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Warum isst man am Martinstag eine Gans?

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Von: Janine Napirca

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Rund um den 11.11. finden deutschlandweit wieder Laternenzüge statt: Sankt Martin steht vor der Tür! Doch woher kommt eigentlich der Brauch der Martinsgans?

Am 11.11. wird nicht nur der Karneval eingeläutet, auch ein Heiliger feiert an diesem Tag seinen Namenstag. Die Rede ist von St. Martin. Der heilige Sankt Martin war zunächst aber erst einmal ein römischer Soldat, der sich jedoch durch Barmherzigkeit einen nachhallenden Ruf verschafft hat. Wie die Legende besagt, soll er an einem kalten Wintertag seinen Mantel mit einem Bettler geteilt und ihn so vor dem Erfrierungstod bewahrt haben. Seither ziehen vor allem Kinder am und um den 11.11. mit Laternen durch die Straßen und erinnern so an den heiligen St. Martin.

Warum isst man am Martinstag eigentlich eine Gans?

Neben den traditionellen Laternenumzügen an St. Martin hat ein weiterer Brauch Einzug in zahlreiche Familien gefunden: das traditionelle Martinsessen mit einer Martinsgans. Aber warum isst man am Martinstag überhaupt Gans? Der barmherzige Heilige soll sich aus lauter Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckt haben, als er nach seiner Heldentat zum Bischof geweiht werden sollte. Das laute Gänseschnattern verriet ihn jedoch und so wurde St. Martin zum Schutzpatron der Gänsezucht, und man isst traditionell am 11.11. eine Martinsgans.

Gänse vor einem Gänsestall
Sicherlich kennen Sie die Geschichte vom heiligen St. Martin – aber wissen Sie auch, weshalb man am 11.11. eine Martinsgans verspeist? © Countrypixel/Imago

Haben Sie sich außerdem einmal gefragt, warum italienische Spinatklößchen Strangolapreti, also Priesterwürger, heißen? Auch das Tote-Oma-Rezept Herrgottbescheißerle, Prophetenkuchen oder verschimmelter Mooskuchen haben sprechende Namen, deren Bedeutung noch nicht jeder kennt.

Folgende Zutaten brauchen Sie, um zu St. Martin am 11.11. eine Martinsgans zuzubereiten

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Zubereitung: Schritt für Schritt zur perfekten Martinsgans zu St. Martin am 11.11.

  1. Schälen und entkernen Sie die Äpfel und Birnen und schneiden Sie das Obst in kleine Würfel. Waschen und schälen Sie das Suppengrün und schneiden Sie es ebenfalls in Würfel. Waschen Sie anschließend die Orange gründlich, reiben Sie die Hälfte der Schale ab und pressen Sie den Saft aus.
  2. Heizen Sie den Backofen auf 160 Grad Celsius Umluft vor (180 Grad Celsius Ober-/Unterhitze), entfernen SIe die Innereien der Gans und waschen Sie sie, um sie schließlich trocken zu tupfen und die Innen- und Außenseite mit Salz und Pfeffer zu würzen.
  3. Waschen Sie sowohl Majoran als auch Beifuß und zupfen Sie beides von den Stielen. Mischen Sie die Gewürze mit Salz, Pfeffer, Äpfel, Birnen und der abgeriebenen Orangenschale und geben Sie die Füllung in die Gans. Verschließen Sie sie mit Küchengarn und Holzspießen.
  4. Spülen Sie die Innereien der Gans ab, legen Sie sie auf ein Backblech und geben Sie 500 ml heißes Wasser dazu. Das Backblech legen Sie auf die unterste Schiene des Backofens. Die Martinsgans legen Sie mit der Brust nach unten auf den Rost oberhalb des Backblechs mit den Innereien und stechen mit Zahnstochern rundherum in die Gans ein.
  5. Lassen Sie die Gans etwa 90 Minuten im Ofen. Nach ungefähr einer Stunde können Sie die Martinsgans jedoch mit dem ausgetretenen Fett bepinseln. Ist die Zeit um, leeren Sie die Flüssigkeit aus dem Backblech in eine Schüssel und geben stattdessen das Suppengrün und 200 ml Wasser zu den Innereien. Es folgt eine weitere Backeinheit von 90 Minuten. Immer wieder können Sie das ausgetretene Fett auf die Gans pinseln. In der letzten Viertelstunde können Sie die Gans umdrehen und den Backofen auf 250 Grad Celsius stellen – so wird Ihre Martinsgans zu St. Martin schön knusprig.
  6. Das zurückgestellte Fett aus der Schüssel können Sie mit dem ausgepressten Orangensaft für die Bratensoße verwenden und gemeinsam mit etwas Soßenbinder in einem Topf aufkochen. Schmecken Sie die Bratensoße für Ihre Martinsgans mit Salz und Pfeffer ab.

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