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Verschwenden Sie keine Lebensmittel: Fünf einfache Rezepte für die Resteverwertung

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Lebensmittel lange haltbar zu machen und Übriggebliebenes verwerten sind beliebte Strategien, um kein Essen und Geld mehr zu verschwenden.

Sind wir mal ehrlich: Lebensmittel verderben zu lassen, tat schon immer weh — doch noch nie war es so schmerzhaft wie heute .Die Preise für Lebensmittel gehen durch die Decke, nie zuvor musste man in Deutschland an der Supermarktkasse so tief in die Tasche greifen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind die Lebensmittelpreise zwischen August diesen Jahres und dem Vorjahreszeitraum um ganze 16,6 Prozent in die Höhe geschnellt. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2000 bis 2019 betrug der Preisanstieg im Durchschnitt gerade einmal 1,5 Prozent. Es lohnt sich also mehr denn je, Produkte zu kaufen, wenn Sie im Angebot sind. Auch mit wenig Platz können Sie sich einen kleinen Vorrat anlegen.

Gestiegene Lebenshaltungskosten: Nie zuvor war Essen so teuer

Besonders von der Teuerung betroffen sind Speiseöle (Preissteigerung um über 40 Prozent), Fleisch (19 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (jeweils über 15 Prozent). Doch auch die Preise für Obst und Gemüse sind um 2,5, beziehungsweise 7,5 Prozent gestiegen. Auch wenn ein umsichtiger Umgang mit Lebensmitteln schon immer eine Tugend gewesen ist – noch nie hat er sich finanziell so sehr gelohnt. Und dennoch finden wir jede Woche aufs Neue Lebensmittel in unseren Kühlschränken und Obstkörben, die nach dem Kochen übrig geblieben sind und ungenutzt dem Tag entgegen schrumpeln, an dem sie endlich in die Mülltonne geworfen werden.

Doch das muss und sollte nicht sein: Mit wenig Aufwand und auch ganz ohne großes Können lassen sich die typischen Kühlschrankhüter kinderleicht in köstliche Gerichte verwandeln und für die nächste Woche aufbewahren. Außerdem spielt die Lagerung der Lebensmittel eine wichtige Rolle. Wie Sie beispielsweise Kartoffeln und Zwiebeln auch ohne Keller richtig aufbewahren, damit Sie möglichst lange haltbar sind, erfahren Sie hier.

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1. Resteverwertungs-Rezept für übriges Eigelb: Vegetarische und laktosefreie Carbonara

Eier sind überraschend lange haltbar – zumindest bei der richtigen Lagerung: Roh bleiben sie im Kühlschrank zwischen vier bis sechs Wochen frisch, im Keller bei 10-12 °C immerhin drei Wochen. Doch genau darin liegt auch die Krux: Über die Wochen sind sie schnell vergessen, und schaut man später auf die Verpackung, sind sie gerne schon seit einer ganzen Weile abgelaufen. Je nach Kartongröße landen dann sechs bis zwölf einst makellose Eier auf dem Kompost.

Hartkochen ist seit jeher eine beliebte Möglichkeit, ihre Lebensdauer noch einmal zu verlängern: Harte Eier bleiben nach dem Kochen weitere zwei Wochen im Kühlschrank haltbar. Schreckt man sie nach dem Kochen nicht ab, werden sogar vier Wochen daraus. Weniger landläufig, aber absolut möglich ist das Einfrieren: Tiefgefrorene Eier halten sich bis zu acht Monate lang. Doch Achtung, dabei müssen genau -18 °C herrschen – unter jeder Abweichung leidet die Haltbarkeitsdauer. Was aber, wenn besonders in der Backsaison bloß das Eiweiß gebraucht wird? Und das Gelbe vom Ei über die Zeit grün zu werden droht?

Spaghetti Carbonara
Übriggebliebenes Eigelb können Sie für vegetarische, laktosefreie Spaghetti Carbonara verwenden. © Mykola Lunov/Imago

Zutaten für vegetarische und laktosefreie Carbonara:

Zubereitung der vegetarischen und laktosefreien Carbonara:

  1. Eine Pfanne auf mittlere Temperatur erhitzen, nebenbei Eier, Pfeffer, Petersilie und den nahezu laktosefreien Parmesan in einer Schüssel vermengen.
  2. Dann Olivenöl in die erhitzte Pfanne geben, Knoblauch und Räuchertofu anbraten.
  3. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Eimasse hineingeben. Die Carbonara kann dann beispielsweise mit Vollkornspaghetti vermengt werden. 

Tipp:

Will man Eigelb nicht sofort verkochen, lohnt sich das Einfrieren. Wer dabei je einen Dotter in ein Täschchen eines Eiswürfel-Gefrierbeutels gibt, macht sich später das Portionieren leichter und vermeidet Gefrierbrand.

2. Resteverwertungs-Rezept für Karotten: Schnelle Kichererbsen-Pfanne mit karamellisiertem Karottengemüse

Wie so viele Gemüse-Sorten werden Karotten meist im Bund oder gleich im Sack verkauft und zählen deshalb zu den Klassikern unter den übrigbleibenden Lebensmitteln. Und da sie schnell labberig wird, findet man die Karotte auch häufig ungenutzt in der Biotonne. Dabei kann man sie leicht haltbar machen: Im Kühlschrank hält sie zwei bis drei Wochen, eingefroren mindestens ein halbes Jahr. Dafür sollte man sie zuvor gewaschen, aber ungeschält in grobe Stücke schneiden und blanchieren — das tötet Bakterien ab und erhält die Farbe. Zudem vermeidet man Müll durch unnötig abgeschälte Karottenschale. Nach dem Abkühlen noch in einen Gefrierbeutel füllen und ab damit ins Eisfach. Genau das funktioniert auch mit Blumenkohl, Brokkoli und Kohl — zusammen mit den Karotten eine ideale Kombination für eine Gemüsepfanne.

Zutaten für schnelle Kichererbsen-Pfanne mit karamellisiertem Karottengemüse:

Beispielbild – nicht das tatsächliche Rezeptbild

Zubereitung der schnellen Kichererbsen-Pfanne mit karamellisiertem Karottengemüse:

  1. Karottengemüse aus dem Eisfach direkt in eine vorher erhitzte Pfanne geben und es ohne Öl ca. 10-15 Minuten braten.
  2. Den Ahornsirup darüber geben und für 2 Minuten auf höchster Hitzestufe karamellisieren.
  3. Pfanne vom Herd nehmen, Kichererbsen, BIO Sojasoße und geräuchertes Paprikapulver untermengen – fertig.

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3. Resteverwertungs-Rezept für Rucola: Rucola-Pesto für Pasta, Brot und Pfannengerichte

Von der köstlich-bitteren Salatpflanze Rucola braucht man meist nur eine Handvoll — doch gekauft wird sie mangels Alternativen im großen Bund oder gleich körbchenweise. Zwar ist das Blattgemüse kälteverträglich, im Kühlschrank hält es aber dennoch nur zwei bis drei Tage, bis es matschig wird oder sich grau verfärbt. Im Eisfach sieht es aber gleich viel besser aus: Dort ist Rucola bis zu sechs Monate lang haltbar.

Gefrorener Rucola eignet sich bestens zum Würzen. Dafür säubert man ihn zunächst gründlich und entfernt schadhafte Blätter. Dann wird der Rucola fein gehackt, in eine Eiswürfelform gegeben, vollständig mit Wasser übergossen und in das Gefrierfach geschoben. Bei Bedarf lassen sich dann jederzeit die gefrorenen Rucola-Würzwürfel aus dem Eisfach holen und besonders in Suppen, Soßen oder Pfannengerichten verwenden.

Zutaten für Rucola-Pesto für Pasta, Brot und Pfannengerichte:

Rucola-Pesto
Verwerten Sie Rucola zu einem leckeren Pesto. © Cavan Images/Imago

Zubereitung des Rucola-Pestos für Pasta, Brot und Pfannengerichte:

  1. Alle Zutaten trocken im Mixer zerkleinern, dabei nach und nach Olivenöl hinzufügen. Das Ganze mixen, bis die typische Pesto-Konsistenz erreicht ist.
  2. Zur Aufbewahrung in kleine Gläschen abfüllen (gesäuberte Marmeladengläser eignen sich bestens) und mit einer Schicht Olivenöl bedecken — so kommt kein Sauerstoff an die Pesto.
  3. Im Kühlschrank ist die Pesto dann etwa 2 Wochen haltbar, im Gefrierfach bis zu sechs Monate.

4. Resteverwertungs-Rezept für Kohl: Kohlchips

Der Kohl ist ein Klassiker der deutschen Küche und dazu reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Dennoch braucht man von ihm zu Hause meist nicht die gesamte gekaufte Menge — in der Regel ist er nur als ganzer Kohlkopf erhältlich. Das ist allerdings nicht schlimm, denn in Sachen Lagerung ist der Kohl ein sehr dankbares Gemüse: Im Kühlschrank bleibt er über Wochen genießbar, tiefgefroren sogar über ein halbes Jahr.

Tipp:

Vor dem Einfrieren waschen, in mundgerechte Stücke schneiden, blanchieren (das tötet Bakterien ab und erhält die Farbe), dann werden die abgekühlten Kohlstücke zum Schutz vor Gefrierbrand in Tiefkühlbeutel gefüllt und ins Eisfach gelegt.

Zutaten für Kohlchips von einem ganzen Kohl pro fünf Kohlblätter:

Beispielbild – nicht das tatsächliche Rezeptbild

Zubereitung der Kohlchips:

  1. Den Ofen auf 120° Grad Umluft vorheizen, nebenher die Kohlblätter waschen, gut trocknen, je den Strunk entfernen (sonst verbrennen die Chips) und in Stücke schneiden. Die Kohlstücke dann in einer Schüssel mit Öl und Gewürzen vermengen, anschließend auf einem Backblech mit Backpapier verteilen (nicht zu dicht aneinander legen) und in den Ofen schieben.
  2. Nach 10 bis 15 Minuten sollten die Chips knusprig und leicht bräunlich sein — zwischendurch sollten sie aber gewendet werden, damit sie nicht verkohlen. Nachdem sie aus dem Ofen geholt wurden, sollten sie noch etwa 20 Minuten nachtrocknen.

Für die optimale Weiterverwendung können die herausgeschnittenen Strunke kleingeschnitten, blanchiert und als Suppengemüse eingefroren werden.

5. Resteverwertungs-Rezept für Bananen: Banane-Schoko-Nice-Cream

Obwohl die Banane nach dem Apfel das zweitliebste Obst der Deutschen ist, landet sie viel zu oft im Müll. Das mag daran liegen, dass die Banane ein stark nachreifendes Obst ist, deshalb schnell dunkle Flecken bekommt und für manche dadurch unappetitlich wird. Ein weiteres Problem: Man kauft sie meist in Stauden, und nicht immer schafft man es, sie in den etwa 5 Tagen, die Bananen bei 12-15 °C haltbar sind, allesamt aufzuessen. Richtig: die Banane ist ein kälteempfindliches Obst und gehört nicht in den Kühlschrank — man lagert sie also offen.

Beim Reifen schütten Bananen den Stoff Ethylen aus, der den Reifeprozess anderer nachreifender Früchte wie Äpfeln, Birnen oder Pfirsichen beeinflusst. Daher sollten sie unbedingt getrennt von solchen Früchten aufbewahrt werden. Tiefgefroren halten sich Bananen allerdings bis zu einem halben Jahr. Aber Vorsicht: Dazu sollten sie in maximal 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten und zum Schutz vor Gefrierbrand in Tiefkühlbeutel gefüllt werden.

Zutaten für Banane-Schoko-Nice-Cream:

Beispielbild – nicht das tatsächliche Rezeptbild

Zubereitung der Banane-Schoko-Nice-Cream:

  1. Die Bananen etwas antauen lassen und dann zusammen mit den anderen Zutaten im Mixer cremig mixen.
  2. Nach Bedarf mit Ahornsirup abschmecken — es darf ruhig süß sein.
  3. Direkt kalt verzehren.

(von Thorsten Dammert)

Über den Autor:

Thorsten Dammert ist Head of Food beim Lebensmittelunternehmen Juit. Nach zwölf Jahren in der gehobenen Gastronomie entwickelt der Koch und Lebensmitteltechnologe dort Rezepte, wählt Zutaten und Lieferanten aus und bereitet seine Gerichte persönlich zu.

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