Nach Skandal um Baerbock & Co.

Lebenslauf „aufgehübscht“? Wie viel Schummeln gerade noch erlaubt ist

  • Andrea Stettner
    VonAndrea Stettner
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Annalena Bearbock musste viel Kritik für ihren „aufgehübschten“ Lebenslauf einstecken. Wir zeigen, wie weit Bewerber bei ihrem CV wirklich gehen dürfen.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, hatte es wohl zu gut mit ihrem Lebenslauf* gemeint. So verschwieg die Grünen-Chefin in ihrem selbst veröffentlichten Curriculum Vitae (CV), dass sie ihr Studium in Hamburg ohne Abschluss beendet hatte. Und aus Spenden für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR wurde prompt eine Mitgliedschaft in selbiger.

„Das war Mist“, gab sie selbst im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu. Auch andere Bewerber nehmen es mit der Wahrheit in ihrem Lebenslauf nicht immer so genau. „Von drei Bewerbungen sind zwei aufgehübscht“, verrät etwa Jobcoach Martin Werle im Bild-Interview. Doch wie viel Schummelei ist im CV überhaupt erlaubt?

Lesen Sie auch: Lücke im Lebenslauf? Dann sollten Sie nicht lügen - es droht Jobverlust

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock: Ihr „aufgehübschter“ Lebenslauf flog ihr gehörig um die Ohren.

Wer Arbeitgeber mit einem frisierten Lebenslauf täuscht, riskiert seinen Job

„In der Tat gibt es einen gewissen Interpretationsspielraum“, verrät Wehrle auf Bild.de. „Es ist immer erlaubt, das Wasserglas halbvoll zu sehen. Wer eine Weltreise gemacht und dabei etwas für seinen Beruf gelernt hat, kann das ruhig betonen. Wer Ärger mit seinem letzten Chef hatte, muss das nicht ausbreiten – und darf sich neutral äußern.“

Bei Urkundenfälschung, etwa bei Zeugnissen, hört der Spaß natürlich auf und ist ohnehin strafbar. Doch auch bei schlichten Täuschungen können Bewerber ganz schön auf die Nase fallen. Wenn sich etwa ein Kandidat als Teamleiter präsentiert, obwohl er nur für den Praktikanten zuständig war, und auf Grundlage dessen als Führungskraft eingestellt wird. „Solche Lügen führen – wenn sie auffliegen – zum Rauswurf“, mahnt der Karriere-Experte. In anderen Fällen können Arbeitgeber sogar Teile des Gehalts zurückfordern. Auch ein falscher Abschluss kann als Kündigungsgrund herangeführt werden – und das noch Jahre nach der Einstellung.

Auch interessant: Vorstellungsgespräch: Mit dem 4-Sekunden-Trick hinterlassen Sie gleich einen guten Eindruck.

Personaler enttarnen Lebenslauf-Schummler durch gezielte Nachfragen

Um keinen Ärger wegen eines frisierten Lebenslaufs zu riskieren, sollten Bewerber also keinesfalls zu dick auftragen. Sonst droht oft schon im Bewerbungsgespräch ein böses Erwachen: „Durch Nachfragen finden Personaler schnell heraus, welche Kenntnisse wirklich fundiert sind“, verrät Job- und Bewerbungscoach Friederike Christiansen aufSpiegel.de. „Und wenn die nicht mit den Angaben im Lebenslauf übereinstimmen, wirft das ein schlechtes Licht auf die Bewerber. Als Personaler fragt man sich dann: Wo hat die Person noch gelogen?“ Jobsuchende sollten ihre Angaben im Lebenslauf deshalb immer mit Beispielen belegen können, um einen solchen Vorwurf erst gar nicht zu riskieren.

Fazit: Zu seinem Lebenslauf sollte man unbedingt stehen – auch zu Fehlern, Problemen oder Lücken. „Wichtig ist vor allem, dass man reflektiert und etwas gelernt hat“, meint Christiansen abschließend, „so lassen sich auch vermeintliche Schwächen als Stärken darlegen.“ (as)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema: Lügen im Lebenslauf: Diese Tricks kennt jeder Personaler.

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Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen.
Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen. © pexels
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf.
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf. © pixabay
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln.
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln. © pexels
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch.
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch. © pexels
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen. © pixabay
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle. © pixabay
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen. © pexels
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. © pixabay
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken.
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken. © pexels
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste. © pixabay

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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