Löslicher Kaffee

Giftig und eklig? Darum ist Instantkaffee gar nicht so schlecht, wie ihm sein Ruf vorauseilt

Aus diesen einfachen Gründen sollten Sie mal wieder zu löslichem Kaffee statt frisch gemahlenem Bohnenkaffee greifen.

  • Instantkaffee* hat viele Befürworter aber auch bekennende Feinde.
  • Neben qualitativen Unterschieden wird auch oft ein gesundheitliches Risiko genannt.
  • Zwei Gründe, warum Sie löslichen Kaffee dennoch nutzen sollten.

Instantkaffee, im Deutschen auch löslicher Kaffee genannt, ist ein klassisches Symbol einfacher Studenten-WGs und Hotel-Kaffeemaschinen. Viele äußern sich eher abwertend gegenüber dem „billigen“ Kaffee und ziehen, wenn sie Wert auf Geschmack und Qualität legen, einen frisch gemahlenen Bohnenkaffee vor. Aus zwei Gründen wird der lösliche Kaffee zu Unrecht als unbrauchbar abgewertet.

Löslicher Kaffee: In diese Kult-Getränke darf nichts anderes rein

Ein italienischer Barista würde womöglich seinen Job verlieren, wenn er in seinen Kaffeemaschinen löslichen Kaffee statt frisch gemahlenem Kaffeepulver verwenden würde. Ganz anders sieht es hingegen bei zwei bestimmten Kaffee-Kreationen aus, die ohne löslichen Kaffee gar nicht möglich wären.

1. Der griechische Klassiker: Café frappé

Der Frappé ist eine Version des Eiskaffees und wird vor allem in Südeuropa oder Südostasien getrunken. Für die Zubereitung wird löslicher Kaffee mit kaltem Wasser und optional noch etwas Zucker schaumig geschlagen. Dafür kann entweder ein Cocktail-Shaker oder ein spezieller Frappeschäumer genutzt werden. Anschließend wird der Frappé mit Eiswürfeln aufgefüllt und kalt serviert.

2. Der neue Instagram-Trend: #dalgonacoffee

Auf den ersten Blick sieht der Dalgona-Kaffee dem Frappé sehr ähnlich. Doch die Zubereitung ist grundverschieden. Auch für diese Kaffeezubereitung wird stets lösliches Kaffeepulver benutzt. Statt kaltem kommt hier aber heißes Wasser ins Spiel, mit dem der Kaffee aufgeschäumt wird. Statt einfach in ein Glas mit Eiswürfeln wird der Kaffeeschaum nun vorsichtig auf ein halbvolles Glas mit kalter Milch gegossen. Fertig ist ein kaltes Latte-macchiato-ähnliches Erfrischungsgetränk.

Ein Kaffee Dalgona mit der typischen Trennung von Milch und Kaffee im Glas von @nomadgirlonketo auf Instagram

Beide Kaffee-Kreationen haben gemeinsam, dass sie nicht, wie üblich, mit einem Sieb oder Filter gebrüht werden. Würde man hierbei normales Kaffeepulver statt löslichen Kaffee benutzen, dann würde sich das Pulver nicht auflösen und unangenehm mit im Getränk schwimmen.

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Kritik unbegründet: Sicherer und gesunder Genuss von löslichem Kaffee - das deutsche Kaffee-Reinheitsgebot

Schon eine erste Annahme, dass in löslichem Kaffee eine Menge ungesunder Zusatzstoffe, wie Zucker und Aromastoffe, enthalten sein können, gehört in die Welt der Märchen. Schließlich gibt es in Deutschland ähnlich wie beim Bier auch für Kaffeeprodukte ein Reinheitsgebot, wie Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Kaffeeverband, vor einiger Zeit in einer Pressemitteilung verlauten ließ. Das Reinheitsgebot schreibt vor, dass Röstkaffee, wie auch löslicher Kaffee reine Naturprodukte sein müssen, ohne künstliche Zusatzstoffe zu enthalten. „Viele Kaffeetrinker fragen, welcher Zusatzstoff den typischen Kaffeeduft hervorrufe. Dabei ist es tatsächlich der pure Kaffee, der duftet“, so Preibisch. Das gelte jedoch nicht für gekennzeichnete Mischgetränke, die es ebenfalls in den Supermarktregalen zu finden gibt. Hier können sehr wohl andere Stoffe, wie etwa Zucker oder Kakao enthalten sein. In purem Instantkaffee ist lediglich eingedickter und getrockneter Kaffeeextrakt und der ist damit (fast) genauso gesund oder ungesund wie andere Kaffeearten.

Löslicher Kaffee: Gesundheitlich genauso bedenklich wie normaler Kaffee

Normalem Bohnenkaffee werden oft gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Eine Studie kam etwa zu dem Ergebnis, dass regelmäßiger Kaffee-Konsum das Leben verlängern kann. Demgegenüber wird bei löslichem Kaffee oft der hohe Acrylamid-Anteil angeprangert. Acrylamid entsteht beim Röstvorgang und wird als möglicherweise krebserregend eingestuft. Die Annahme, dass nur löslicher Kaffee diesen gefährlichen Stoff enthält, wäre aber falsch, denn auch jeder andere, geröstete Kaffee enthält diesen Stoff. Zwar hat eine medizinische Studie herausgefunden, dass löslicher Kaffee mit 358 Microgramm pro Kilogramm etwa doppelt so viel Acrylamid enthält, wie Bohnenkaffee, doch dadurch, dass für eine Tasse Instantkaffee deutlich weniger Pulver notwendig ist, relativiert sich diese Aussage.

Ein tatsächlicher, kleiner Nachteil des löslichen Kaffees ist die geringere Menge an Antioxidantien, die bei dem Herstellungsprozess des Kaffees verloren geht, wie utopia.de schreibt. In normalen Kaffee ist mehr Chinin enthalten, was gegen Krämpfe und hohen Blutzucker helfen soll. (nh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Rubriklistenbild: © instagram.com/nomadgirlonketo/

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