Auf Irrwegen

Demenzpatienten orientieren statt einsperren

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Schon einfache Hilfsmittel können helfen, damit sich Demnzkranke in der eigenen Wohnung zurechtfinden. Foto: Jens Kalaene/dpa

Häufig verlieren Demenzkranke schlicht die Orientierung in den eigenen vier Wänden und verfallen in Panik. Doch wie können ihnen Angehörige helfen, sich wieder zuhause zurecht zu finden?

Köln (dpa/tmn) - Sie gehen los, aus einem unklaren Grund - und finden dann den Weg nicht mehr zurück. Demenzpatienten können im wahrsten Sinne des Wortes verlorengehen, warnt der Malteser Hilfsdienst. Angehörige und Pflegende haben aber Möglichkeiten, das zu verhindern, zum Beispiel mit Orientierungshilfen.

Denn tatsächlich laufen Menschen mit Demenz nicht einfach weg, und schon gar nicht aus Bösartigkeit - auch wenn manche Angehörige das vielleicht glauben. Vielmehr haben die Betroffenen Probleme, gewohnte Orte und Wege wiederzuerkennen, sogar in der eigenen Wohnung. Und neue Routen zu lernen, fällt ihnen erst recht schwer. Sind sie dann alleine unterwegs, warum auch immer, geraten sie schnell auf Irrwege.

Gegensteuern können Angehörige zum Beispiel mit gut beleuchteten oder beschrifteten Räumen. Auch Farbkontraste an wichtigen Stellen wie dem Lichtschalter helfen. Eine Klingelmatte oder ein Windspiel an Haus- beziehungsweise Wohnungstür kann als eine Art Alarmanlage dienen. Türen und Fenster abzuschließen ist dagegen keine gute Idee: Das kann bei Demenzpatienten Aggression und Panik auslösen.

Eine klare Tagesstruktur mit festen Terminen und Bewegungsmöglichkeiten hilft ebenfalls, genau wie ein gutes Maß an Alltagsreizen: Ideal ist, wenn Demenzpatienten nicht gelangweilt, aber auch nicht überfordert sind. Und für den Notfall kann es sich lohnen, Kleidungsstücke mit Name, Adresse und Telefonnummer der Angehörigen zu versehen.

Flyer "Vermist - wenn Menschen mit Demenz verloren gehen" der Malteser

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