal. Und weiter: "Wir bieten eine umfassende medizinische Versorgung ab dem ersten Tag an." Und das auch bei psychischen Problemen. So hätten Mitarbeiter "24 Stunden am Tag Zugang zu einer kostenlosen und vertraulichen psychologischen Beratung".

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Hilfe bei Lebenskrisen

Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die bundesweite Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111 oder 0800-1110222. Hilfe bietet auch die Stiftung Deutsche Depressionshilfe unter www.deutsche-depressionshilfe.de.

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