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Formulare für die Grundsteuer: Was Sie bei Elster beachten müssen

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Von: Franziska Kaindl

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Immobilienbesitzer müssen 2022 zusätzlich zur Steuererklärung eine Grundsteuer online über Elster einreichen. Bis Ende Oktober haben Betroffene Zeit.

Aufgrund der Grundsteuerreform kommt auf Immobilieneigentümer in diesem Jahr bei der Steuererklärung noch mehr Arbeit zu: Sie müssen nämlich innerhalb einer Frist von vier Monaten neben der Steuererklärung eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Seit dem 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 haben Eigentümer Zeit, das ausgefüllte Formular einzureichen – eine Verlängerung der Frist, die vom Bund der Steuerzahler und Eigentümerverband Haus & Grund gefordert wurde, wird es wohl nicht geben. Die Angaben in der Feststellungserklärung werden die Basis für die zukünftige Steuerberechnung sein.

Was ist die Grundsteuer?

Die Grundsteuer wird auf den Grundbesitz erhoben. Dazu gehören Grundstücke und darauf befindliche Gebäude sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft. Die Grundsteuer wird von den Eigentümern gezahlt und ist jedes Jahr fällig – bei einer Vermietung können die Kosten auf die Mieter umgelegt werden. Die erzielten Einnahmen kommen ausschließlich Städten und Gemeinden zu, um zum Beispiel Schulen, Kitas, Schwimmbäder sowie Radwege und Straßen zu finanzieren.

Wer muss die Grundsteuer zahlen?

Im Prinzip ist jeder, der in Deutschland einen Grundbesitz hat, von der Grundsteuer betroffen und muss somit einer Erklärung abgeben. Mieter werden über Umwege zur Kasse gebeten: Vermieter können die Grundsteuer auf sie umlegen.

Neue Grundsteuer. Ab 1. Juli 2022 müssen Grund- und Immobilienbesitzer ihre Grundsteuererklärung beim Finanzamt einreichen.
Ab 1. Juli 2022 müssen Grund- und Immobilienbesitzer ihre Grundsteuererklärung beim Finanzamt einreichen. © Jens Büttner/dpa

Grundsteuer: Welche Angaben müssen in Elster gemacht werden?

Die Grundsteuererklärung muss fast ausschließlich online über Elster gemacht werden, da es den Behörden so leichter fällt, aus den Daten den sogenannten Grundsteuerwert zu berechnen. Der Freistaat Bayern bietet jedoch entgegen der gängigen Regelung auch eine Abgabe in Papierform an – entweder zum handschriftlichen Ausfüllen oder zum Ausfüllen am PC via PDF und anschließendem Ausdrucken. Welche Angaben gemacht werden müssen, hängt dabei vom jeweiligen Bundesland ab. Die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben sich mit dem Bundesministerium der Finanzen auf das Bundesmodell verständigt – hier ist der Wert des Grundstücks maßgeblich. Die übrigen Bundesländer haben von der Öffnungsklausel Gebrauch gemacht, um ein eigenes Grundsteuermodell einzuführen. In Bayern gilt zum Beispiel ein Flächenmodell, in Hessen ein Flächen-Faktor-Modell und in Hamburg ein Wohnlagemodell, wie der Immobilienverband Deutschland (IVD) informiert. Je nachdem, in welchem Bundesland sich Ihr Grundstück befindet, können somit unterschiedliche Angaben abgefragt werden. Dazu gehören unter anderem:

Wer ein Grundstück in einem Bundesland besitzt, bei dem das Bundesmodell angewandt wird, muss den Wert entweder im Sachwert- oder Ertragswertverfahren ermitteln. Der Unterschied besteht hierbei in der Nutzung: Das Ertragswertverfahren wird bei Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Mietwohngrundstücken angewandt, die zu mehr als 80 Prozent Wohnzwecken dienen. Das Sachwertverfahren findet bei Grundstücken Anwendung, die zu 80 Prozent oder mehr dem betrieblichen oder öffentlichen Zweck dienen.

Grundsteuererklärung: „Elster-Alternative“ für Privateigentümer im Bundesmodell

Privaten Eigentümern in Ländern, in denen das Bundesmodell angewandt wird und die kein Elster-Zertifikat haben, steht der Online-Service „Grundsteuererklärung für Privateigentum” zur Verfügung. Über ihn lässt sich ein vereinfachtes Formular für die Grundsteuererklärung ausfüllen und über eine offizielle Elster-Schnittstelle an die Finanzverwaltung übermitteln. Folgende Daten brauchen Sie laut Bundesfinanzministerium, wenn Sie die „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ ausfüllen:

Bei der Bewertung von Betrieben der Land- und Forstwirtschaft wenden alle Bundesländer, abgesehen von punktuellen Änderungen, das Bundesmodell an, so das Bundesfinanzministerium. Diese fallen in das Ertragswertverfahren.

Wichtig

Wer bisher kein Elster genutzt hat, sollte sich schnell darum kümmern: Die Freischaltung kann bis zu zwei Wochen dauern. Auch die Freischaltung auf der Plattform „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ braucht drei bis vier und maximal 14 Tage.

Was Sie bei der Grundsteuererklärung beachten müssen

Als Hauptfeststellungszeitpunkt gilt der 1. Juli 2022. Das heißt, alles, was sich danach verändert hat, muss nicht mehr in Ihre Angaben miteinfließen, so der IVD. Am 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer schließlich in Kraft treten – bis dahin wird noch die alte Bemessungsgrundlage mit Einheitswert angewandt. (fk)

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