Seltsame Stellenanzeigen

"Ketchup im Blut": Diese bescheuerten Stellenangebote gibt es wirklich - würden Sie sich bewerben?

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Wenn Sie sich auf diese Stellenangebote bewerben würden, müssen Sie wirklich sehr, sehr mutig sein.

Bei diesen Stellenangeboten weiß man wirklich nicht mehr, was man sagen oder denken soll. Hätten Sie sich auf eine beworben? Falls ja, sind Sie wirklich mutig.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Stellenangeboten: nüchterne, motivierende, ehrliche, verzweifelte - und sehr, sehr skurrile, auf die man sich als "normaler" Mensch vermutlich eher nicht bewerben würde. Ob die folgenden Stellen alle besetzt wurden, darüber lässt sich nur spekulieren.

Stellenangebote drücken sich möglichst kompliziert aus

Personalabteilungen drücken sich offenbar gerne kompliziert aus. Die Bundeswehr suchte nach einem "Mehrachsschlepperfahrer" für "manuelle Geländebetreuungsarbeiten". Gemeint war damit ein Brummi-Fahrer, der auch den Rasen mähen kann. Solche Formulierungen seien jedoch Absicht, erklärt Bewerbungscoach Christine Werner aus Berlin. "Das hat den Hintergrund, dass man Bewerber anzieht, die das Wording kennen, und andere abschreckt."

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Gerade im Trend: Anglizismen in Stellenangeboten

Auch Anglizismen sind im Trend. Laut Stellenangebot suchte ein Telekommunikationsunternehmen Verkäufer für sein Callcenter für "Cross- und/oder Up-Selling im Rahmen von standardisierten Outbound-Kampagnen inklusive Retention Calls". Können Sie sich darunter etwas Genaues vorstellen? Im Grunde heißt das, dass die Mitarbeiter Kunden anrufen und ihnen Produkte verkaufen sollen. "Dadurch will man als Unternehmen modern wirken", erklärt Bewerbungscoach Werner. "Es gibt die Tendenz, alles kompliziert auszudrücken, weil es dann wertvoller klingt."

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Wortspielereien in Stellenangeboten

"Du bildest das Kugelgelenk in der Produktion", verlangt die Deutsche Bahn. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass Sie sich zwischen zwei Maschinen spannen sollen oder außergewöhnliche Kunststücke mit ihren Gelenken vollführen können. Die Bahn suchte einen Leiter ihrer Bus-Disposition in Münster. "Durch solche Wortspielereien und Bilder wollen die Unternehmen Aufmerksamkeit erregen, um Bewerber anzulocken", erklärt Werner.

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Verfasser haben keine Ahnung von der angebotenen Stelle?

Ob solche leeren Worthülsen allerdings wirklich ihren Zweck erfüllen, daran zweifelt die Recruiterin Katharina Hain vom Personaldienstleister Hays: "Ich glaube, dass es viel zu Verwirrung kommt." Die Wortspielereien könnten daher rühren, dass die Verfasser der Stellenangebote teilweise gar nicht so genau wissen, welche Art von Arbeiter überhaupt gesucht wird.

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Bewerber werden in Stellenangeboten geduzt

Eine Fastfood-Kette verlangt von ihren Bewerbern: "Du hast Ketchup im Blut." Ein Modehändler verlangt eine andere Substanz in den Adern seiner Arbeiter: "Sauberkeit und Ordnung liegen dir im Blut." Der Trend, seine Bewerber zu duzen soll lockerer wirken, ansprechender und proaktiver, erklärt Norma Schöwe, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Personalführung.

Ihre Meinung ist gefragt:

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Arbeitgeber müssen mehr bieten als einen sicheren Arbeitsplatz

Manche Firmen versuchen, neue Mitarbeiter mit zusätzlichen Angeboten anzulocken, zum Beispiel "feinste Kaffeespezialitäten", "knackiges Gemüse" und "professionelle Massageeinheiten", zählt die Boulevardzeitung Express auf. "Es ist mittlerweile so, dass Unternehmen heute sehr viel mehr bieten müssen als einen sicheren Job", erklärt Recruiterin Hain.

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vro

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