Studie

Immer mehr deutsche Familien leben unter Existenzminimum - Experten schlagen Alarm

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Deutsche Familien haben es immer schwerer, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Immer mehr Kinder leben unter dem Existenzminimum: Diese erschreckende Bilanz zeigen Untersuchungen bereits seit Jahren. Experten schlagen Alarm - und erklären den Grund.

Ist Deutschland wirklich so kinderfeindlich wie immer behauptet wird? Eine neue Untersuchung im Auftrag des Familienbundes der Katholiken scheint dies jedenfalls wieder zu bestätigen. Demnach soll die deutsche Durchschnittsfamilie allmählich unter das Existenzminimum abdriften. Grund für diese erschreckende Entwicklung soll die steigende Belastung mit Steuern und Abgaben sein.

Studie: Immer mehr Familien rutschen unter das Existenzminimum

Wie die Welt am Sonntag berichtet, könne dies sogar schon für Familien bei mittlerem Jahreseinkommen (30.000 bis 50.000 Euro brutto) zu erheblichen finanziellen Problemen führen. Ein konkretes Beispiel: Ein Haushalt mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen Verdienst von 35.000 Euro nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern soll pro Monat circa 232 Euro unter dem Existenzminimum liegen. Aufs Jahr gerechnet mache das ein sattes Minus von 2.779 Euro.

Und auch Familien mit drei Kindern, aber einem Jahresbruttoneinkommen von 50.000 Euro sollen bereits in die roten Zahlen fallen. Mit jedem weiteren Kind verschärfe sich die finanzielle Situation drastisch immer weiter, so die Studie.

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Experten schlagen Alarm: Freibetrag ist ungerecht - Kindergeld kann Familien nicht vor roten Zahlen bewahren

Was auffällt: Vor einigen Jahren sah das noch anders aus - damals fiel das Jahresminus noch deutlich niedriger aus. Grund dafür könnte sein, dass das gesetzliche Existenzminium nun höher angesetzt worden ist. Dieses sieht vor, dass der Einkommenssteuerpflichtige diesen Betrag übrig hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Dieser wird bei der Lohnsteuer als Freibetrag berücksichtigt und liegt derzeit für Erwachsene bei 9.168 Euro und für Kinder bei 7.620 Euro.

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Letzteres sieht der Familienbund kritisch: "Das Existenzminimum eines Kindes muss gleich hoch angesetzt werden, wie das eines Erwachsenen." Auch das Kindergeld könne diese ungerechte Verteilung nicht ausgleichen, so der Familienbund weiter. Schließlich stelle es nur eine Rückzahlung von zu viel eingenommener Lohnsteuer dar, es kaschiere nur, könne aber nicht das zugrundeliegende Problem lösen. Am Ende würden die Familien darunter leiden und müssten Abstriche machen, wo es nur geht - und das beginne meist bei der so notwendigen Altersvorsorge ...

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jp

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